Anna Stöhr in der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)
23 September 2019

Anna Stöhr klettert Ali Baba (250m, 8a+/ 10-)

Anna Stöhr gelingt der komplette Durchstieg in der schwierigen 8 Seillängenroute Ali Baba in Aiglun/FR.

Ich habe die Route mit meinem Freund Kilian Fischhuber probiert. Wir haben die Route im April 2019 zum ersten Mal versucht. Wir sind im Juli 2019 zurückgekommen und haben die ersten drei Seillängen geklettert. Danach sind wir zweimal durch die gesamte Route gestiegen.

Im September sind wir viermal durch die Route geklettert. Kilian gelangen alle Seillängen am 12. September und ich stieg alle Seillängen am 18. September 2019 vor. Sowohl mein Durchstieg als auch der von Kilian waren „ground up ascents“.

Daten Ali Baba

Erstbegeher: P. Mussatto & B. Peyronnaud 2004

Länge: 8 Seillängen/ 250 Meter

Schwierigkeit:

Seillänge 1: 8a (9+/10-)

Seillänge 2: 7c+/8a (9+)

Seillänge 3: 7b+ (9-)

Seillänge 4: 8a (10-)

Seillänge 5: 8a/+ (10-)

Seillänge 6: 8a+ (10-)

Seillänge 7: 8a/+ (10-)

Seillänge 8: 7b+ (9-)

Anna Stöhr in der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)
Anna Stöhr in der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)
Anna Stöhr in der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)
Anna Stöhr in der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)
Anna Stöhr in der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)
Anna Stöhrs Lächeln am Ausstieg der Route Ali Baba (Foto SALEWA/ Storyteller Labs)

Einige Gedanken von Anna Stöhr zu Ali Baba:

Für mich ist Ali Baba etwas ganz Besonderes, denn diese Route zu klettern war eine große Herausforderung. Ich habe noch nie so eine schwere Mehrseillängenroute gemacht. Ich habe einen Prozess durchlaufen: Als ich im April zum ersten Mal die Ali Baba versuchte, war ich beeindruckt von der Steilheit, der Höhe und von den weiten Abständen zwischen den Bohrhaken (obwohl die Tour eigentlich gut abgesichert ist). Ich weiß, es ist bei weitem nicht die schwerste Mehrseillängenroute der Welt, aber für mich war es eine riesige Herausforderung.

Warum habe ich nicht aufgegeben? Ich wollte wissen, ob ich mich auf das Klettern konzentrieren und mich trotz der Ausgesetztheit wie gewohnt sicher beim Klettern bewegen kann. Ich war gespannt, ob ich an einem Tag genug Ausdauer für alle 8 Seillängen habe. Und ich war begeistert von jeder einzelnen Seillänge und so entschied ich, einfach drauflos zu klettern. Ich wollte meine Grenze einfach einmal ausloten.

Während ich versuchte, die Bewegungsabläufe herauszufinden, dachte ich eigentlich nicht, dass ich die schweren Moves schlussendlich zusammenhängen kann. Dieses Gefühl änderte sich, als ich konzentriert probierte. Wie durch ein Wunder vergaß ich beim Klettern die Ausgesetztheit, Höhe und die Steilheit der Route und konnte die Konzentration auf die Bewegung fokussieren, was sich großartig anfühlte! Bei meinem ersten Versuch bin ich bis bis zur 5ten Seillänge geklettert. Dort bin ich an der oberen Crux gestürzt und musste deshalb erneut antreten. In der 6ten Seillänge wurde mir klar, dass ich mir die Züge nicht gut genug gemerkt hatte. Deshalb habe ich versucht, mich für den folgenden Versuch an jedes einzelne Detail in den Seillängen 6 und 7 zu erinnern.

Bei meinem nächsten Versuch am 18. September bin ich bereits in der 2ten Seillänge zu ersten mal gestürzt. Beim zweiten Antritt habe ich versucht, einen kühlen Kopf zu bewahren. Als ich am Ende der 6ten Seillänge einen sehr weiten Sturz fabrizierte, wusste ich, dass ich mich bei meinem nächsten Versuch extrem anstrengen musste. Das Wetter sollte um 17 Uhr schlecht werden, somit war auch der Zeitdruck da. Als ich ganz am Ende von der 7ten Seillänge fiel, wollte ich schon fast aufgeben. Kilian überredete mich, eine längere Pause einzulegen und es noch einmal zu versuchen.

Das Wetter hat sich zum Glück etwas gebessert. Als ich meine Schuhe wieder schnürte, wusste ich, dass ich alles geben musste, um eine Chance an dieser Route zu haben. Irgendwie schaffte ich es mich auf die nächsten Bewegungen zu konzentrieren – ich dachte nicht über Erfolg, Misserfolg oder irgendetwas anderes nach. Ich bin einfach bis zum Standplatz geklettert. Ich brauchte 10 Stunden, um die Ali Baba Route komplett rotpunkt zu klettern, endlich ganz am Ende der Route konnte ich gar nicht aufhören zu lächeln.


Webtipp: Anna Stöhr



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