Noch mal schön zu sehen die Nanotech-Frontzacken (rechts).
22 Januar 2019

Test Camp Skimo Tour und Skimo Nanotech Steigeisen

Wir haben uns das neue, sehr leichte Skitourensteigeisen Skimo Tour genauer angeschaut …

Gleich mal vorweg – wir haben uns für das Skimo Tour deshalb interessiert, weil es sowohl mit Körbchen (Semi) also auch mit neuartigem Vorderverschluss (statt einem Bügel - Automatic) zu haben ist. Und das beste an der Sache, man kann das Steigeisen relativ einfach umbauen und es so im Winter für Skitouren und in der Übergangszeit für Bergtouren mit Schneeberührung verwenden.

Es gibt zwei unterschiedliche Versionen – das Skimo Tour und das Skimo Nanotech. Der Unterschied ist recht einfach erklärt: Beim Nanotech sind an den beiden Frontzacken Stahlelemente angefügt. Mit diesen beiden Stahlspitzen hat man vor allem auf Blankeis deutlich mehr Halt als mit den Aluspitzen. Die Stahlspitzen sind auch langlebiger und besser nachzuschleifen. Der Preis- und Gewichtsunterschied ist nur gering, also besser gleich zum Skimo Nanotech greifen.

Camp hat das Orange Tour 350 Steigeisen gehörig weiterentwickelt. Der Verstellschlitten lässt sich viel genauer justieren und ohne Werkzeug bedienen (verstellen). Die Schnalle am Verschlussriemen ist besser zu bedienen (Schließen und Öffnen). Der Kipphebel hinten macht eine solideren Eindruck und lässt sich zusätzlich verstellen. Die Zackenform wurde hinter den Frontzacken geändert, es gibt eine kleine „Doppelzacke“.

Wir waren echt erstaunt, wie gut sich sowohl die Version mit dem neuen T-Stop Fixierungssystem (das rote kleine Plastikteil, das bei der Skischuhkante vorne wie eine Skibindung einrastet) als auch die Körbchenversion (es gibt ja auch Skischuhe, die vorne keine Bügelaufnahme haben, z.B. einige Modelle von Dynafit) anziehen ließen. Sicher, wir machen das mit Steigeisen nicht zum ersten Mal, aber meist ist bei neuen Modellen am Anfang der Wurm drinnen, das war aber beim Camp Skimo Steigeisen definitiv nicht so.

Das Camp Skimo Nanotech (Semi) Steigeisen.
Bei Skischuhen ohne vordere Kante ist das Semi-Steigeisen perfekt. Es hält natürlich auch auf Skischuhen mit Vorderkante.
Die Automatikversion des Skimo Tour Steigeisen.
Der Vergleich - links das Skimo Tour und rechts das Skimo Nanotech mit den Stahlfrontzacken.
Auf Eis ist man mit den Nanotech-Zacken natürlich im Vorteil.
Die gleiche Stelle mit den Aluzacken des Skimo Tour Steigeisens.
Noch mal schön zu sehen die Nanotech-Frontzacken (rechts).
Das neue T-Stop Fixierungssystem - man kann es ganz leicht auf die Semi-Veriante (für Leichtbergschuhe) umrüsten.
Bei heiklen Gipfelaufstiegen ist ein leichtes Steigeisen immer von Vorteil.
Geliefert werden die Camp Skimo Steigeisen in einem robusten, kleinen Beutel.
Das Skimo Nanotech Semi passt auch perfekt auf einen Leichtbergschuh (ohne Bügelkante vorne).
Leicht, solide produziert und eine gut durchdachte, vielseitig einsetzbare Konstruktion - ein Top-Gear Produkt.
Statt dem Mittelsteg kann man auch ein Dyneemaband verwenden (Band gibt es optional).
Das Skimo Nanotech Automatik wiegt 478 Gramm.
Das Skimo Nanotech Semi (Körbchenversion) wiegt 552 Gramm.
Die Bügel gibt es optional, so kann man das Automatik schnell in ein Skimo Semi umbauen.

Das T-Stop Fixierungssystem ist quasi ein auf das Steigeisen geschraubter Ansatzteil, der eine Skibindung simuliert. Dafür haben die Skimo-Modell vorne einen in die Höhe stehenden, kleinen Metallsteg. Das rote Plastikteil kann man mit einem Torx-Schlüssel schnell entfernen (der Schlüssel liegt natürlich bei). Bei der Verwendung mit Körbchen hat man durch den kleinen Steg eine Art Anschlag, das ist sowohl mit dem Skischuh, als auch mit dem Leichtbergschuh positiv beim Anziehen aufgefallen.

Überrascht hat uns vor allem die Körbchen-Version des Skimo Steigeisen - in unserem Fall ein Skimo Nanotech, aber wir haben auch für die Aluversion gleich ein grünes Körbchen mitgeordert, da wir diese Steigeisen beim Bergsteigen in der Übergangszeit mit unseren leichten Bergschuhen nützen wollen. Man steht wirklich super solide im Steigeisen, da wackelt nichts und man hat immer ein gutes Gefühl. Wir haben es natürlich auch gleich mit unseren leichten Wanderschuhen ausprobiert – das gleiche gute Gehfeeling.

Natürlich haben wir die Steigeisen auf die Waage gelegt, das Skimo Nanotech wieg mit T-Stop Fixierungssystem 478 Gramm und in Körbchen-Ausführung 552 Gramm. Durch die Nanotech-Frontzacken ist es ja quasi ein Stahlsteigeisen, daher ist dieses Gewicht sicher ein Spitzenwert. Der Unterschied zwischen Stahlspitzen- (Nanotech) und Aluversion (Tour) beträgt 20 Gramm. Wer beim Gewicht noch weiter reduzieren will, kann den Metall-Mittelschlitten durch ein Dyneema-Band ersetzen, das Setting dauert aber etwas (Dyneema-Band ist optional erhältlich).

Das Skimo Tour bzw. Skimo Nanotech ist das, was wir immer gesucht haben. Ein leichtes Alusteigeisen (im Falle des Nanotechs sogar noch mit deutlich besseren Frontzacken), das wir sowohl für unsere Skitouren also auch für Bergtouren bei denen wir an der oft noch verschneiten Nordseite absteigen müssen verwenden können. Wir waren es einfach leid, die schweren Steigeisen bzw. die schweren Schuhe mitzunehmen - das Camp Skimo Nanotech scheint die Lösung zu sein.

Anmerkung: Wir werden diesen Testbericht weiter Pflegen und unsere weiteren Erfahrungen mit dem Skimo Tour bzw. Skimo Nanotech einfließen lassen. Es gibt noch zwei leichtere Skimo Race Versionen dieses Steigeisens (siehe Camp Webseite).

Fazit bergsteigen.com: Das Camp Skimo ist ein wirklich gutes, super leichtes und durch die Nanotech-Spitzen auch stabiles Steigeisen. Vor allem das breite Einsatzspektrum macht dieses qualitativ hochwertige Steigeisen für viele Bergsteiger sehr interessant.

Camp Skimo Tour bzw. Nanotech

Gewicht Nantech Atomatic: 478 Gramm

Gewicht Nanotech Semi (Körbchen): 552 Gramm

Zacken: 10

Größe: Eu 36-46

Lieferumfang: Antistollplatte und Beutel (Torx-Schlüssel bei Automatic Version)

Preis UVP: 169,95 Euro

Webtipp: Camp

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