Via Heidi - Neunerplatte

Klettern
Leicht
(1)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit 4+
4+ obl.
Absicherung
AbsicherungAlpin
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 370 m  /  1420 Hm
2:00 Std.  /  5:30 Std.
AusrichtungSüd
AusrichtungSüd
Zustiegszeit
Zustiegszeit 2:00 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 1:30 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Gebirge:
Berg:
Neunerspitze  (2968 m)
Charakter:

Eine wahrhaft außergewöhnlich herrliche Kletterei an nicht tiefen Wasserrillen (4 SL – ca. 180 m). Bedingt durch die schwache Absicherung wird die Via Heidi zu einer sehr ernsten Kletterei. Im mittleren Abschnitt ist der Fels völlig (!) geschlossen. In den wenigen Ritzen stecken schon Haken und weil die Runsen stets weniger tief als breit sind, können Keile nicht eingesetzt werden. Freinds sind dort überhaupt zwecklos. Einige Haken sind schlecht zu finden, weil Grasposter diese überdecken. In Anbetracht der Feuchtigkeit von Gras und Erde in Verbindung mit dem Alter der Felshaken sollte sich niemand auf deren Festigkeit verlassen. Ein absolut sicherer Vorsteiger ist Voraussetzung, Ruhe und Nervenstärke ein Vorteil. Die Standplätze sind annehmbar brauchbar und für einen Rückzug eingerichtet. Die ersten und letzen beiden SL sind da nur noch ein Klacks. Dort aber muss sich jeder die Standplatzsicherung selber bauen.

Genaue Routenbeschreibung:

siehe Topo

Erstbegeher / Erstbesteiger:

R. Messner, G. Messner und H. Hahn, September 1968

Seillänge: 

2 x 60 m

Expressschlingen: 

6

Klemmkeile: 

1,5 - 4

Ausrüstung:

60 m Doppelseil (empfohlen), 6 Express, 4 kl. und 2 gr. Bandschlingen, Helm, ggf. Stopper (1,5 bis 4 cm), Freinds (Gr. 1 bis 3) nur in den leichten SL 1, 2, 7 und 8 anwendbar.

Bemerkung zu den Versicherungen:

Alte Standhaken und wenige rostige Zwischenhaken vorhanden - sehr weite Hakenabstände! Friends und Keile sind in der Plattenwand (Mittelteil) nicht einsetzbar!

Ergänzung zur Schwierigkeit:

In Mittelabschnitt (IVer SL) können keine Felshaken geschlagen werden (geschlossener Fels) und Keile praktisch nicht gelegt werden (Runsen sind viel breiter als tief). Der Vorsteiger soll mind. ein Schwierigkeitsgrad höher (also V bis V+) beherrschen!

Zustieg zur Wand:

Der Aufstieg ab Pederü wird nicht empfohlen (4 Std., 1110 Hm)
• Von der Lavarella-Hütte den Weg Nr. 7 etwa 30 Min. lang folgen. In ca. 2300 m führt dieser leicht bergab in eine Senke und schwenkt sodann nach links. Hier in der Senke weiter zur schwach ausgeprägten Sattel (bald gr. Höhle). Nun rechts die Geländeformationen ausnützend zur Südwand hinan (rechter Hand eine Lacke). Ich habe auf dieser Strecke an die 30 Steinmänner aufgestellt und in Summe nur 1h 50 Min. benötigt.

Höhe Einstieg: 

2663 m

Abstieg:

A) Zurück zum Einstieg: 250 m östlich des Gipfelkreuzes in eine nach Süden gerichtete Rinne, jetzt flankiert von zwei gr. Steinmännern. Erst ca. 70 absteigen zu kurzem Abbruch. An der rechten Seite (im Sinne des Abstieges) gr. Klemmblock mit alter Jumbo- (11,5 mm-) Seil-Schlinge, habe dort einem roten Abseilring eingeknüpft, 1x 58 m. Dann an gr. Köpfl mit mehreren Reepschnur-Schlingen (habe ein Ketten-Einschraubglied gespendet), 56 m abseilen. Während des ganzen Abstieges durch Geröll erhöhte Steinschlaggefahr. Mehrere Seilschaften sollten sich unbedingt zusammentun! (30 Min. bis zum E. - dann 1 bis 1 ½ Std. ab Wandfuß zurück zur Fanesalpe). Gute Kletterer können die Rinne auch abklettern – guter II-ter Grad.
B) Ab Gipfel zur Hütte gehen: Nach Osten entlang dem Bergrücken zum Antoniusjoch (2466 m), tw. mit Stahlseilen versichert, von dort auf Weg Nr. 13 in südwestlicher Richtung zur Fanesalpe (1 ¾ bis 2 Std. ab Gipfel)

Bemerkungen:

Stützpunkte:

1. Lavarelle-Hütte (2050 m), Fanesalpe, 2 Std. gehen ab Pederü, Top Unterkunft, Tel.: ++39 0474 501079, e-Mail: [email protected]

2. Fanes-Hütte (2060 m), Fanesalpe, 2 Std. gehen ab Pederü, Tel.: ++39 0474 501097, www.dolomititour.com/rifugio-fanes, e-Mail: [email protected]

3. Pederü-Hütte (1545 m), am Ende des Rautales, Tel.: ++39 0474 501086, e-Mail: [email protected]

INFO: Für Hausgäste (Übernachtende) besteht die Möglichkeit des Transportes auf die Alpe. Der Hütten-Jeep-Betrieb (Hüttentaxi) wurde ab dem neuen Millennium eingestellt. Die Fanesalpe ist ein wunderschönes Wandergebiet und daher dementsprechend besucht – Stichwort Reservierung. Der Parkplatz am Ende der Rautales (Pederü) ist gebührenpflichtig (PKW 5 €, Camper 20 €).

Infostand: 

18.08.2010

Autor: 

Harald Robert

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

- Von der Brennerautobahn – Ab Brixen ins Pustertal bis kurz vor Bruneck, bei St. Lorenzo rechts ins Gadertal (Val Badia) einbiegen, bei Zwischenwasser nach St. Vigil, dort weiter nach Pederü.
- Von Österreich/Osttirol – Grenzübergang Silian, ins Pustertal – Toblach – Umfahrung Bruneck, dann links ins Gadertal einbiegen, bei Zwischenwasser … siehe Text zuvor.
- Von den „zentralen“ Dolomiten kommend – Über den Falzarego Pass und Passo Valparola, runter nach Zwischenwasser … siehe Text zuvor.
- Von der „Sella“ kommend – über das Grödnerjoch, runter nach Zwischenwasser … siehe Text zuvor.

Talort / Höhe:

St. Vigil  - 1193 m

Ausgangspunkt:

Lavarella-Hütte

Bilder (9)

Übersicht Neunerplatte

Übersicht Neunerplatte, rot = Messner blau = Via Heidi grüng = Zustieg orange = Abstieg, Foto: Werner Kühberger

Übersicht Zustieg Top View

Übersicht Zustieg Top View , Foto: Harald Robert

5. Seillänge

5. Seillänge

1. Seillänge

1. Seillänge , Foto: Werner KÜHBERGER

2. Seillänge

2. Seillänge, 2. SL in der „Via Heidi“ – tw. freihändig zu gehen, so geneigt …, Foto: Harald Robert

5. Seillänge

5. Seillänge, 5. SL - sehr weite Abstände bei den (schwachen) Zwischensicherungen, Foto: Harald Robert

Typischer Standplatz

Typischer Standplatz , Foto: Benjamin Gschösser

Blick zurück, Man braucht Nerven aber wunderschöne Kletterei

Blick zurück, Man braucht Nerven aber wunderschöne Kletterei , Foto: Benjamin Gschösser

Vierle Haken stecken nicht drin.

Vierle Haken stecken nicht drin. , Foto: Markus Kolb

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