Gut zu sehen, der neonfarbene Auslösegriff
09 Februar 2017

Test Ortovox AVABag

Sehr leichter, formschöner Lawinenrucksack von Ortovox...

Ortovox ist erstmals mit einem eigenen Airbag-System auf dem Markt vertreten - wir haben uns den AVABag Ascent 30 Liter Rucksack genauer angesehen. Schon beim auspacken fällt auf, dass man ein schön durchdachtes und recht stimmig verarbeitetes Rucksack-System in der Hand hat. Sehr schnell ist auch die Kartusche im Rucksack angeschraubt und nach der evtl. noch nötigen Auslöse-Griffeinstellung ist der AVABag im Nu einsatzbereit.

Für die Sicherheitsausrüstung (Schaufelstiel, Lawinensonde und Schaufelblatt) gibt es ein außen liegendes "Sicherheitsfach", das Hauptfach für die persönliche Ausrüstung befindet sich darunter. Im Hauptfach sind aber noch Kartusche und gefalteter Airbag-Ballon angebracht - wer viel Ausrüstung mitnehmen will, wird beim 30 Liter-Modell schnell an seine Grenzen stoßen.

Der Rückenteil ist gut gepolstert, der Beckengurt ist gut und auch die Schnalle lässt sich mit Handschuhen sehr gut bedienen. Zusätzlich gibt es wie bei allen Lawinenrucksäcken einen Fußgurt, der den Rucksack bei hohem Schneedruck am Körper hält. Außen gibt es dann noch eine Zipptasche für Geld und Autoschlüssel. Die Ski werden diagonal befestigt, die dafür nötigen Bänder sind in eigenen Schlitzen versenkt (stören also nicht, wenn man sie nicht benötigt) - das ist wirklich top. Vom Design her ist er AVABag auch wirklich gut gelungen und gehört sicher zu den schickesten Airbag-Rucksäcken auf dem Markt!

Gut zu sehen, der neonfarbene Auslösegriff
Die Skier sind diagonal am AVABag befestigt.
Der aufgeblasene AVABag und die Darstellung des Auslösesystems im Rucksack
Der AVABag 30 inkl. Carbon-Kartusche bringt 2,2 kg auf die Waage.
Das Hauptfach des AVABag 30
Ein Fach für die Sicherheitsausrüstung, dahinter das Hauptfach
Der Auslösegriff kann sehr gut im Schultergurt verstaut werden
Unterwegs mit dem AVABag
Bei der Abfahrt.
Beim Aufstieg zur Hocheisspitze (neben dem Hochkalter)
Mit dem AVABag am Ende der sog. Hundstod Reibn (32 km, 3000 Hm, 9 Std.).

Auslöseeinheit und Griff

Die Auslöseeinheit ist im Hauptfach und wird via Kabelzug über die Schulterträger zum Griff geleitet. Eine Kartusche - im Idealfall aus Carbon - wird in die Auslöseeinheit geschraubt. Der Griff ist beim AVABag ganz eigenständig geformt - eher Kugelförmig, so dass er sich auch gut mit Fäustlingen bedienen lässt. Der Griff lässt sich, wie schon erwähnt, in der Höhe verstellen, dabei muss genau darauf geachtet werden, dass die Position (S oder L) auch mit dem dazugehörigen Führungskanal übereinstimmt (Position S also in Führungskanal S...). Siehe dazu auch eigenes Video von Ortovox:

Laut Statistik schaffen es 12% der Airbagnutzer im Ernstfall nicht den Rucksack korrekt auszulösen - deshalb ist Übung angesagt. Die Auslösung kann man beim AVABag natürlich auch (nur) bei nicht eingeschraubter Kartusche trainieren - am besten auch mit der Skijacke und den Handschuhen, evtl. sogar mit den Skistöcken an der Hand, damit man möglichst nahe an die reale Situation heran kommt. Man zieht ruckartig am Griff und hört als Bestätigung einer korrekten Auslösung ein markantes "Klack". Nach der Trainingsauslösung muss die Auslöseeinheit vor dem Einschrauben der Kartusche wieder "reaktiviert" werden. Das geschieht mit einem Plastikteil, das man in das Kartuschen-Gewinde einschraubt.

Das Highlight ist aber das AVABag-Kampfgewicht: Inklusive Carbon-Kartusche trägt man 2170 g (2,17 kg) mit sich herum - das System gehört somit zu den leichtesten auf dem Markt. Wer will, kann die Auslöseeinheit und den Auslöse-Griff auch komplett ausbauen und den Rucksack im Sommer verwenden (das werden aber vermutlich nur die wenigsten machen...).

Fazit bergsteigen.com: Ortovox ist mit dem AVABag ein formschöner und sehr funktioneller Rucksack gelungen. Skibefestigung und Handling sind wirklich top! Auch der Zugang zum Hauptfach ist sehr gut gelöst. Der Tragekomfort, mit oder ohne Skier auf dem Rücksack, ist 1A - was will man also mehr. Ein kleiner Kritikpunkt ist das Rucksack-Volumen, das uns für die angegebenen 30 Liter doch etwas klein vorkommt.

Nachtrag 16.2.2017: Der AVABag macht bei langen Skidurchquerungen eine sehr gute Figur - trotz des gefühlt kleinen Volumens bekommt man alles nötige in diesen Rucksack (Steigeisen und Harscheisen waren auch mit drin)! Der AVABag liegt nach 9 Stunden, 32 km und 3000 Hm (Hundstod Reibn) immer noch perfekt und leicht am Rücken.

Ortovox Ascent 30 AVABag

  • Alu Sicherheitsschnalle (Hüftgurt)
  • Sicherheitsbeinschlaufe
  • Brustgurt mit Signalpfeife
  • Snowboard und Schneeschuhhalterung
  • Bright Inside
  • Wasserabweisende Reißverschlüsse
  • Separates Sicherheitsfach
  • Materialschlaufen
  • Hauptfachzugang: Front
  • D-Skifix
  • Seilfixierung
  • Kompressionsriemen
  • Trinksystemvorbereitung
  • Wasserabweisend durch PU beschichtete Stoffe.
  • Umlaufender Reißverschluss
  • Abbildung Alpiner Notsignale
  • Pickel-/Stockbefestigung
  • Abnehmbares Helmnetz
  • Schlüsselhaken
  • SOS Notfallhinweise
  • Auslösegriff höhenverstellbar

Gewicht nur Rucksack: 1170 g

Gewicht inkl. Auslöseeinheit (ohne Kartusche): 1860 g

Carbon-Kartusche: 310 g

Preis inkl. Auslöseeinheit und Carbon-Kartusche: 839,90 Euro

Webtipp: Ortovox

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