Ryan Graney in der ersten Seillänge der Freeroute (7a+) ; Foto Florian Bub
10 März 2008

Totem Pole Highline

Hans Hornberger und Ryan Graney begehen erstmals die Hightline am Totem Pole in Tasmanien.

Ryan Graney aus Süd-Australien lud mich ein mit ihm in Tasmanien am Totem Pole eine Highline zu spannen. Zwischen Weihnachten und Silvester letzten Jahres war es dann soweit.

Wir trafen uns am 26.12 in Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens. Zusammen fuhren wir dann zum Fortescue Bay wo wir auf dem Campingplatz das Material und die Verpflegung für 4 Tage auf unsere Rucksäcke verteilten. Am nächsten Tag ging es mit 40kg am Rücken 2 Stunden lang durch den traumhaften Tasman National Park bis zum Totem Pole. Um uns vom anstrengenden Tragen zu erholen, richteten wir erst einmal unser Lager für die nächsten Tage ein. Mit frischen Kräften machten wir uns dann an die Begehung des Totem Poles.

Totem Pole

Der Totem Pole ist 65 Meter hoch und ist über zwei Seillängen zu erklettern (1. SL: 7a+, 25m; 2. SL: 7b, 40 m). Das Besondere der ersten Seillänge, ist dass nur die Bohrdübel vorhanden sind. Man muss also erst eine Hakenlasche über den Dübel legen, bevor man klicken kann.

Zuerst seilt man sich bis auf gleiche Höhe des ersten Hakens ab, schwingt zum Fuß des Granitzapfen rüber um dann eine kleine Leiste zu erreichen, von der aus man den ersten Haken klickt.

Damit hatten wir keine großen Probleme und Ryan machte sich von den brüllenden Seelöwen angefeuert an die erste Seillänge. Da Ryan ein paar Monate zuvor an der Schulter operiert wurde, wurde das Klettern zur Schlüsselstelle unseren ganzen Projektes.

Deutlich erleichtert kamen wir schließlich oben an und begannen sofort mit dem Aufbau der Highline. Weitere zwei Stunden später war die Highline gespannt. Wir allerdings waren zu erschöpft, um einen ernsthaften Versuch zu wagen.

Highline onsight

Am nächsten Tag zwang uns starker Wind dazu, bis Mittags im Lager liegen zu bleiben. Voller Motivation machte sich Ryan dann fertig für eine Begehung.. Nach nur einem Fehlversuch gelang es Ryan die 18 Meter lange Highline zu überqueren. Schnell waren alle Strapazen, die wir hatten, vergessen. Er war überglücklich und setzte sich auf den Totem Pole um mir zuzusehen. Überaschenderweise gelang es mir die Highline onsight zu gehen. Ein Traum war für uns in Erfüllung gegangen.

Noch einmal

Wir genossen die nächsten zwei Tage in absoluter Einsamkeit und konnten uns ungestört auf der Highline austoben. Am Ende des dritten Tages machten wir uns vollkommen erfüllt und zufrieden an den Abbau der Line. Das ging im Vergleich zum Aufbau blitzschnell, denn wir mussten nur die Anker durchschneiden.

Fünf Minuten, nachdem wir den Anker durchgeschnitten hatten, kam Simon Carter um die Ecke und fragte uns, was wir hier so machten. Er ist derjeniege, der den Totem Pole mit seinen einzigartigen Aufnahmen so bekannt gemacht hat. Wir erzählten ihm von unserer Aktion und es dauerte nicht lang, dass er uns fragte ob wir die Line nochmal aufbauen könnten. Er würde gerne ein paar Fotos davon machen.

Wir mussten nicht lange überlegen und machten uns wieder an den Aufbau.

Text: Hans Hornberger, Fotos: Florian Bub und Hans Hornberger

Weitere Fotos von Simon Carter sind unter folgendem Link zu finden: www.onsight-photography.com

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Petzl unterstützt in Hinkunft die Projekte von Hans Hornberger

Ryan Graney in der ersten Seillänge der Freeroute (7a+) ; Foto Florian Bub
Ryan Graney in der zweiten Seillänge der Freeroute (7b); Foto Florian Bub
Ryan Graney in der zweiten Seillänge der Freeroute (7b) ; Foto Florian Bub
Ryan Graney und Hans Hornberger am Totem Pole
Morgenstimmung am Totem Pole; Foto Hans Hornberger
Ryan Graney während der Erstbegehung; Foto Hans Hornberger
Hans Hornberger ;  Foto Ryan Graney
Hans Hornberger auf der Highline; Foto: Simon Carter (www.onsight.com.au)
Hans Hornberger; Foto Ryan  Graney
Hans Hornberger ; Foto Ryan Graney
65 Meter Luft unter den Füßen; Foto Hans Hornberger
Ryan Graney ; Foto Hans Hornberger
Hans Hornberger genießt den Sonnenuntergang am Totem Pole
Ryan Graney in der ersten Seillänge der Freeroute (7a+); Foto Florian Bub


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