Die bis zu 250m hohe Mainwall im Hell’s Gate
10 Juli 2004

Kenia – ein Land voller Abenteuer

Albert Leichtfried über seine Keniatripp - einmal etwas ganz anderes sehen im Land mit den immer freundlichen Menschen

Eigentlich war es die Idee meiner Mutter, die schon über 12 Jahre regelmäßig nach Kenia reist und immer eine abenteuerliche Geschichte zu erzählen wusste, diesem faszinierendem Land einmal einen Besuch abzustatten. Doch endgültig überzeugen konnte mich erst ein Bericht von Felix Berg, der recht begeistert von dem riesigen Potential an Klettermöglichkeiten in Kenia erzählte.

Mit recht spärlichen Information über die Kletterwelt Kenias starteten wir (Meine Eltern als Reiseführer für all die anderen Abenteuer neben dem Klettern und Vroni Gufler, meine Freundin und Kletterpartnerin) Ende Juni Richtung Süden. Das Land liegt genau am Äquator, also sollte dort jetzt die kälteste Zeit des Jahres sein. Nach der langen Eissaison wollte ich eigentlich nicht schon wieder in die Kälte, vor allem nicht nach diesem so wechselhaften Frühjahr. Doch eines fanden wir schnell heraus: Der Winter in Kenia kann viel angenehmer sein, als der Sommer in Österreich!

Fünf-Uhr-Tee und viel ernste Kletterrouten

Die Spuren der Zeit, als die Briten das Land zu ihrer zweiten Heimat machten, kann man in jeder Hinsicht noch deutlich erkennen. Sei es der 5 Uhr Tee (mit Milch) oder aber auch die große Auswahl an ernsten Kletterrouten, die einen geübten Umgang mit mobilen Sicherungsgeräten erfordern. Im Mountain Club of Kenia (MCK) in Nairobi, kann man sich beim einwöchigen Clubmeeting die notwendigen Infos zu den Felsen beschaffen, natürlich bei Tee und Biskuits. Aber Kenia bietet nicht nur Kletterein zum Zittern, auch die Boulderer, Sportkletterer, Alpinklettern oder Wanderer werden reichlich Möglichkeiten finden.

Routen in perfektem Granit/Gneis von 5c bis 8a

Die Sportkletterszene wird momentan in den Gebieten rund um Nairobi wie Frog und Lukenya, bzw. im Hell’s Gate vorangetrieben. Es finden sich Routen in perfektem Granit/Gneis von 5c bis 8a und noch sehr viel Neuland. Für Boulderer gibt es unendliches Potential zu entdecken. Wir hatten viel Spaß bei der Neulandsuche und konnten am Lake Baringo ein neues Bouldergebiet entdecken. In den entlegeneren Gebieten ist das Staunen der Einheimischen einen Musungu (Weißer, Singular) zu sehen schon groß, das diese Uasungu (Weiße, Plural) auch noch die senkrechten Wände empor steigen, ist für die Bevölkerung völlig absurd. Wer lieber Friends und Keile beim Klettern dabei haben will, der findet in allen Gebieten verschiedenste Möglichkeiten, allein in der Umgebung von Nairobi gibt es über 400 Routen von 3 bis 8. Speziell im Hell’s Gate und am Mt. Kenia gibt es Mehrseillängenrouten im 4. bis 7. Schwierigkeitsgrat in oft perfektem Granit. Der Mt. Poi sollte schon eher als eine Expedition angegangen werden, aufgrund der Abgelegenheit von der Zivilisation und der langen, ernsten Routen.

Keniareise ohne Safari ist wie ein schöner Felsen auf dem keiner klettert

Eine Keniareise ohne Safari ist wie ein schöner Felsen auf den keiner hinaufklettert. Durch die unglaublich große Anzahl an Tieren, die wir meist nur aus den Zoos kennen, kommt man bei einer Fahrt durch einen der vielen Nationalparks aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit etwas Glück sieht man die berühmten „Big Five“: (Wir konnten immerhin vier davon sehen) Büffel, Nashorn, Elefant, Leopard und Löwe.

Es gibt noch viele Abenteuer von Kenia zu erzählen. Unvergesslich bleiben wird auch der Zustand der Strassen. Vor allem bei Neulandsuche kommt man oft leichter im Straßengraben als auf der eigentlichen Strasse voran. Es warten aber auch noch viele neue Abenteuer! Vielleicht gelingt es mir die Lust in Einigen zu wecken, einmal etwas ganz anderes sehen zu wollen– ein Land, das so viele Seiten hat, mit immer freundlichen Menschen die teilweise nichts haben, außer ihrer Freundlichkeit.

Hakuna Matata Albert

Für weitere Infos:

www.kilimanjaro.ccwww.ewpnet.com

Oder ein E-Mail an mich schicken, helfe gerne weiter!

Bericht

Albert Leichtfried sehr stark im Eis

Wenn Albert nicht gerade in Afrika unterwegs ist, zieht er kühle Temperaturen vor. Er gehört zu den stärksten Mixedkletterern Österreichs, zahlreiche schwere Touren gehen auf sein Konto. Hier ein Bericht über "sein" Mixedgebiet Dryland ober Innsbruck und sein Projekt Underground - Mixedklettern an der Autobrücke.

Sponsoren von Albert

Black DiamondSalomon

Die bis zu 250m hohe Mainwall im Hell’s Gate
Sportklettern im Frog, Nairobi "Dead Man Walking" - 24
Sonnenuntergang mit Fischadler am Lake Naivasha
In "Wave" am Fisher’s Cliff, Naivasha
Das seltene Spitzmaulnashorn
In "Express" im neu entdeckten Gebiet am Baringosee
Das Staunen ist auf beiden Seiten
faszinierende Graslandschaft über 4000m, Hintergrund Mt. Kenia (5199m)
Genussklettern am Fisher’s Tower, Naivasha
Mt. Kenia (5199m) - in voller Größe
Klettern am Equator


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