Die Schlüsselstelle der ersten Länge. Hier muss sich Fabian Buhl ganz schön lang machen, um den wackligen Fingerklemmer zu erreichen (c) Stefan Schlumpf
15 März 2017

Ganesha

Ganesha - der Gott des Neuanfangs. Fabian Buhl gelingt die Solo-Erstbegehung der Route „Ganesha“ (8c, 7 Sl, 4 Bohrhaken) an der Sonnwendwand, Loferer Steinplatte, Österreich

+ Interview

Ganesha - der Gott des Neuanfangs. Deutschlands aufstrebendem Alpinisten Fabian Buhl gelingt die Solo-Rotpunktbegehung seiner Route „Ganesha“ (8c, 7 Sl, 4 Bohrhaken) an der Sonnwendwand, Loferer Steinplatte, Österreich.

Bildergalerie: Fabian Buhl in „Ganesha“ (8c)

Welch genialer Ausblick! Leider kann Fabian Buhl den nicht so ganz genießen, dafür ist er viel zu fokussiert auf die nächsten Meter bis zur Kante (c) Stefan Schlump
Die Schlüsselstelle der ersten Länge. Hier muss sich Fabian Buhl ganz schön lang machen, um den wackligen Fingerklemmer zu erreichen (c) Stefan Schlumpf
Monatelang tüftelte Fabian Buhl an seinem Seilmanagement, bevor er sich an die Solo-Rotpunktbegehung seiner Mehrseillängenroute Ganesha (8c) heran wagte (c) Stefan Schlumpf

Nachdem er als erster Alexander Hubers Route “Nirwana” (8c+, 7 Seillängen) an der Sonnwendwand in Lofer wiederholt hatte (eine der härtesten Mehrseillängenrouten der Welt), war Fabian Buhl angefixt. Der 26-jährige wollte eine eigene schwere Route im selben Stil eröffnen –  ground-up solo und nur durch ein Minimum an Bohrhaken abgesichert. Direkt neben „Nirwana“ gelang ihm die Solo-Rotpunktbegehung seiner 7-Seillängen-Route „Ganesha“(8c) - getauft nach  einer Hindu-Gottheit mit Elefantenkopf. Ganesha wird als Bezwinger von Hindernissen und Gott des Neuanfangs verehrt - ein passender Name, bedenkt man die hohen Stürze, die Fabian Buhl in Kauf nehmen und die vielen Hindernisse, die er überwinden musste, während er sein eigenes Seilmanagementsystem entwickelte, um sich in diesem Schwierigkeitsgrad selbst zu sichern. Gleichzeitig steht der Name Ganesha für Neuanfang, denn Fabi Buhl hat sich Erfahrung und Selbstvertrauen erarbeitet, um in Zukunft noch viele weitere Soloprojekte anzugehen.

In einem kleinen Interview hat uns Fabian Buhl dann auch noch ein paar Fragen beantwortet, Infos zur Tour gegeben und uns verraten, wie es ihm bei der Solo-Rotpunktbegehung ergangen ist:

Nach dem Wetterbock am Göll, den du im Winter Solo wiederholt hast, ist das deine Erste Rope Solo Erstbegehung. Was reizt dich an diesem Begehungsstil?
Mich reizt einfach alleine in einer Wand zu sein, denn man lernt sich sehr gut selber kennen. Auch der Aspekt zu 100% die Verantwortung zu übernehmen ist 
was besonderes!

Wie findet man Linien wie "Ganesha" und was zeichnet diese Linie aus?
Als ich Nirwana wiederholt habe ist mir rechts der beeindruckende, graue Pfeiler aufgefallen. Der hat es dann einfach sein müssen.

Bist du die Tour ohne vorheriges Erkunden von unten erstbegangen?
Sicher ground up solo - ohne was von oben gesehen zu haben. Die Route ist auch von Nirwana aus nicht einsehbar.

Mit welchen Runouts müssen bei 4 Bolts die Wiederholer rechnen und wie sieht das mit dem Anbringen der eigenen Sicherungen im 8c Bereich aus?
In der 8c sind 2 Bolts im Überhang, dort kann man selbst nichts machen und in der 8b+ geht nur unten wo es leichter ist ein Friend rein. Hauptsächlich 
muss man einfach weit wegklettern. Die leichteren Längen kann man schon absichern.

Kannst du bitte kurz die verwendete Seilteichnick beschreiben!
Ich habe eine Grigri mit Brustgurt und ein 9.2 mm Seil verwendet.

Hast du beim Durchstieg die gelegten Sicherungen belassen oder aus der Kletterstellung stets wieder gelegt und wie lange hast du für den finalen Durchstieg in einem Zug gebraucht?
Steht wieder gelegt, denn sonst ist es preplaced und das taugt mir nicht.

Wie oft warst du davor in der Tour?
4 Tage habe ich im Herbst 2015 für die Erstbegehung benötigt und dann war ich ca 12 Tage zum putzen und checken in der Tour, dann habe ich 2 Anlaufe 
gebraucht bis ich schließlich rotpunkt durchgekommen bin.

Brauchst du nach so einer Tour mal eine mentale Pause, oder gehts voll motiviert zu neuen Projekten?
Nein, die Projekte gehen nie aus, drum gings auch gleich weiter! ;)



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