Hansjörg in der WI 7- Seillänge
12 Januar 2009

Das letzte Einhorn Wi7-/M7

Hu.Go Team AustriAlpin klettert "Das letzte Einhorn" Wi7-/M7 im Pitztal...

Das letzte Einhorn war wohl die letzte große Eislinie die noch nicht erklettert wurde. Florian Schranz hatte sich schon vor mehr als zehn Jahren daran versucht. Er musste aber, als ihm ein freihängender Zapfen zusammenbrach, unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Das Hauptproblem dieses Falls ist, dass er nur sehr selten ausreichend viel Eis zum Klettern hat. Seit Jahren schon, hatte ich mir diese Linie als Ziel gesetzt.

Ohne Bohrhaken zu gefährlich

Durch die konstant eher mäßigen Frosttemperaturen im Dezember, sah die Sache sehr positiv aus und somit startete ich Mitte Dezember zusammen mit Benni Falbesoner einen ersten Versuch. Nach der ersten Seillänge musste ich allerdings einsehen, dass dieses Unternehmen ohne Bohrhaken zu gefährlich ist.

Eine Woche später, bei -16° Grad, rückten wir dann dem Eisfall mit der Bohrmaschine zu Leibe. Nach 15 Metern und 7 Bohrhaken(inkl. Stand), waren die Akkus und auch wir eingefroren. Da die folgenden, relativ steilen Meter bis zum leichteren Gelände auch noch äußerst schwierig zum Absichern aussahen, gaben wir wieder auf und machten wieder einen Rückzieher.

Einen Normalhaken und zwei Friends

Am 2. Jänner sollte es dann klappen. Die erste Länge kannte ich ja schon zu gut und wusste schon genau, wie die nicht anstrengenden aber heikel zu kletternden ersten 25 Meter abzusichern sind. Einen Normalhaken und zwei Friends kann man hier anbringen. Weiter oben lässt sich auch an den richtigen Stellen die eine oder andere kurze Eisschraube anbringen.

Dann die zweite Seillänge: Die ersten 15 Meter kannte ich schon vom Einbohren. Zuerst ein kleines Dach, das man über zwei wacklige Hooks erklettert und dann geht’s über schlechtes, hohles Eis bis zu einem weiteren Dachl, wo der letzte Bohrhaken steckt. Eigentlich wollte ich noch weitere Bohrhaken setzten, aber vielleicht geht’s ja auch ohne.

Ich kletterte über das Dachl drüber und konnte feststellen, dass ab hier das Eis wesentlich besser mit dem Fels verbunden ist. Mit zwei Schrauben und einem Friend konnte ich dann die 20 Meter bis zum Stand ausreichend absichern.

Der Ausstiegszapfen

Nun hatte ich wieder freie Sicht zum Ausstiegszapfen, aber man konnte immer noch nicht erkennen, ob er mit dem Boden zusammengewachsen war. Also musste Benni die Bohrmaschine zur Sicherheit raufschleifen. Als er dann den Stand erreichte, meinte er, dass er gerade mindestens eine M9 geklettert wäre.

Die nächsten 40 Meter sind max. Wi4 und somit problemlos zu klettern. Als ich hinter dem Zapfen Standplatz baute, war ich schon enttäuscht. Der Zapfen war schon herunter gewachsen, aber wie spärlich? Gut, dass wir die Bohrmaschine dabei haben, dachte ich mir. Dann müssen wir eben eine Passage über den Fels ins Eis finden.

Gigantischer Tiefblick und WI 7-

Als Benni dann am Standplatz ankam, sah ich mir die Sache nochmals genauer an und konnte erkennen, dass der Zapfen nicht allzu weit oben sehr gutes Eis hat. Also dachte ich mir - was soll's, wenn dann fliegst halt die paar Meter runter, mehr wie einen Fuß brechen, kann eigentlich nicht passieren.

So besann ich mich auf meine Nervenstärke und stieg ein und es klappte auch! Nur die ersten paar Züge sind heikel. Mit sehr vorsichtigen Schlägen setzte ich die Pickel. Der Zapfen knirschte verdächtig, aber es klappte! Nach ein paar wenigen anstrengenden Zügen, die Füße kaum im Einsatz, erreichte ich gutes Eis und der Rest war dann nur noch Formsache. Der Tiefblick, die Ausgesetztheit im Ausstiegszapfen sind in Tirol auch ein eher seltenes Erlebnis!

Infos zur Tour:mehr

Berichte Hansjörg Mair

Saisonbilanz Eisklettern Hansjörg Mair 2005/06

Pitztaler Eisarena 07/08 + Video

Webtipp:Austrialpin

Hansjörg in der WI 7- Seillänge
Hansjörg am Beginn der 2ten Seillänge
Benni Falbesoner in der zweiten Seillänge
Benni Falbesoner in der dritten Seillänge
In der 4ten Seillänge
Der Eisfall "Das letzte Einhorn" Wi7-/M7
Der Beginn der WI 7- Seillänge
Hansjörg unter dem Eisfall
Austrialpin


Kommentare

Neuer Kommentar
Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren.