Michi Maili in der Voie Verdon (c) Martin Meieregger
22 April 2021

Voie Verdon

Michi Maili gelingt eine seltene Wiederholung dieser kühnen Grazer Bergland Tour

 Ein Jugendtraum geht in Erfüllung!

Die Route Voie Verdon wurde 1986 von den Gebrüdern Ernst und Roman Gruber Erstbegangen. In typischer Gruber Manier hinterließen sie damals ein weiteres Masterpeace in ihrem Heimatgebiet.  Die Route führt durch den Nordpfeiler am Röthelstein im Grazer Bergland, und gilt als anspruchsvolle alpin Route. Die Voie Verdon wurde von einigen Kletterern versucht, aber nur von den Erstbegeher selbst wiederholt. Dann sollte es 35 Jahre bis zur nächsten Wiederholung dieser sagenumwobenen Tour dauern. 

Der Name erfüllt sein Versprechen. Man muss von oben abseilen, um in die Route zu kommen, was dieser Route ihren einzigartigen Charakter schenkt. Auf 4 Seillängen wurden 9 Bolts und 4 Schlagehacken angebracht. Steil, nicht ganz sauber und für das Grazer Bergland ganz schön luftig präsentiert sich die Linie ganz oben an der Röthelstein Nord&West Wand. 

Man könnte sagen die Linie ist der kleine Bruder der „Drachenblut 8a Trad“ , nicht ganz so schwer aber mit viel größerem Ambiente.

Was letztlich für mich auch ausschlaggebend war um die Route zu versuchen und die Erste Fremdwiederholung zu machen. Faszinierend ist für mich bei so einem Versuch auch immer der moralische und ethische Kletteraspekt. Ich wollte alles belassen und die Route so gut wie möglich sauber zu wiederholen. Der Einsatz von modernen Offset Keilen und Friends ist sicherlich ein Vorteil heutzutage. Allerdings sind einige Runouts zwingend zu klettern, was den Charakter der Route ausmacht.


Text: Michael Maili

Michi Maili in der Voie Verdon  (c) Martin Meieregger
Michi Maili in der Voie Verdon  (c) Martin Meieregger
Michi Maili in der Voie Verdon  (c) Monika Mehlmauer
Michi Maili in der Voie Verdon  (c) Monika Mehlmauer
Michi Maili in der Voie Verdon  (c) Monika Mehlmauer
Michi Maili in der Voie Verdon  (c) Martin Meieregger

Nach 3 Tagen in der Wand wollte ich ursprünglich die Route im Ropesolo klettern, was ich auch in der ersten Seillänge machte. Allerdings stellte sich in der ersten Schlüssellänge 7a schnell heraus das ich einfach zu wenig vertraut mit dieser Technik war. Schlußentlich hatte ich den Durchstieg  dann meiner Kollegin Monika Mehlmauer zu verdanken diese mit mir einige Zeit in der Wand verbrachte und mich sicherte. Die 4. Seillänge war für dann eigentlich die Crux. Ein Bilderbuch Riss der einen voll abdrängt und einige schlechte Reibungsstellen aufweist. Die Runouts tragen dann auch noch Ihren Teil dazu bei. 

Im Großen und Ganzen bin glücklich wieder ein wenig „back in the game“ zu sein. Das Jahr 2020 war ein verletzungsreiches Jahr für mich, aber Motivation ist anscheinend noch immer die größte Triebfeder in meinem Kletterleben. 

Schwierigkeiten 6a+ / 7a / 6b / 6c+

Offset Keile und Camelots von 0,75 bis 3


Routeninfo: Voie Verdon - Röthelstein Nord

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