nur mehr schwach überdeckte Gletscherspalten, welche bereits bei geringer Belastung durch einen einzelnen Bergsteiger brechen können (Foto: Hubert Gogl)
23 Juli 2015

Tückische Situation auf den Gletschern!

Das Altschneeproblem des letzten Winters ist immer noch vorhanden: tückische Situation auf den Gletschern!

      nach der Häufung an tödlichen Klettersteig- und Kletterunfällen empfiehlt das Kuratorium für alpine Sicherheit auch in vermeintlich leichtem Gelände anzuseilen
gerade bei Klettersteigen ist die zunehmende Gewittergefahr in den nächsten Tagen zu beachten

  • durch abendliche Gewitter und Regenschauer können die Felsen auch am nächsten Tag noch unangenehm rutschig seinAngesichts der in den vergangenen Tagen und Wochen oftmals tödlich verlaufenen Unfälle in Klettersteigen und bei Klettertouren erklärt Prof. Dr. Karl Gabl, der Präsident des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit:Angesichts der in den vergangenen Tagen und Wochen oftmals tödlich verlaufenen Unfälle in Klettersteigen und bei Klettertouren erklärt Prof. Dr. Karl Gabl, der Präsident des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit: das Altschneeproblem des letzten Winters ist immer noch vorhanden: tückische Situation auf den Gletschern!
  • die scheinbare Tragkraft von Schneebrücken ist derzeit trügerisch: man bricht nun plötzlich durch
  • vermutlich genau diese Situation hat einem Bergsteiger in Tirol nun leider das Leben gekostet

Im vergangenen Wintern ist wegen der zuerst langen Schneearmut an der Basis der Schneedecke extremer Schwimmschnee entstanden. Dann kam zum Teil viel Schnee mit starker Windverfrachtung darüber, was bekanntlich zu einer sehr heiklen Lawinensituation mit entsprechend vielen Lawinenunfällen geführt hat.

Wenn man derzeit unterwegs ist, bricht man bei geringer gewordener Schneehöhe ganz plötzlich bis über das Knie ein. Durch die ebenfalls im Hochgebirge ungewöhnlich hohen Temperaturen ist nun auch in den Nährgebieten der Gletscher viel Schnee geschmolzen. Glaziologe und Kuratoriums-Mitglied Heinz Slupetzky: „Ich würde mich nicht wundern, wenn man auf den Gletschern in den kommenden Wochen und im weiteren Sommerverlauf auch in den Nährgebieten kritische Stellen antrifft. Über Spalten ist die Schwimmschneebildung noch stärker gewesen! Und die durch den Wind festere Schicht darüber ist nach dem Abschmelzen ab einer gewissen Dicke nur scheinbar tragfähig, umso plötzlicher bricht man bei Belastung durch“. Daher rät Prof. Dr. Karl Gabl, der Präsident des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit und selbst Bergführer bei Hochtouren auf schneebedeckten Gletschern immer angeseilt zu gehen, auch wenn anscheinend noch viel Schnee liegt und Spalten (noch nicht) zu sehen sind.

Zudem sollte vor allem nach Wetterstürzen die gefallenen Neuschneemengen nicht unterschätzt werden, denn natürlich sind auch im Sommer Lawinen bzw. Schneebretter möglich. Der Schnee folgt auch im Sommer den Gesetzen der Schwerkraft.

nur mehr schwach überdeckte Gletscherspalten, welche bereits bei geringer Belastung durch einen einzelnen Bergsteiger brechen können (Foto: Hubert Gogl)
nur mehr schwach überdeckte Gletscherspalten, welche bereits bei geringer Belastung durch einen einzelnen Bergsteiger brechen können (Foto: Hubert Gogl)


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