Mike Libecki
04 März 2010

Mike Libecki

Ab übermorgen tourt Mike Libecki mit dem Edelweiß-Bergfilmfestival durch Österreich. Wir haben mit dem außergewöhnlichen Expeditionsbergsteiger über Angst, Sucht und die Kommunikation mit seiner Tochter gesprochen…

Mike Libecki, 36 Jahre alt, lebt in Utah, USA ist Profibergsteiger, Fotograf, Autor und zählt zu den außergewöhnlichsten Protagonisten der Expeditionsszene. Seine Spezialität sind Expeditionen in den abgeschiedensten Gebirgen dieser Erde. Auf seinem Konto stehen Erstbegehungen in Grönland, Papua Neuguinea, Kirgistan, Usbekistan, Antarktis, Venezuela, Madagaskar und China, wo ihm die West-Ost Solo-Durchquerung der Taklamakan Wüste gelang. Mike wurde für seine außergewöhnlichen Leistungen mit bedeutenden Awards ausgezeichnet.

Ab 4.3. ist er Stargast beim diesjährigen Bergfilmfestival. Die Filme Mikes vermitteln den Zusehern einen sehr realistischen Eindruck von seinen Abenteuern. Mike spricht live zu den Filmen, es gibt aber auch deutsche Untertitel.

Was reizt dich so daran, immer wieder neue unbekannte Bergregionen aufzusuchen?

Ich bin nicht ganz sicher, warum, -es ist ein Geschenk des Universums. Ich bin besessen, besser gesagt süchtig danach jungfräuliche Erde zu finden, unberührte Gegenden und Wände. ich war auf mehr als 30 Expeditionen und 16 mehr sind schon auf dem Papier in Planung. Alles ist eine Frage der Mentalität. Ich fühle mich immer noch wie mit 20 Jahren. Gleichzeitig bin ich aber, wenn ich zu Hause bin ein Full-time Vater. Expeditionen regieren mein Leben, mein Denken und meine Ziele. Ich fotografiere und filme gerne um meine Erlebnisse mit jenen Menschen zu teilen, die nie die Schönheit, Magie Kraft dieser Flecken Erde sehen können. Natürlich möchte ich auch meine Abenteuer mit meiner Familie und Freunden teilen. das Leben ist süß und die Zeit ist jetzt. Der Tod und / oder das Alter kommen auf uns zu und so müssen wir das bestmögliche Leben leben.

Was war bei deinen bisherigen Expeditionen die gefährlichste Situation?

Am gefährlichsten waren Stürme mit 160 km/h, Felsstürze so groß wie ein Auto. Absoluter Terror. Diese Ereignisse zu realisieren, zeigen wie fragil wir sind. Davon kann ich nicht genug bekommen.

Du bis ja auch öfter alleine Unterwegs. Wie läuft da die Kommunikation mit der Außenwelt ab?

Ich benütze keinerlei Kommunikations- oder Rettungssystem. Ich möchte die totale Einsamkeit einfangen und voll verantwortlich sein während meiner Expeditionen, bei den Erstbesteigungen, vor allem wenn ich solo eine Erstbegehung wage. Ich glaube, dass die menschliche Fehlleistung zu 100% die Ursache für Unfälle ist.

Nur vor sieben Jahren, als meine Tochter zur Welt gekommen ist , habe ich ein Satellitentelefon mitgenommen, denn ich wollte zu ihr sprechen und sicher sein, dass sie meine Stimme hören kann. Meine Tochter zu verlassen, ist der härteste Teil meiner Expeditionen. ich nehme Blumen oder kleine Andenken mit, die mich an sie erinnern. Ich nehme kein Satellitentelefon in die Wände mit, denn ich möchte der Realität in der vertikalen Situation ganz nahe sein.

Steigst du in die Wände steht’s von unten ohne vorheriges Erkunden von oben ein, oder checkst du die Route vorher aus?

Niemals. Immer von unten nach oben. Ich liebe das Geheimnisvolle. ich möchte nicht mehr wissen, als ich vom Boden aus sehe. Geheimnisse sind sehr wichtig für mich.

Was bedeutet für dich Angst?

Angst hält mich sicher und am Leben. Hätte ich keine Angst, würde ich diese Expeditionen und Klettereien nicht machen. Ich brauche diese Emotionen um zu tun was ich tue, dass ist meine Maxime.

Wie siehst du die rasante Entwicklung des Klettersports? Es gibt viele, die ihren eigenen Stil und phantastische neue Routen finden. Aber die großen Weltklasse- Routen werden immer seltener. Es gibt sehr viele ausgezeichnete Leute da draußen.

Wohin wird es 2010 gehen?

Ich hoffe, dass ich in die Mongolei und zurück in die Antarktis komme, wo ich schon neue Wände erkundet habe. Außerdem möchte ich mit meiner Tochter reisen und ihr ein Stück von der Welt zeigen.

Edelweiß Bergfilmfestival

Der Alpinreferent der Naturfreunde Österreich Sepp Friedhuber präsentiert heuer zum 11. Mal das Edelweiß-Bergfilmfestival, dessen sehr kontrastreiches Programm durch die Welt der Berge führt

Termine österreichweit:

04. März 2010: OÖ, Leonding-Linz, Kürnberghalle

05. März 2010: OÖ, Leonding-Linz, Kürnberghalle

06. März 2010: Vorarlberg, Nenzing, Ramschwagsaal

09. März 2010: OÖ, Lenzing, Kulturzentrum

10. März 2010: NÖ, Obergrafendorf, Pielachtalhalle

11. März 2010: Wien, Gartenbaukino

12. März 2010: Steiermark, Knittelfeld (Kulturhaus)

13.März 2010: Ktn, Klagenfurt, Uni

Trailer - Bergfilmfestival 2010

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© Mike Libecki
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