Der Routenverlauf der Direkten Nordwand an der Zugspitze; Foto: Fritz Miller
08 Dezember 2020

Zugspitze Nordwand

Fritz Miller und Michaela Schuster eröffnen mit der „Direkten Nordwand“ ein neues Testpiece an Deutschlands höchstem Gipfel

Bei der „Direkten Nordwand“ handelt es sich um eine schwierige und kühne Winterkletterroute, die Elemente des Winterbergsteigens, des modernen Mixedkletterns und des Bigwallkletterns kombiniert.

Nach Vorarbeiten am 21., 22. und 25.11. konnten Michaela und ich die Route am 28.11. in 15 Std. Kletterzeit durchsteigen. Die letzten 5 Std. kletterten wir dabei im Dunkeln und biwakierten im Anschluss am Gipfel der Zugspitze. Für eine Wiederholung der Route sollten inkl. Zu- und Abstieg drei Tage eingeplant werden.

Vom Ausgangspunkt am Eibsee bis zum Gipfel sind es ziemlich genau 2000 Höhenmeter. Der klettertechnisch relevante Teil des Anstieges hat eine Kletterlänge von 1150 m. Die Schwierigkeiten liegen dabei im Bereich M6, 5+ und A3. Bei der Erstbegehung wurden einzelne Standplätze mit Bohrhaken ausgerüstet. In der gesamten Route wurden darüber hinaus ca. 25 Normalhaken sowie fünf fixe Keile belassen. Während die Stände entweder gut eingerichtet sind oder sich gut einrichten lassen, muss dazwischen über weite Strecken mit minimaler bzw. fragwürdiger Absicherung geklettert werden.

Text: Fritz Miller, 04.12.20

Der Routenverlauf der Direkten Nordwand an der Zugspitze; Foto: Fritz Miller
Die erste Wandstufe der zentralen Zugspitze-Nordwand; Foto: Fritz Miller
Prekäre Schneeauflage auf den Felsplatten in der 1. Seillänge; Foto: Fritz Miller
Am Beginn der 4. Seillänge - Zugspitze Nordwand; Foto: Fritz Miller
Ein paar Züge Felsklettern, dann weiter mit den Eisgeräten; Foto: Fritz Miller
Um 10 Uhr abends endlich auf dem Gipfel der Zugspitze; Foto: Fritz Miller

Charakter

Lange, schwierige und kühne Winterkletterroute, die Elemente des Winterbergsteigens, des modernen Mixedkletterns und des Bigwallkletterns kombiniert.

Linienführung

Trotz des Gedankens einer Direttissima ist die Routenführung meist intuitiv und nützt die Schwachstellen der jeweiligen Wandbereiche. Im Bereich des „Seilbahnquergangs“ und der darüberliegenden Wandstufe verläuft die Route zusammen mit einer Linie, die im Dezember 2004 von Jörg Pflugmacher und Peter Anzenberger begangen wurde. Diese wiederum entspricht wahrscheinlich grob der Linie von H. Gazert und F. Völcker aus dem Jahr 1895 (gem. AV-Führer Wetterstein).

Schwierigkeiten, Absicherung und Ernsthaftigkeit

Die Schwierigkeiten sind stark von den Verhältnissen abhängig und nur grob anzugeben. Die moderaten Schwierigkeitsgrade dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich mitunter um äußerst anspruchsvolles Klettergelände handelt, beispielsweise um glatte, schneebedeckte Felsplatten. Die beiden A3-Längen sind entsprechend der New-Wave-Skala eingestuft.

Routeninfos: „Direkte Nordwand“, Zugspitze Nordwand

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