Hansjörg Auer und Much Mayr am Standplatz im schwierigsten Teil der Wand (c) Hannes Mair/Alpsolut
10 März 2009

Oman Volumne 2

Much Mayr und Hansjörg Auer klettern mit „Fata Morgana“ eine kühne Erstbegehung an der Jebel Misht Südwand im Oman.

Dass man von einem Land infiziert werden kann, das wissen die meisten Leute von Patagonien, dem Yosemite Valley und vielen anderen Klettergebieten. Doch es geht auch bei Ländern des vorderen Orients und schon dann, wenn die Möglichkeiten von neuen Kletterlinien fast endlos sind …

Nachdem Hansjörg Auer bei seinem Aufenthalt im Jänner 2008 mit der Mehrseillängenroute „Al Hamar“ und mit der Sportkletterroute „40 Räuber“ dem Oman zwei ziemlich schwierige Routen verpasst hat, so wollten dieses Mal Much Mayr, Hannes Mair, Berti Gleirscher und Hansjörg Auer weniger oft die Bohrmaschine schwingen …

Zuerst besuchte das 4er-Team das kleine aber klettertechnisch geniale Sportklettergebiet „Little Gorgette“ im Wadi Bani Awf. Hier gibt es noch viele neue Sportkletterlinien zu eröffnen. Mit „Sindbad“ klettern Much und Hansjörg eine neue Route im unteren achten Franzosengrad.

Fata Morgana

Als Much und Hansjörg dann das erste Mal zur Südwand des Jebel Misht marschieren, wollen sie ihre neue Route an einem Tag versuchen. Doch sie haben sich getäuscht. Der ausgewählte Pfeiler ist durch geschlossenen Fels und vor allem großer Steilheit charakterisiert. Sie müssen ihren Plan ändern, wollen aber ihrem Motto „no bolts“ treu bleiben. Es ist harte Arbeit. In der ersten schwierigen Seillänge, die von ihnen nachher mit 7c bewertet wird, müssen sie dann aber doch auf zwei Bohrhaken zurückgreifen. Jedoch gelingt ihnen dann die nächste Seillänge mit 5 Normalhaken in derselben Schwierigkeit. Dann lehnt sich die Wand etwas zurück, wenngleich die Kletterei anspruchsvoll bleibt. Der obere Teil der Route charakterisiert sich durch etwas leichteres Gelände, dafür wird der Fels etwas brüchiger. Eigentlich waren sie schlussendlich froh, die letzte schwierige Seillänge hinter sich zu haben, denn an Sinterstrukturen, die sich mehr aus festgeklebtem Dreck zusammensetzen als sonst etwas, lässt es sich nicht so leicht klettern und vor allem absichern …

Zusammenfassend ist der Oman ein Land mit großem Felspotential und Sonnenscheingarantie, genialen Frucht Jakes und stets freundlichen Leuten. Doch das Beste daran, jeder alpine Kletterer kommt mit Sicherheit auf seine Kosten.

Facts:

„Fata Morgana“ (F7c) Ernste alpine Mehrseillängentour in der Südwand des Jebel Misht.

EB: Much Mayr und Hansjörg Auer, 12.02.2009, nach 2 Tagen Arbeit im unteren Teil.

Länge: 20 Seillängen, 800 Hm

Absicherung: 2 Bolts, pitons, 4 eingerichtete Stände

“Dattelklauber Sigi” (7) Alpine Mehrseillängentour in der Ostwand des Jebel Misht.

EB: Much Mayr und Hansjörg Auer, 16.02.2009

Länge: 400 Hm

Absicherung: clean

“Sindbad” (F8a+) Sportklettertour am Wadi Bani Awf am Felsen “Little Gorgette” (Western Hajar).

Vier weitere Sportklettertouren erstbegangen am Wadi Bani Awf und Wadi Damm bis 7c+

Sponsoren Much: Skylotec, La Sportiva

Sponsoren Hansjörg: VAUDE, Edelrid, La Sportiva

Hansjörg Auer und Much Mayr am Standplatz im schwierigsten Teil der Wand (c) Hannes Mair/Alpsolut
Much Mayr in der zweiten schwierigen Seillänge (c) Hannes Mair/Alpsolut
Die Linie von "Fata Morgana" am Jebel Misht (c) Hannes Mair/Alpsolut
Tiefblick aus Fata Morgana (c) Hannes Mair/Alpsolut
Much Mayr in Aktion (c) Hannes Mair/Alpsolut
Much Mayr in der zweiten Crux (c) Hannes Mair/Alpsolut
Hansjörg in der Sportkletterroute Sindbad (c) Hannes Mair/Alpsolut
Hansjörg Auer in der ersten Crux (c) Hannes Mair/Alpsolut


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