In der Route Mindset an der Antersasc Ostwand (c) Simon Gietl In der Route Mindset an der Antersasc Ostwand (c) Simon Gietl
04 Oktober 2026

Simon Gietl eröffnet in einer Woche drei alpine Klettertouren im Antersasc Tal!

Dem Südtiroler Alpinisten und Bergführer Simon Gietl gelingen mit Klaus Gruber, Michael Stadler und Dani Arnols zwischen 29. August und 5. September 2026 drei Erstbegehungen in den Dolomiten.

Den Auftakt machte am 29. August die Route „Offline“ am Freitagsturm. Gemeinsam mit Klaus Gruber eröffnete Gietl eine 220 Meter lange Linie entlang der Nordwestkante im Schwierigkeitsgrad 8+. Fünf Tage später folgte mit Michael Stadler „Mindset“ (8+/9-) an der Ostwand des Antersasc. Bis auf drei Meter konnte Gietl die beeindruckende Linie im Vorstieg selbst erschließen. Die Seilschaft beließ lediglich einen Zwischenhaken sowie fünf Standhaken an zwei Ständen.

„Über eine Stunde lang hing ich in der Schlüssellänge, bis mir schlussendlich die Kraft ausging und ich mich im Seil hängend wiederfand“, berichtet Gietl. Nach einer Pause gelang die Vollendung der Route. Die beiden waren überrascht von der hervorragenden Felsqualität: „Wir konnten kaum glauben, dass diese Wand noch komplett jungfräulich war.“

Noch beim Abstieg entdeckte Gietl im rechten Wandteil einen weiteren markanten Pfeiler. Bereits am folgenden Tag kletterte er mit Klaus Gruber „Offline“ rotpunkt. Keine 24 Stunden später eröffnete er gemeinsam mit dem Schweizer Alpinisten Dani Arnold am Nordpfeiler des Antersasc die dritte neue Linie: „Schmetterling“ (7+).

Die Erstbegeher beschreiben die Route als „superschöne Linie“ mit überwiegend kompaktem, gutem Fels und nur wenigen kurzen schwierigeren Passagen. „Ich fühlte mich wie in einem Märchenland, als ich dieses Tal betrat. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte.“

Infos für Wiederholer: Alle drei Touren sind relativ leicht erreichbar – rund 20 Minuten mit dem E-Bike und anschließend 30 Minuten zu Fuß. Die Routen wurden allesamt traditionell von unten eröffnet. Sämtliche geschlagenen Haken wurden belassen; für eine bessere Absicherung werden zusätzlich zwei Sätze Totem-Cams empfohlen. Bei „Offline“ ist der Fels in den beiden schwierigen Seillängen allerdings brüchig.

Quelle: Simon Gietl



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