Ortler Hintergrat

Klettern
Leicht
(3)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit 4
Absicherung
AbsicherungAlpin
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 1245 m
6:00 Std.  /  14:00 Std.
AusrichtungOst
AusrichtungOst
Zustiegszeit
Zustiegszeit 2:00 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 6:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Gebirge:
Berg:
Ortler  (3905 m)
Charakter:

Großartige alpine Überschreitung des Ortlergipfels - gehört zu den ganz großen Touren in den Ostalpen! Man steigt über den langen Hintergrat zum Ortler auf und über den Normalweg - vorbei an der Payerhütte - ab. Die Tour verlangt aber sicheres gehen im Fels bis zum dritten Schwierigkeitsgrad - kurze Stellen im 4ten Grad sind zu klettern! Trotz der Haken an den neuralgischen Punkten, ist viel alpine Erfahrung gefragt. Sollte der Fels vereist oder schneebedeckt sein, muss man evtl. die komplette Tour mit Steigeisen klettern. Hat man aber die Hauptschwierigkeiten im letzten Gratdrittel geschafft, steht man am fast 4000 Meter hohen Ortlergipfel und kann den fantastischen Ausblick genießen, bevor man sich dem auch nicht ganz einfachen Abstieg widmet.

Genaue Routenbeschreibung:

Am Beginn des Felsgrates immer links des Grates haltend aufwärts. Je nach Verhältnisse sind bei den zu überschreitenden Schneefeldern schon die Steigeisen erforderlich. Vorhandenen Steigspuren folgend immer höher steigend durch die Südwestwandflanke des Hintergrates. Tendenziell sollte man dort eher links des Grates in der Flanke klettern und nicht zu früh auf den Grat queren. (Immer wieder Begehungsspuren vorhanden jedoch keine Markierungen). Kurz bevor man auf einer Höhe von ca. 3550 m den Grat erreicht sollte man sich nicht verleiten lassen, auf einem Band mit Steinmännern markiert nach links zu queren. Dort in einer leichten Verschneidung (2) direkt hoch zum Grat. Ab dort immer dem Grat folgend aufwärts bis man den breiten Firnrücken (1. Eisfeld) erreicht. Über diesen aufwärts bis man wieder den Felsgrat erreicht und diesem folgend bis zum Signalkopf 3725 m, welchen man im Sinne des Aufstieges links leicht absteigend umklettert (man steigt nicht auf den Gipfel des Signalkopfes!) und über ein Band wieder zum Grat zurück quert. (2-3; drei Kleberinghaken vorhanden). Dem Grat weitere 50 m folgend bis man wieder einen kurzen Steilaufschwung erreicht. Stand mit Haken. Über eine kurze glatte Verschneidung (4 m) aufwärts (4; Haken) und einem Riss (3) folgend höher. Danach einige Meter rechts des Grates queren und anschließend wieder aufwärts zum Grat mit Stand an Köpfelschlingen. Dort leichter, dem Grat folgend zum Beginn des zweiten Firnfeldes (steiler als das erste, ca. 35 – 40°). Das Firnfeld direkt empor bis man wieder Felsen erreicht. Dort Stand an Köpfelschlinge. Eine kurze Wandstelle 25 m (3; ein Haken) aufwärts mit Stand an einer Köpfelschlinge. Dort leicht rechts querend über eine kurze leicht überhängende Gratstelle aufwärts (4; drei Haken) zu Stand an Köpfelschlinge. Ab dort Ende der Schwierigkeiten und man folgt dem unterschiedlich breiten Grat bis zum Gipfel.

Erstbegeher / Erstbesteiger:

J. Pichler u. Gefährten im August 1805

Seillänge: 

1 x 50 m

Expressschlingen: 

4

Ausrüstung:

Gletscherausrüstung inkl. einer Eisschraube je Teilnehmer, 2 lange Bandschlingen, 3-4 kurze Bandschlingen, 3 Schraubkarabiner, 4-5 Karabiner. Für schwächere Teilnehmer evtl. 4 mittlere bis große Hexentrixs.

Bemerkung zu den Versicherungen:

An den schweren Stellen nur wenige Normal- bzw. Klebehaken. Der Hintergrat ist in der Regel sehr überlaufen, man muss also Stehzeiten einkalkulieren. Überholen ist im schwierigen Teil nicht möglich. Bei vielen Bergsteigern herrscht auch Steinschlaggefahr (also Helm aufsetzen). Eine IV- sollte man mit Steigeisen klettern können, bevor man sich an diese gewaltige Tour wagt.

Ergänzung zur Schwierigkeit:

AD, III/A0 bzw. IV, ca. 40° im Eis. Meist I-II bzw. Gehgelände.

Zustieg zur Wand:

Von der Hintergrathütte (dorthin von Sulden in ca. 2 Std.) auf gut sichtbaren Steigspuren Richtung Hintergrat.

Abstieg:

Vom Gipfel dem Firnrücken folgend immer Richtung Nordwest über das Ortler Plateau absteigen bis man die Biwakschachtel erreicht (meist Spuren; bei schlechter Sicht heikel, Spaltengefahr!). Dort entweder bereits ca. 50 Hm vor der Biwakschachtel orografisch links in die Firnflanke absteigen (Bärenloch) und über einen kurzen Felsriegel 7 Hm abklettern (3). Oder direkt bis zur Lombardi Biwakschachtel und ab hier links des Grates im Sinne des Abstieges direkt bis zu einem Felsabbruch absteigen. Über einen Kettenabseilstand 15 m auf dem Gletscher abseilen. Diesem folgend zuerst direkt absteigend und anschließend leicht rechts immer unterhalb der Felsen auf den Grat zurück queren. Dort im Sattel enden die Eispassagen und Pickel und Steigeisen können weggepackt werden jedoch noch nicht die Kletterausrüstung. Dem Grat zuerst leicht jedoch immer heikler werdend ca. 100 Meter bis zu einem Abseilstand mit zwei Klebebohrhaken folgen. Dort 1x 25 m abseilen und dem Grat folgend weiter zum nächsten Gratabbruch. Dieser Gratabbruch (das sog. Wandl) ist mit Ketten klettersteigartig versichert und erlaubt ein schnelles tiefer steigen bis wieder leichteres Gratgelände erreicht wird. Dann durchwegs den Grat oder vorwiegend links des Grates im Sinne des Abstieges weiter absteigen. Starke Begehungsspuren und stark abgeklettert, ausgeputzter Fels (Kletterstellen bis max. 2). Die Nordwestflanke der Tabarettaspitze wird zuerst leicht ansteigend gequert und über eine Scharte in die Nordostflanke gewechselt. Dort in wenigen Minuten zur Payerhütte wo die technischen Schwierigkeiten enden (ab der Hütte dicker Wanderweg bis ins Tal). Siehe auch Topo bei:Ortler Normalweg

Kartenmaterial:

Tabacco Nr. 08 Ortler-Cevedale Ortlergebiet, 1:25000
Kompass: Vintschgau Val Venosta Nr. 52 1: 50.00

Bemerkungen:

Zeiten:
Sulden – Hintergrathütte 2 Std
Hintergrathütte – Gipfel 5-7 Std
Gipfel – Payerhütte 3-4 Std (ab hier Ende der Schwierigkeiten)
Payerhütte – Sulden 2,5 – 4 Std (ab der Payerhütte führt ein guter Wanderweg zurück ins Tal)

Infostand: 

08.07.2008

Autor: 

Erhard Mitsche

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Über den Reschenpaß ins Vintschgau und bei Sponding in Richtung Stilfserjoch bis zur Abzweigung nach Sulden in Gomago. Nun weiter bis nach Sulden, durch den Ort bis zur Talstation der Seilbahn am Talschluss.

Talort / Höhe:

Sulden  - 1900 m

Ausgangspunkt:

Hintergrathütte

Bilder (36)

Übersicht Hintergrat u. Normalweg

Übersicht Hintergrat u. Normalweg, Im Bild der Hintergrat (Gelb) und der Abstieg über die Payerhütte (Rot)., Foto: Axel Jentzsch-Rabl

Tolle Aussicht

Tolle Aussicht

Zustieg zur Hintergrathütte

Zustieg zur Hintergrathütte, Beim Zustieg zur Hintergrathütte., Foto: Erhard Mitsche

Hintergrat

Hintergrat, Links der Monte Zebru und rechts der Hintergrat mit dem Ortler, Foto: Erhard Mitsche

Hintergrathütte

Hintergrathütte, Die 2.661 m hoch gelegene Hintergrathütte ist der Ausgangspunkt für den Hintergrat., Foto: Dieter Wissekal

Hintergrathütte

Hintergrathütte, Die Hintergrathütte ist der Ausgangspunkt für den Hintergrat., Foto: Erhard Mitsche

Früher Aufbruch

Früher Aufbruch, Meist wird sehr früh gestartet - im Dunkeln mit Stirnlampen., Foto: Erhard Mitsche

Tageslicht

Tageslicht, Bei Tageslicht ist man schon weit oben., Foto: Erhard Mitsche

Schuttgrat

Schuttgrat, Unten verläuft die Tour im Schutt- und Blockgelände., Foto: Erhard Mitsche

Tolle Aussicht

Tolle Aussicht, Die Aussicht auf die benachbarte Königsspitze ist wirklich toll., Foto: Dieter Wissekal

Seilfreies Steigen

Seilfreies Steigen, Man steigt meist seilfrei höher., Foto: Erhard Mitsche

Großes Firnfeld

Großes Firnfeld, Auf dem großen Firnfeld im Mittelteil., Foto: Erhard Mitsche

Grat

Grat, Der Grat wird schmaler, im Bild die erste Schlüsselstelle- eine kurze Verschneidung, Foto: Erhard Mitsche

Schlüsselstelle

Schlüsselstelle, Die Schlüsselstelle im Detail., Foto: Dieter Wissekal

Schwere Stelle

Schwere Stelle, Die zweite Schlüsselstelle über den leichten Überhang, mit Bergschuhen gar nicht so leicht...., Foto: Erhard Mitsche

Luftiger Grat

Luftiger Grat, Kurz unter dem Gipfel auf dem luftigen Grat., Foto: Erhard Mitsche

Gipfel

Gipfel, Auf dem Gipfel des Ortlers., Foto: Erhard Mitsche

Flaches Plateau

Flaches Plateau, Abstieg auf dem flachen Ortlerplateau., Foto: Erhard Mitsche

Biwak und Payerhütte

Biwak und Payerhütte, Das Biwak und die Payerhütte sind in Sicht - vom Biwak bis zur Payerhütte kommt aber noch der schwerste Teil des Abstieges., Foto: Erhard Mitsche

Abseilstelle

Abseilstelle, Die Abseilstelle unter dem Biwak, man kann aber auch ohne Abseilen auf den Gletscher absteigen., Foto: Erhard Mitsche

Grat

Grat, Auf dem Grat in Richtung Payerhütte. Im Bild die Abseilstelle - ein neuralgischer Staupunkt, Foto: Erhard Mitsche

Kette

Kette, Kettenversicherungen am Wandl., Foto: Erhard Mitsche

Kurz vor der Payerhütte

Kurz vor der Payerhütte, Auf dem Weg kurz vor der Payerhütte., Foto: Erhard Mitsche

Hütte in sicht

Hütte in sicht, Die Payerhütte, ab dort führt ein breiter Wanderweg ins Tal., Foto: Erhard Mitsche

Verdiente Rast

Verdiente Rast, Bei der Rast auf der Payerhütte - unten die Stilfserjochstraße., Foto: Erhard Mitsche

Karawanen auf dem Normalweg

Karawanen auf dem Normalweg, An schönen Samstagen stürmen Karawanen den Normalweg (über die Payerhütte) zum Ortler. Im Hintergrund der Gipfel und die berühmte Ortler Nordwand., Foto: Erhard Mitsche

Last section of Hintergrat

Last section of Hintergrat , Foto: Gyula Farkas

Foto: Martin Schützenberger

Morgenstimmung auf dem ersten Schneefeld

Morgenstimmung auf dem ersten Schneefeld , Foto: Mathias Kröner

Blick zurück zum Signalkopf.

Blick zurück zum Signalkopf., Rechts im hintergrund die Königsspitze., Foto: Mathias Kröner

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013

OH 2013 TOP

OH 2013 TOP

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