Der neue Wall Rider mit MIPS
25 September 2019

Test Mammut Wall Rider mit und ohne MIPS

Das Team von Bergsteigen.com hat seit 2018 bzw. 2019 zwei Helme Mammut Wall Rider in Verwendung und sich die Unterschiede genau angeschaut.

 

Bergsteigen.com-Praxistest

Das Team von Bergsteigen.com hat seit 2018 bzw. 2019 zwei Helme von Mammut in der Größe 56 - 61 cm in Verwendung. Einen Wall Rider in Orange und einen Wall Rider MIPS in Weiß. Äußerlich sehen die Helme mit Ausnahme der Farbe fast identisch aus. Der Unterschied steckt mit MIPS (Multi-directional Impact Protection System) unter der Schale.

Die Ausstattungen im Detail:

  • EPP-Kern kombiniert mit einer partiellen Hartschale
  • Ergonomische Innenform mit angenehmer Polsterung
  • Große Belüftungsöffnungen für gute Luftzirkulation und Wärmeabfluss
  • Minimalistisches und dadurch ultraleichtes Einstellsystem
  • Durchgehendes, voll verstellbares Kinnband für optimalen Halt
  • Zwei Clips an der Front und eine Gummilasche an der Rückseite zur Fixierung einer Stirnlampe
  • Patentierten MIPS-Technologie (nur Wall Rider MIPS)

Wie tragen sich die Helme?

Die Helme sind mit 235 g (Wall Rider) bzw. 258 g (Wall Rider MIPS) echte Leichtgewichte (Werksangabe 195 g bzw. 225 g). Durch die ergonomische Passform und eine angenehme Polsterung sitzen die Helme sehr bequem. Die großzügigen Belüftungsöffnungen sorgen auch an heißen Tagen für einen kühlen Kopf. Für einen perfekten Sitz sorgen die hervorragende Passform und die individuell verstellbaren Einstellsysteme. Zwei Clips und eine Gummilasche fixieren außerdem eine Stirnlampe zuverlässig auf dem Helm.

Der neue Wall Rider mit MIPS
Gummilasche an der Rückseite zur Fixierung einer Stirnlampe
Das innovative MIPS-System
Funktionsweise des MIPS-Systems
Der herkömmliche Wall Rider in Farbe "Surf"
Auch der herkömmliche Wall Rider hat die Gummilasche an der Rückseite
Das Innenleben der beiden Helme im direkten Vergleich (rechts mit MIPS).
Mit dem neuen Wall Rider mit MIPS auf einem Klettersteig im Toten Gebirge (Foto: Ronald Plasser).
Mit dem neuen Wall Rider mit MIPS auf einem Klettersteig in den Dolomiten (Foto: Ronald Plasser).
Das neue Wall Rider Modell mit dem MIPS-System.
Beim Klettern mit dem  Mammut Wall Rider in den Dolomiten
Durch die ergonomische Passform und eine angenehme Polsterung sitzen der Wall Rider sehr bequem.
Auf bei Klettersteigtouren ist der Mammut Wall Rider der perfekte Begleiter.
Unachtsamer Umgang führt leicht zu Beschädigungen des MIPS-Systems

Wie ist die Material- und Verarbeitungsqualität der Helme?

Die Material- und Verarbeitungsqualität ist - wie von Mammut gewohnt - einwandfrei. Der Übergang von der Helmschale zur äußerst Hartschale ist exakt und passgenau ausgeführt. Unsanfte Felskontakte haben bisher kaum Spuren in der Hartschale hinterlassen. Zu beachten ist allerdings, dass das filigrane MIPS-System empfindlich für Beschädigungen ist. Um Platz im Rucksack zu sparen, haben wir den Hohlraum des Helms bei einer Tour mit anderen Ausrüstungsgegenständen gefüllt. Diese haben sich bei der Entnahme des Helms aus dem Rucksack verhakt und das MIPS-System beschädigt. Also besser nur weiche Gegenstände in den Helm stopfen und nicht mit Gewalt den Helm aus dem Rucksack holen.

Zusatzfeature MIPS

Das multidirektionale Aufprallschutzsystem MIPS ist eine Technologie, die ein Verschieben des Helms relativ zum Kopf ermöglicht und so einen besseren Schutz des Gehirns vor Rotationsbewegungen durch einen seitlichen Aufprall bietet. MIPS wurde von biomechanischen Spezialisten am Royal Institute of Technology (KTH) in Stockholm, Schweden, entwickelt. MIPS ist eine Form der Gleitflächentechnologie, d.h. ein MIPS-Helm besteht aus zwei Schichten, die sich gegeneinander drehen und die Rotation der hirneigenen Zerebrospinalflüssigkeit nachahmen, die der natürliche Schutz des Körpers gegen schräge Stöße ist. Die Außenschicht des Wall Rider MIPS besteht aus dem gleichen stoßdämpfenden EPP-Kern wie beim herkömmlichen Wall Rider. Sie ist über ein elastomeres Befestigungssystem mit einer reibungsarmen Innenschicht verbunden, die auf dem Kopf des Bergsteigers ruht. Bei einem Sturz absorbiert die Außenschale des MIPS-Helms den linearen Stoß, während sich die Innenschicht ein paar Millimeter dreht und den Rotationsstoß absorbiert. Diese kleine Drehung der Innenschicht gegenüber der Schale führt zu einer signifikanten Reduzierung der Kräfte auf das Gehirn, was die Wahrscheinlichkeit von Gehirnerschütterungen und anderen Hirnverletzungen reduziert.

Was hat uns am besten bzw. am wenigsten gefallen?

Plus: Begeistert hat uns der Tragekomfort der unglaublich leichten Helme. Man spürt gar nicht, einen Helm am Kopf zu haben.

Minus: Schade, dass das MIPS-System so empfindlich ist und wir es durch eine kleine Unachtsamkeit bereits beschädigt haben.

Fazit bergsteigen.com: Nach einigen Monaten bzw. über einem Jahr Intensiveinsatz können wir die beiden Helme nahezu uneingeschränkt empfehlen. Ob einem das Plus an Sicherheit durch das MIPS-System einen Aufpreis von € 80 wert sind, muss jeder selbst für sich entscheiden.

Webtipp:  Mammut


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