Pistenraupen am Seil sind eine ernstzunehmende und oft auch unberechenbare Gefahr.
12 März 2010

Skitourengehen auf Skipisten

Immer beliebter aber nicht ganz unproblematisch – das Skitourengehen auf Skipisten.

Derzeit ein stark wachsender Trend - Tourengeher stürmen die meist durch Schneekanonen gut beschneiten Skipisten. Auch wenn der Liftbetrieb noch nicht begonnen hat bzw. nach Betriebsschluss der Lifte muss man auf die Pistenraupen achten.

Stahlseil der Pistenraupe als Gefahr!

Die durch die Schneekanonen entstandenen Schneehügel werden von den Pistenraupen in nicht beschneite Teile der Skipiste geschoben – bei diesem Vorgang hängen die Pistenraupen oft an einem Stahlseil.

Dieses Seil kann - wenn man es übersieht – zu großen Verletzungen führen, da es in der Regel in Bewegung ist (je nachdem welche Richtung die Pistenraupe gerade einschlägt). Es kommt auch vor, dass man gar keine Pistenraupe wahrnimmt und trotzdem ein Seil auf der Piste liegt. Der Abstand Raupe seil kann bis über 100 Meter betragen.

Skitourengehen bei Pistenbetrieb

Wenn die Lifte geöffnet haben ist die Gefahr der ans Seil gehängten Pistenraupe meist nicht akut, es sind aber ein paar andere Dinge beim Aufstieg auf der Piste zu beachten.

Skipisten stehen in erster Linie den Nutzern der Seilbahnen und Lifte zur Verfügung. In einigen Bundesländern liegen spezielle gesetzliche Regelungen vor bzw. ist teilweise für den Aufstieg auf der Piste schon eine Gebühr zu entrichten (die auch oft in Form von einer Tourengeher-Parkgebühr eingehoben wird).

Aufstiege und Abfahrten erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung. Da es in jüngster Zeit immer mehr Probleme beim Begehen von Skipisten gibt, bitten wir, die folgenden Hinweise zu beachten. Vor allem Punkt 2. (nur am Pistenrand und nicht nebeneinander aufsteigen) und Punkt 4. (keine gesperrten Pisten begehen) werden derzeit nur von sehr wenige Pistentourengehern beachtet.

Regeln für das Skitourengehen auf Skipisten

1. Aufstiege und Abfahrten erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

2. Aufstiege nur am Pistenrand vornehmen (FIS-Regel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. Auf den Skibetrieb achten.

3. Besondere Vorsicht vor Kuppen, in Engpassagen, Steilhängen, bei Vereisung und beim Queren der Pisten. Keine Querung in unübersichtlichen Bereichen.

4. Keinesfalls gesperrte Pisten begehen. Lokale Hinweise und Routenvorgaben beachten.

5. Größte Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten. Bei Einsatz von Seilwinden sind die Skipisten aus Sicherheitsgründen gesperrt. Es besteht Lebensgefahr!

6. Frisch präparierte Skipisten nur in den Randbereichen befahren.

7. Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, achten. Keine Skitouren in Skigebieten durchführen, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind.

8. Skitouren nur bei genügend Schnee unternehmen. Schäden an der Pflanzen- und Bodendecke vermeiden.

9. Rücksicht auf Wildtiere nehmen. Bei Dämmerung und Dunkelheit können Tiere empfindlich gestört werden. Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.

10. Regelungen an den Parkplätzen sowie Parkgebühren respektieren. Umweltfreundlich anreisen.

Webtipp: Der DAV hat Infos über örtliche Regelungen zusammengestellt: mehr

Pistenraupen am Seil sind eine ernstzunehmende und oft auch unberechenbare Gefahr.
Das Seil kann über 100 m lang sein, nicht immer sieht man es so gut wie hier auf dem Foto
Skitourengehen auf Skipisten ist derzeit ein Reizthema bei den Liftgesellschaften.
Nur am  Pistenrand aufsteigen (FIS-Regel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander (so wie auf diesem Bild) gehen.
Ein Pistengerät und ein unsichtbarer Tourengeher – eine fast tödliche Kombination.
Der Aufstieg mit Tourenski ist dem Aufstieg zu Fuß sehr ähnlich...
Skitourengehen auf Skipisten


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