Nach drei Jahren Arbeit haben Jonas Schild und Anja Bacchetto eine neue anspruchsvolle Route am Epp-Pfeiler in der Nordwand des Scheideggwetterhorns eröffnet. «DüDaDo im Nirgendwo» führt in neun Seillängen durch hochalpinen Kalk und erreicht Schwierigkeiten bis 8a+. Im September 2026 konnte Schild sämtliche Seillängen frei klettern.
Rückkehr an einen besonderen Ort
Für Jonas Schild begann die Geschichte dieser Wand bereits 2010. Mit 18 Jahren gelang ihm gemeinsam mit Nicolas Hojac die erste Wiederholung von «Into the Wild» (7b+, 450 m), die ein Jahr zuvor von Nicolas Zambetti und Deni Burdet mit Gefährten eröffnet worden war. Schild konnte damals sämtliche Seillängen auf Anhieb frei klettern – ein Erlebnis, das ihn und seine Beziehung zu diesem abgelegenen Ort nachhaltig prägte.
Viele Jahre später stiess er bei der Vorbereitung eines Vortrags wieder auf die alten Bilder. Auf einer Aufnahme entdeckte er links von «Into the Wild» einen kompakten Kalkpanzer – die Idee für eine neue Route war geboren.
Drei Jahre für eine neue Linie
Im Sommer 2024 begannen Schild und seine Partnerin Anja Bacchetto mit der Erschliessung der neuen Linie von unten. Über drei Sommer arbeiteten sie sich durch den kompakten hochalpinen Kalk des Epp-Pfeilers. Die Schlüsselstelle führt über ein Dach in eine technisch anspruchsvolle Platte und wird mit 8a+ vorgeschlagen.
Im Sommer 2026 veränderte sich das Projekt auch auf persönlicher Ebene: Schild und Bacchetto erfuhren, dass sie Eltern werden. Trotz fortschreitender Schwangerschaft gelang es ihnen im August, die neunte und letzte Seillänge gemeinsam einzurichten und damit ihr dreijähriges Projekt abzuschliessen.
Für einen gemeinsamen Freikletterversuch war es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Im September kehrte Schild deshalb zurück und konnte, verteilt auf zwei Tage, sämtliche neun Seillängen frei klettern.
„Sie ist das Ergebnis von drei Jahren gemeinsamer Arbeit, vielen Tagen in dieser Wand und einer Zeit, in der sich auch unser eigenes Leben verändert hat.“ - Jonas Schild
DüDaDo im Nirgendwo
Der Name der Route ist eng mit ihrer Abgeschiedenheit verbunden. Hoch über der Grossen Scheidegg ist der charakteristische Signalton der Grindelwald Busse oft die einzige wahrnehmbare Verbindung zur Zivilisation. Dieses «DüDaDo» begleitet einen vom frühen Morgen bis zum letzten Bus am Abend – mitten im Nirgendwo.
Die Route bietet anspruchsvolle alpine Kletterei in bestem hochalpinem Kalk. Die Absicherung ist teilweise spärlich und mit modernen alpinen Mehrseillängenrouten im Berner Oberland wie «La Svizzera», «Infinite Jest» oder «Paciencia» vergleichbar. Die vorgeschlagenen Bewertungen müssen durch zukünftige Wiederholungen noch bestätigt werden.
FACTS Kletterroute DüDaDo im Nirgendwo
GEBIET: Scheideggwetterhorn Nordwand, Epp-Pfeiler 3360 m ü.M
LÄNGE: ca. 400 m / 9 Seillängen
SCHWIERIGKEIT: bis 8a+
ERSCHLIESSUNG: 2024–2026
ERSTBEGEHER: Jonas Schild & Anja Bacchetto
FREIE BEGEHUNG: Jonas Schild, September 2026
CHARAKTER: Anspruchsvolle alpine Mehrseillängenroute in hochalpinem Kalk

Jonas Schild in DüDaDo im Nirgendwo -Scheideggwetterhorn © John Thornton


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