Peter Habeler mit 25 und mit 77 Jahren; Foto links Otti Wiedmann; Foto rechts Archiv Peter Habele
28 September 2021

Die wilden Alten

Zehn Extrembergsteiger – ein Leben lang am Limit

Berge üben seit jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus und Klettern zählt zu den Grundformen menschlicher Bewegung, was an den Bewegungsvorlieben von Kindern leicht zu erkennen ist. Allerdings schrumpft die Personengruppe, die Klettern im vorgerückten Erwachsenenalter oder gar in hohem Alter noch ausübt, beträchtlich. Besonders letztere haben einerseits die mit dem Bergsteigen verbundenen Gefahren mehr oder weniger wohlbehalten überstanden und andererseits die dafür notwenigen Fertigkeiten aufrechterhalten.

Ulrich Remanofsky beschreibt in seinem neuesten Buch zehn ganz außerordentliche Bergsteigerpersönlichkeiten, die ihr gesamtes Leben lang überdurchschnittliche Touren unternommen haben..

Bernd Arnold, Peter Habeler, Oswald Oelz, Claude Remy, Marcel Remy, Yves Remy, Pit Schubert, Walter Spitzenstätter, ManfredSturm und Otti Wiedmann

Einst gehörten sie zu den Großen ihrer Zunft. Einige von ihnen - wie Peter Habeler - schrieben sogar Alpingeschichte, als er, zusammen mit Reinhold Messner, am 8. Mai 1978 den Gipfel des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff erreichte.

Bernd Arnold war zwar in seiner Heimat, dem Elbsandsteingebirge, lange Zeit in der «vernagelten Welt» der DDR von der Entwicklung des internationalen Bergsteigens abgeschnitten, er schob aber in den heimischen Felsen die Grenzen des damals Menschenmöglichen weit hinaus.

Pit Schubert war nicht nur einer der ersten, der die drei großen Nordwände der Alpen durchstieg, er trug mit seinen Untersuchungen und zahlreichen Publikationen erheblich dazu bei, das Bergsteigen ein gutes Stück sicherer zu machen.

Und heute? Noch immer gehen die Protagonisten dieses Buches ihrer Leidenschaft, dem Klettern und Bergsteigen nach, nicht selten in hohen Schwierigkeitsgraden. Dabei zeichnete sich ein weiteres Mal Peter Habeler aus, als er im März 2017 als fast 75-Jähriger die Eiger-Nordwand durchstieg.

Und der 98-Jährige Schweizer Marcel Remy (Jahrgang 1923) klettert noch immer im VI. Schwierigkeitsgrad. Sein Beispiel zeigt zudem, dass auch große gesundheitliche Probleme – u.a. zwei Hüftprothesen und ein Herzschrittmacher – nicht unbedingt ein Hindernis sein müssen, um auch weiterhin seiner Bergleidenschaft nachzugehen.

Marcel Remy in einer Route (5 c) in St. Loup, Foto Archiv Remy
Peter Habeler mit 25 und mit 77 Jahren; Foto links Otti Wiedmann; Foto rechts Archiv Peter Habele
Kurt Albert, Bernd Arnold und Lynn Hill im Elbsandsteingebirge; Foto Archiv Bernd Arnold
Der 65-jährige Bernd Arnold am Totem Pole, Fotos Archiv Bernd Arnold
Die Schubertführe (Nr. 3) in der Südwand des Piz de Ciavazes (in halber Wandhöhe das Gamsband); Foto Archiv Pit Schubert
Yves Remy in der Route „Motörhead“, 6 b, Eldorado, Grimselgebiet; Foto Claude Remy
Bernd Arnold links auf der Höhe seines Könnens (1985) und als 71-Jähriger, Fotos Archiv Bernd Arnold

Über den Autor

Ulrich Remanofsky, Jahrgang 1943, dreißig Jahre lang als leitender Mitarbeiter im Goethe-Institut Lyon tätig. Als junger Mann Alroundbergsteiger mit einer Vorliebe für Eiswände in den West- und Ostalpen, heute leidenschaftlicher Klettersteiggeher, Bergwanderer und Skitourengeher mit dem Motto: Wenn ich in den Bergen bin, bin ich glücklich.

Vom gleichen Autor im Alpinverlag erschienen: „Wen die Götter lieben, Schicksale von elf Extrembergsteigern“ und „Der schmale Grat, Dramen am Berg“

Das Buch:

Die wilden Alten

Ulrich Remanofsky

224 Seiten

Format 21,0 x 14,5 cm,

zahlreiche SW-Abbildungen,

darunter viele Originalfotos

ISBN: 978-3-902656-30-8

EAN: 9783902656308

Preis: 12,90 Euro

Onlinebestellung (portofrei)



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