Klettern in Kroatien auf der Insel Hvar
04 August 2021

Schöne Klettergebiete, nicht nur für Profis

Ein vertikaler Streifzug durch die Felslandschaft Europas mit wertvollen Tipps für Kletterneulinge

Bergsteigen ist ein Sport, den etwa eine Million Deutsche regelmäßig ausüben. Immerhin weitere sechs Millionen unternehmen laut Statista gelegentlich eine Klettertour. Hier gibt es ein großes Potenzial, denn das Verbringen der Freizeit in den Bergen sorgt für eine gute Fitness. Außerdem bewegen sich Bergsteiger an der frischen Luft und erleben auf den Gipfeln ein Panorama, das die Anstrengungen lohnt.

Gute Vorbereitung wichtig

Auch leichte Klettertouren sollten nicht unterschätzt werden. Ein stabiles Wetter und etwas Übung sind empfehlenswert, bevor es zu anspruchsvolleren Touren geht. Alpinschulen bieten die Möglichkeit, das sichere Bewegen in den Bergen zu erlernen. Dazu gehört auch ein theoretischer Teil, bei dem es um die Wetterkunde, das Anseilen und die Erste Hilfe geht. Außerdem erlernen die angehenden Bergsteiger das Anseilen, wie man sich orientiert und welche Gefahren im alpinen Gebiet warten.

Wichtig sind die richtige Bekleidung und die Ausrüstung. Neben der eigentlichen Bergtouren-Ausrüstung gehören genug Proviant, Hilfsmittel zur Orientierung und Artikel für die Gesundheit in den Rucksack. Hier sollte die Sonneneinstrahlung nicht vernachlässigt werden. Ein Sonnenbrand sollte schnell behandelt werden. Er hat nicht nur kurzfristige, sondern auch langfristige Folgen. So kann die Haut schneller altern, was sich in mehr Falten oder in einer größeren Zahl Altersflecken bemerkbar macht. Bei einer regelmäßigen Schädigung der tiefen Hautschichten steigt das Hautkrebsrisiko deutlich an.

Im praktischen Teil der alpinen Ausbildung geht es um die Bewegung im weglosen Gelände, das Anseilen und das Klettern im Feld. Die Neulinge erlernen in Übungen, die die Knoten angewendet werden und welche Seil- und Sicherungstechniken es gibt. Dazu stehen leichte Klettertouren und das Begehen von Klettersteigen im Lehrplan. Der Höhepunkt ist eine erste Klettertour, bei der das gelernte angewandt werden kann.

Bergsteigen ist ein vielfältiger Sport. Im alpinen Bereich gibt es einige Besonderheiten, die eine besondere Vorbereitung und ein entsprechendes Training erfordern. Dazu gehört das Bewegen in großen Höhen, in denen die Luft dünner ist. Ein sehr spezielles Gebiet sind Gletschertouren, bei denen Steigeisen und Pickel eine wichtige Rolle spielen. Für die Erste Hilfe müssen Bergungen aus Gletscherspalten geübt werden.

Wer gefallen am Bergsteigen gefunden hat, sollte sich anfangs nicht zu viel zumuten. Am Anfang geht es darum; Sicherheit zu gewinnen. Es muss nicht sofort das Himalayagebirge sein. Anfänger finden in zahlreichen Klettergebieten interessante Herausforderungen, die den Spaß am Sport verstärken. Auch Klettergärten und Kletterwände sind gute Orte, um die eigenen Fähigkeiten zu vervollkommnen.

Traumhafte Klettergebiete in Deutschland

Viele Klettergebiete bieten Touren mit den verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Wichtig ist für Anfänger wie Profis, dass es einen guten Kletterführer gibt. In ihm sind die Routen-Informationen mit der Länge und dem Schwierigkeitsgrad beschrieben.

Das bekannteste Gebiet für Sportkletterer ist das Frankenjura, das über 12.000 verschiedene Kletterrouten bereithält. Rund 1.000 Felsen aus Kalk ragen hier in den Himmel und bieten auch erfahrenen Kletterern viele Herausforderungen.

In der Region gibt es zahlreiche Kletterschulen, in denen Neulinge das Einmaleins des Bergsteigens lernen können. Das Frankenjura gehört zur Fränkischen Schweiz und gilt weltweit als eines der am besten erschlossenen Klettergebiete. In der Brutzeit (bis Juni) kommt es zu Sperrungen von Felsen, um die brütenden Vögel nicht zu stören.

Zu den Routen, die auch Anfänger bewältigen gehört die zwölf Meter lange „Froschkönig“-Route. Der Schwierigkeitsgrad wurde mit 3- festgelegt. Neben der fantastischen Aussicht ist auch eine gute Absicherung vorhanden.

Kletterparadies Schwarzwald

Ein anderes Mittelgebirge, das auch für Anfänger schöne Angebote bereithält, ist der Schwarzwald. Vor allem im südlichen Teil gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Bergsteiger, wobei auf den rund 1.000 Routen auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

Für Anfänger eignen sich beispielsweise die Battertfelsen bei Baden-Baden. Geübte Bergsteiger helfen in vielen Orten als Führer, um die ersten Schritte als Bergsteiger zu meistern. Fortgeschrittene erfreuen sich an zahlreichen Felsen mit einem fantastischen Panorama. Im Winter lässt es sich sogar durch Wasserfälle klettern.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hochseilgärten und Kletterhallen, die das Klettern ermöglichen. Ein schöner Ort, an dem auch Kinder den Sport erlernen können, ist der Erlebniskletterwald Lörrach.

Klettern, wo die Hexen tanzen

Der Harz steht für den Brocken, auf den aber niemand klettern muss. Die Harzquerbahn, wunderschöne Wanderwege und geheimnisvolle Tropfsteinhöhlen warten auf die Entdeckung. Immer zur Walpurgisnacht treiben hier die Hexen ihr Unwesen.

Das nördlichste Mittelgebirge in Deutschland ist für Profis sicher keine Herausforderung. Die über 200 Felsen bieten aber für Anfänger und Fortgeschrittene einige Herausforderungen. Zu den interessanten Gebieten gehören das Oker- und das Steinbachtal. Eine Alternative ist der Kletterwald in Blankenburg, in dem es fast 60 Kletterelemente gibt. Eine zweite Einrichtung gibt es in Thale.

Die Felsen bestehen hauptsächlich aus Granit. Im Okertal bei Goslar gibt es auch Hornfels und Kieselschiefer. Hier gibt es bis zu 50 Meter hohe Felswände. Einen wunderschönen Blick über das Gebirge bietet der Ottofels, der Anfängern mit Eisenleitern entgegenkommt. Das Steinbachtal liegt bei Thale. Hier können Kletterer auf die Einsame Wand, den Hexenkessel, den Theaterfelsen und weiter Gipfel steigen, von denen sich ein schöner Blick in den Vorharz bietet.

Traumhaufte Felslandschaften in Österreich
Gut gesicherte Kletterrouten
Perfekter Fels im Frankenjura
Im griechischen Sinterparadies Leonidio
Klettern in Kroatien auf der Insel Hvar
Die Cliff Base in Kroatien
Kletterspaß im kroatischen Paklenica
Klettern im französischen Opierre
Die Felsmauer von Ceüse - Frankreich

Erste Klettererlebnisse in Österreich

Die Alpenrepublik Österreich ist für Klettererlebnisse prädestiniert. Aber auch mitten in den Alpen scheint die Sonne, besonders intensiv auf den Bergen. Hier ist in guter Sonnenschutz Voraussetzung, um keine bleibenden Schäden zu riskieren. Nach einem Sonnenbrand kommt es darauf an, die Verbrennungen schnell zu behandeln.

Bei Verbrennungen dritten Grades muss ein Arzt aufgesucht werden. Anzeichen sind starke Schmerzen und eine sich komplett ablösenden haut. Auch Übelkeit, Fieber oder Kreislaufprobleme sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Für weniger starke Verbrennungen hält die Apotheke zahlreiche Produkte parat, welche Feuchtigkeit spenden und die Entzündung hemmen.

Am besten ist es jedoch, sich vor dem Sonnenbrand gut zu schützen. Dann steht auch in Österreich einem schmerzfreien Panoramablick vom Gipfel nichts im Weg. Im ganzen Land gibt es Klettermöglichkeiten für Anfänger, etwa im Maltatal in Kärnten, das zu den felsreichsten Tälern der Ostalpen gehört.

25 Sportklettermassive mit gut 350 Routen gibt es hier. Hinzu kommen vier Bouldergebiete. Der größte und beliebteste Klettergarten ist die Kreuzwand, die sich auch für das Klettern mit Kindern eignet. Ein reines Anfänger- und Familienklettergebiet ist die kleine Seenplatte, die über neun Routen verfügt und an der Malta-Hochalmstraße liegt.

Ebenfalls in Kärnten befindet sich der Klettergarten Kanzianiberg, der am Faaker See liegt. Er ist das größte Areal für Kletterer in Österreich. Es gibt 300 Routen für Sportkletterer und zahlreiche versicherte Klettersteige. Für Einsteiger eignet sich die Alte Südwestwand.

Klettern im Salzachtal

Im Salzburger Salzachtal gibt es Klettermöglichkeiten für Anfänger und Familien bis hin zu den Profis. Im Zentrum liegt die Gemeinde Weißbach bei Lofer. Die Loferer und Leonganger Steinberge bieten Routen für jedes Niveau, sei es eine spielerische Kraxelei oder anspruchsvolles Sportklettern.

Allein Weißbach zählt über 700 Kletterrouten. Dabei bewegen sich die Bergsteiger im Kalkgestein. An der Weißbacher Platte gibt es eine Route im Schwierigkeitsgrad 3b. Der Klettergarten Brechlplatte wartet mit acht Routen auf, die ein Level zwischen 3a und 5c aufweisen. Außerdem gibt es Klettersteige wie die Zahme Gams. Dort heißt es, 110 Höhenmeter in etwa einer Stunde zu bewältigen. Wer eine sportliche Herausforderung sucht, nimmt die Wilde Gams.

Klettern in Europa

Überall gibt es in Europa Klettergebiete, die nicht nur in einer reizvollen Umgebung liegen. Sie bieten häufig auch Neulingen und Familien gute Bedingungen.

In Österreich gibt es noch einige weitere Klettergebiete. Zu Ihnen gehört das Zillertal, das allein über 600 Routen im Klettergarten besitzt. Ein idealer Ort ist die Ferienregion Mayrhofen-Hippach, in der beispielsweise der Klettergarten Himmelsleiter ideale Bedingungen für Einsteiger bietet.

Selbst in Wien, besser gesagt 40 Minuten Autofahrt vor den Türen von Wien, wartet eine Herausforderung für jedes Niveau. Die Hohe Wand ist wegen ihres schönen Panoramas und Ihrer Abwechslung beliebt. Über 1.000 verschiedene Routen an imposanten Steilwänden warten auf die Bezwingung.

Auch in den Schweizer Alpen finden Anfänger interessante Herausforderungen. Eine ist der Klettergarten Widerstein auf der Mettmenalp im Kanton Glarus. Zu den Felsblöcken führt eine Wanderung, die etwa 45 Minuten dauert. Daneben gibt es im ältesten Wildschutzgebiet der Schweiz die Möglichkeit, Tiere zu beobachten und mitten in der Natur zu baden. Wer etwas Besonderes sucht, nimmt am Packziegen-Trekking teil.

Auch die Zentralschweiz eignet sich bestens zum Klettern, etwa in Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden. Das Boni-Felsband bietet gut 140 knackige Routen, von denen einige auch für weniger geübte Kletterer geeignet sind. Bei Wandhöhen von 10 bis 60 Meter überzeugen die Felsen durch ihren Variantenreichtum. Sie sind perfekt abgesichert und eignen sich bestens für das Familienklettern.

Ähnliche Vorzüge bieten die Klettergärten um Ponte Brolla am Eingang zum Maggiatal. Ein Klettergebiet ist Torbeccio bei Avegno, das über ziemlich idyllische Wege erreichbar und ebenfalls gut gesichert ist.

Bergsteigen bei unsern östlichen Nachbarn

Auch in Osteuropa gibt es zahlreiche Klettergebiete, die auch für Anfänger und Familien interessante Angebote bereithalten. Die Böhmische Schweiz gilt wie die Sächsische Schweiz eher zu den herausfordernden Gebieten. Möglichkeiten für weniger geübte Kletterer bietet in der Tschechischen Republik hingegen Srbsko, das südwestlich von Prag liegt. Hier gibt es 779 Routen, die im Niveau von sehr leicht bis extrem herausfordernd reichen.

Wenig anspruchsvoll ist auch der Perštejn, der am Fuße des tschechischen Erzgebirges liegt. Die Felsen stehen idyllisch direkt an der Eger. Roviště liegt wunderbar an der Moldau. Die Granitfelsen bieten vor allem ambitionierten Kletterern Herausforderungen in einer wunderschönen Landschaft. Aber auch Anfänger kommen hier auf ihre Kosten.

In Polen gilt das Jura als das beste Klettergebiet, das Routen für alle Schwierigkeitskategorien besitzt. Die Kalkfelsen liegen zwischen Krakau und Czestochowa im Süden des Landes. Im Bolechowice-Tal stehen fünf Kalkfelsen mit 108 Routen, von denen einige auch für Anfänger geeignet sind. Im nördlichen Jura liegt Podlesice, das sich einen guten Namen als Zentrum des Klettersports gemacht hat. Eine große Zahl an Felsen bietet in der Umgebung viele interessante Routen für jeden Anspruch.

In der Slowakei lädt nicht nur die Hohe Tatra zum Bergsteigen ein. Im Nordwesten liegen die Súľovské vrchy, die Höhen von Súľov. Das kleine Gebiet eignet sich am besten für fortgeschrittene Kletterer, bietet aber auch einige einfachere Routen. Im Rajecká-Tal warten einige Felsen mit unterschiedlichen Anforderungen. Die Gegend befindet sich südlich von Žilina.

Klettern in Südeuropa

Gelegenheiten zum Klettern gibt es überall in Europa. In vielen Gebieten finden auch ungeübte Bergsteiger Möglichkeiten, Gipfel zu erklimmen und den Ausblick zu genießen. Auch Einsteiger finden Gelegenheiten, im Urlaub eine schöne Klettertour zu machen. Die Klettergebiete befinden sich teilweise in den schönsten Ferienregionen, wie zum Beispiel auf der Insel Sardinien.

Auf der Mittelmeerinsel locken nicht nur weiße Strände und türkisfarbenes Wasser, sondern auch fast 4.000 Kletterrouten. Manche Felsen stehen direkt am Strand oder lassen ein spektakuläres Klettern über dem Wasser zu. Die Cala Gonone liegt in einer reizvollen Landschaft im Osten Sardiniens und gilt als idealer Ort für traumhafte Bergtouren.

Nicht vergessen sollten Urlauber einen effektiven Sonnenschutz. Gerade auf den Bergen droht sonst ein Sonnenbrand. Wen es erwischt hat, sollte die Haut schnell behandeln. Wirkstoffe wie Aloe Vera, Zink, Vitamin E oder Arnika lindern die Auswirkungen.

Sehr sonnig ist es auch am Gardasee, wo um Arco nicht nur ideale Bedingungen zum Surfen oder Mountainbiken herrschen. Eine fantastische Aussicht haben Kletterer immer gratis dazu.

Das kroatische Rovinj ist auch ein Kletter-Traum von einem Städtchen am Meer. Fast 150 Kletterrouten liegen direkt am Meer. Viele Aufstiege sind leicht zu bewältigen.

Ein griechisches Kletterparadies ist Kalymnos. Hier suchen ambitionierte Bergsteiger ihre Herausforderung, aber auch Freizeitkletterer finden ihren Spaß.

Eines der größten Klettergebiete Spaniens liegt im Süden. El Chorro verfügt über mehr als 2.000 Routen. Mehr als 300 Tage im Jahr lacht die Sonne, was eine schöne Aussicht vom Gipfel erwarten lässt. Übrigens, die Region ist eine ideale Winterdestination, denn im Sommer ist es hier für ernsthaften Sport zu heiß. Wer das Bergsteigen erlernen möchte, findet in der Region zahlreiche Kletterschulen.

Fazit

Wer Urlaub in den Bergen machen und dabei auf Gipfel klettern möchte, findet in ganz Europa zahlreiche Möglichkeiten. An vielen Orten warten auch Kletterschulen, um das Handwerk der Bergsteigerei richtig zu erlernen.

Eins sollte jeder Bergsteiger beherzigen: den Respekt vor dem Berg. Er lässt sorgt dafür, dass man auch wieder sicher auf den Boden zurückkehrt und bald den nächsten Gipfel erklimmen kann. Auch einfache Routen können ihre Tücken haben und bei Unachtsamkeiten schmerzvolle Erfahrungen bescheren.



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