Die diagonale Skibefestigung am Ortovox Litric Zero 27Die diagonale Skibefestigung am Ortovox Litric Zero 27
01 Januar 2024

Test Ortovox Litric Zero 27

Der Litric Zero 27 von Ortovox - wir haben uns diesen E-Lawinenrucksack genauer angeschaut....

Der Ortvox Litric ist ein neu entwickelter Lawinenrucksack, bei dem ein elektronisches Auslösesystem zur Anwendung kommt. Vorteil ist die Möglichkeit einer Testauslösung – also der Besitzer kann das Auslösen des Airbags für den Verschüttungsfall trainieren, Nachteil ist die etwas intensivere Wartung – man muss sich um die aufgeladene Batterie kümmern. Der von uns verwendete Litric ist das Zero 27 Modell, welches 27 Liter Füllvolumen hat.

Vorweg kann schon eines gesagt sein, der Zero 27 ist ein Leichtgewicht, welches im gehfertigen Zustand 2 Kg auf die Waage bringt. Damit spielt der Zero 27 in der Liga der leichtesten Lawinen-Airbagrucksäcke mit, verzichtet aber trotz des geringen Gewichtes fast gar nicht auf Tragekomfort, nur beim Stauraum muss man geringe Abstriche in Kauf nehmen, so gibt es – wie bei anderen Leichtmodellen auch – nur ein Staufach, in dem sowohl Jacke als auch Notfallausrüstung Platz finden müssen.

Der Zero 27 hat wie schon erwähnt 27 Liter Packvolumen, welches sich auf ein großes Hauptfach und ein auch sehr angenehm zu bedienendes, kleines „Schlüsselfach“ aufteilt. Im unteren Außenbereich (dort wo man auch den Pickel befestigen kann) gibt es ein mit Zip verschließbares Fach für Helmhalterung (wenn man den Helm außen am Rucksack befestigen will) und für die Schlaufe der diagonalen Skibefestigung. Im Schlüsselfach ist ein Schlüsselanhänger und das Plastikteil (auch mit einem dünnen Seilstück gegen Verlust gesichert), welches man zum Entleeren der Airbags braucht.

Die Notfallausrüstung – Sonde, Schaufelblatt und Schaufelstiel muss also im Hauptfach verstaut werden. Wenn man, wie wir, eine leichte Sonde und Schaufel in Verwendung hat, ist das Verstauen sehr gut möglich und es bleibt mehr als genug Platz für Trinkflasche (Öffnung für ein Trinksystem ist vorhanden), Isolierjacke und eine Daunenweste. Im Schlüsselfach hat auch ein großes Mobiltelefon, Riegel und Fellwachs platz. Gesamt ist das 27 Liter Volumen für uns ausreichend.

Positiv überrascht waren wir vom Tragekomfort – der Litric Zero 27 ist naturgemäß auch bei den Schulterträgern und beim Hüftgurt abgespeckt worden, anders kommt man auch mit einer E-Auslösung an die 2-Kilo-Marke nicht heran. Die Verstellbarkeit von Schulterträger, Brustgurt und Hüftgurt ist in Ordnung. Der Zero 27 liegt aber sehr gut am Rücken, es macht richtig Spaß, mit dem Rucksack durch die Winterlandschaft zu wandern.

Die Ski, müssen diese einmal länger getragen werden, kommen diagonal auf den Litric Zero 27, A-Befestigung (also links und rechts) ist nicht möglich. Helm kommt bei Minimalisten in den Pack, dieser kann aber mit einem vorhandenen Helmnetz auch außen fixiert werden. Ein Eispickel lässt sich ebenfalls außen befestigen. Die bei Airbags nötige Beinschlaufe ist beim Litric Zero 27 sehr gut ausgeführt – ein handlicher Karabiner erleichtert das Einhängen, das ist sehr gut gelöst!

Die diagonale Skibefestigung am Ortovox Litric Zero 27
Innen wirkt der Ortovox Litric Zero 27 - inkl. eigener Sicherheitsausrüstung - sehr aufgeräumt.
Außen hat der Ortovox Litric Zero 27 ein großes Fach (Schlüssel), dort ist auch das Plastiktool zur Luftauslassung untergebracht.
Der Einschaltknopf und die USB-C Ladebuchse des Ortovox Litric Zero 27
Beim Luft auslassen wird das Plastikteil in die Auslöseeinheit gesteckt - Ortovox Litric Zero 27
Bei einer Testauslösung mit dem Ortovox Litric Zero 27
Der Ortovox Litric Zero 27 liegt sehr angenehm am Rücken an.
Sehr gut beim Ortovox Litric Zero 27 gelöst, die bei Lawinenrucksäcken obligatorische Beinschlaufe.
Unser Ortovox Litric Zero 27 wiegt genau 2 KG (gehfertig, ohne eigene Sicherheitsausrüstung).
Der Auslösegriff des Ortovox Litric Zero 27 - drehbar, orange vorne (= auslösbar); schwarz vorne (= nicht auslösbar)

Das Auslösesystem ist ein eher klein gehaltener Plastikgriff am Schulterträger, diesen kann man einfach drehen – Orange vorne = das System ist scharf, Schwarz vorne = System lässt sich durch Ziehen am Griff nicht aktivieren. Die E-Einheit ist unter dem Airbag im Hauptfach positioniert und hat einen Ein-/Ausschalte-Knopf und eine USB-C Ladebuchse. Im Bereich der E-Einheit ist ein Außennetz, welches Luft dem System zuführt, durch welches man aber auch die Ladezustands- und Funktions-LEDs sieht.

Grundsätzlich muss man sich mit dem E-Ladesystem doch etwas intensiver beschäftigen, es sollte in der Regel so aufgeladen sein, dass zumindest eine Auslösung im Ernstfall möglich ist (dieser Ladestatus wird durch ein oranges und grünes LED-Licht angezeigt). Man kann den Rucksack im Notfall auch bei der Anreise (Bahn mit Steckdose oder USB-Ladung im PKW) noch für den orange/grünen Status laden (im PKW sind dafür ca. 20 Minuten Ladezeit bei leerem Akku nötig). Nur rotes LED ist schlecht – Blinken erfordert einen Ladevorgang, durchgehend rotes LED bedeutet Systemfehler (der Ladewunsch wird vom System auch akustisch signalisiert – wenn es länger piept, will es Strom).

Wir als „Carbon-Kartuschen-Geher“ müssen uns da auch etwas umstellen, der Litric Zero 27 will zu Tourenbeginn eingeschaltet werden, bei Kartuschen Airbag mussten wir nur den Griff entriegeln (was auch während des Gehens ging). Beim E-Airbagsystem muss man den Ladezustand immer beachten, wenn ich den Rucksack am Parkplatz anschalte und er leuchtet rot, muss er an das Ladegerät (da die Selbstentladung aber eher gering ist, lässt sich das von Tour zu Tour auch etwas abschätzen). Die Carbon-Kartusche kontrollieren wir aber nur ein mal zu Saisonbeginn (Gewichts-Check) und das war es dann wieder bis zum Frühjahr.

Man kann jetzt philosophieren, was besser ist. Das E-System ermöglicht einfache Testauslösungen und somit eine bessere Gefahrenvorbereitung, man muss aber öfters aufladen und am Beginn der Skitour ein- und am Ende wieder ausschalten. Bei Flugreisen hat man mit dem E-System kein Problem. Das „alte“ Kartuschen-System ist wartungsarm, Testauslösungen sind nur schwer möglich (Kartusche muss jedesmal getauscht werden) und Kartuschen werden eventuell als „Bombe“ von der Röntgen-Gepäckkontrolle identifiziert (Flugreisen sind möglich, es ist aber ratsam, die Mitnahme der Kartusche mit der Airline vorab abzuklären).

Der Ortovox Litric Zero ist ein guter Lawinen-Airbag-Rucksack, der – geschickt auf das wesentliche reduziert – an der 2 Kilomarke schrammt. Das Ganze hat natürlich seinen Preis, der Litric Zero 27 ist 100 Euro über der 1000-Euro-Marke angesiedelt, man bekommt dafür aber ein gut durchdachtes und mit 1970 Gramm auch sehr leichtes System. Bergsteiger, die oft und gerne auf langen Skitouren unterwegs sind, werden das System aber gerne mit auf die Tour nehmen, da ein Airbag ja doch einen deutlichen Mehrwert an Sicherheit bietet.

Fazit bergsteigen.com: Wirklich durchdachtes und sehr leichtes Airbagsystem, welches den des E-Kondensators Testauslösungen ermöglicht. Für Skitouren-Ausdauersportler eine absolute Empfehlung!

Webtipp: Ortovox

Litric Zero 27 von Ortovox

Volumen: 27 Liter

System: Elektronisch

Gewicht: 1,97 kg (nachgewogen 2 kg)

Gewährleistung: 5 Jahre (bei Registrierung)

Farben: Schwarz oder Orange

Preis UVP: 1100,- Euro

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