Ortler Normalweg

Klettern
Leicht
(3)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit 3+
Absicherung
AbsicherungAlpin
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 875 m
5:00 Std.  /  14:00 Std.
AusrichtungNord
AusrichtungNord
Zustiegszeit
Zustiegszeit 3:00 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 6:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
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Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Gebirge:
Berg:
Ortler  (3905 m)
Charakter:

Schon vom Reschensee ist die weiße Kuppe von „König Ortler“ gut zu sehen, er ist eines der Wahrzeichen in den Ostalpen und wird deshalb auch sehr häufig bestiegen. Der Normalweg auf diesen Eisriesen verläuft über die Payerhütte und stellt vor allem Anforderungen an die Trittsicherheit im leichten Schroffengelände (1 – 2 Schwierigkeitsgrad, kurze Stelle 3+) und verlangt sicheres Gehen im steilen Firn bzw. Eis (kurze Stellen bis 40°). Ortleraspiranten sollten nur bei sicherem Wetter starten, der Felsgrat ist bei Schneelage heikel, auf dem flachen Ortlerplateau kann man sich leicht verirren. Gesamt aber eine der besten Hochtouren in den Ostalpen, bei der nach dem 5-stündigen Aufstieg ein grandioser Ausblick in die Gletscherwelt wartet.

Genaue Routenbeschreibung:

Von der Payerhütte auf gut sichtbaren Steigspuren auf dem sog. "Felsenweg" in der Nordwestflanke der Tabarettaspitze (oft vereist), später über eine Scharte in die Südostseite wechseln.
Auf Steigspuren weiter in die Scharte der nächsten Erhebung, wobei man vorwiegend auf der Südseite klettert und nur teilweise kurze Stellen in die Nordseite wechselt. Auf der Südseite weiter über die nächste Erhebung zum Fuß des sog. "Wandl". Dieses Wandstück ist mit Ketten klettersteigmäßig versichert, was ein schnelles höher kommen garantiert.
Dann noch 100 m den Grat folgend zur nächsten Scharte, wo der Grat wieder steiler wird. Dort sind die technischen Hauptschwierigkeiten. Bei einem Bohrhaken (Stand) einige Meter nach rechts queren und bei einem Haken direkt hinauf zum Standplatz mit zwei Bohrhaken (3+). Dann noch einige Meter ausgesetzt dem Grat folgend, bis man zu einem geräumigen Plateau gelangt, wo die Steigeisen angelegt werden. Einige Meter im Fels zu einer Scharte absteigen und anschließend im Sinne des Aufstieges nach rechts in die Firnflanke queren. Dieses Steilstück des Grates wird im weiten Bogen rechts umgangen (Bärenloch - Vorsicht in diesem Bereich Seracs!) und nach überschreiten eines Felsriegels (7m; 3+) erreicht man die Biwakschachtel des Lombardi Biwaks (3316 m). Vom Biwak vorwiegend den Firnrücken aufwärts (teilweise bis 35-40° steil!) auf das Gipfelplateau (die Steilheit der Firnflanke nimmt nach oben hin immer mehr ab). Auf dem flachen Plateau (Spalten!) in einem weiten Rechtsbogen zum Gipfel des Ortlers (3905 m).

Seillänge: 

1 x 50 m

Expressschlingen: 

3

Ausrüstung:

Gletscherausrüstung inkl. einer Eisschraube je Teilnehmer, 2 lange Bandschlingen, kurze Bandschlingen, 2 Schraubkarabiner, 3 Normalkarabiner und einen Helm.

Bemerkung zu den Versicherungen:

Es gibt eine lange Kette und div. Haken und Abseilstellen.

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Kurze Stelle 3+, meist 1 - 2, Firn u. Eis bis ca. 35-40° - viel Gehgelände.

Zustieg zur Wand:

Von Sulden über die Tabarettahütte (2556 m) zur Payerhütte (3029 m) aufsteigen (ca. 3 Std.) - dort wird in der Regel genächtigt.

Höhe Einstieg: 

3029 m

Abstieg:

Wie Aufstieg zurück zur Payerhütte.

Kartenmaterial:

Tabacco Nr. 08 Ortler-Cevedale Ortlergebiet, 1:25000
Kompass: Vintschgau Val Venosta Nr. 52 1: 50.00

Bemerkungen:

Es handelt sich um eine schwierige - bei Wettersturz und Vereisung sogar um eine sehr schwierige, hochalpine Gletschertour! Im Fels sind Schwierigkeiten II Grades zu bewältigen (kurze Stelle 3+), im Eis Steilpassagen bis 40°. Oben auf dem Gletscher braucht man einen guten Orientierungssinn (vor allem bei Nebel - Kompass oder GPS mitnehmen. Vorsicht auf Spalten).

Durch den starken Gletscherrückgang ändern sich die Verhältnisse fast jährlich!

Zeiten:
Sulden – Payerhütte 3 Std
Payerhütte – Gipfel 4 -6 Std
Gipfel – Payerhütte 3-4 Std (ab hier Ende der Schwierigkeiten)
Payerhütte – Sulden 2,5 Std (ab der Payerhütte führt ein guter Wanderweg zurück ins Tal)

Infostand: 

08.07.2008

Autor: 

Erhard Mitsche

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Über den Reschenpaß ins Vintschgau und bei Sponding in Richtung Stilfserjoch bis zur Abzweigung nach Sulden in Gomago. Von dort nach Sulden - im Ort parken.

Talort / Höhe:

Sulden  - 1900 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Sulden  - 1900 m

Bilder (29)

Übersichtsbild

Übersichtsbild, Der Aufstieg zum Ortler vom Stilfserjoch aus gesehen., Foto: Axel Jentzsch-Rabl

Oberhalb des Biwaks

Oberhalb des Biwaks

Aufstieg zur Payerhütte

Aufstieg zur Payerhütte, Ein Gruppe beim Aufstieg zur Payerhütte, Foto: Erhard Mitsche

Payerhütte

Payerhütte, Die Payerhütte, dahinter beginnt der schwierige Teil des Ortler Normalweges., Foto: Erhard Mitsche

Schrofen

Schrofen, Anfangs über Schrofen zum Grat., Foto: Erhard Mitsche

Grat

Grat, Blockkletterei im Bereich des Grates, Foto: Erhard Mitsche

Kettenwand

Kettenwand, Die Wandpassage mit der Kette., Foto: Erhard Mitsche

Oberer Teil Kettenwand

Oberer Teil Kettenwand, Im oberen Teil des mit Ketten abgesicherten Gratabschnittes., Foto: Erhard Mitsche

Schlüsselstelle

Schlüsselstelle, Die Schlüsselstelle, dort wird beim Abstieg abgeseilt., Foto: Erhard Mitsche

Schlüsselstelle2

Schlüsselstelle2, Vor allem beim Abstieg staut es sich oft an der Abseilstelle., Foto: Erhard Mitsche

Gletscher

Gletscher, Die erste Passage auf dem Eis - im Bild eine Gruppe beim Abstieg., Foto: Erhard Mitsche

Eisteil

Eisteil, Nach der Querung unter dem Bärenloch - rechts am Grat Leute bei der Abseilstelle., Foto: Erhard Mitsche

Kletterstelle unter dem Biwak

Kletterstelle unter dem Biwak, Die kurze Kletterstelle unter dem Biwak (im Bild beim Abstieg)., Foto: Erhard Mitsche

Abseilstelle Biwak

Abseilstelle Biwak, Vor allem geführte Gruppen benutzen beim Abstieg die Abseilstelle unter dem Biwak (siehe Topo)., Foto: Erhard Mitsche

Abseilstelle

Abseilstelle, Die Abseilstelle im Detail., Foto: Dieter Wissekal

Oberhalb des Biwaks

Oberhalb des Biwaks, Der Gletscher oberhalb des Biwaks (im Bild beim Abstieg)., Foto: Erhard Mitsche

Stellen bis 40°

Stellen bis 40°, Im Bild eine der steilen Gletscherpassagen oberhalb des Biwaks., Foto: Erhard Mitsche

Spaltengefahr

Spaltengefahr, Trotz oft guter Spur ist auf Gletscherspalten zu achten., Foto: Dieter Wissekal

Dicke Spur

Dicke Spur, Mit etwas Glück hat es aber eine dicke Spur in der Steilflanke., Foto: Erhard Mitsche

Gegen oben flacher

Gegen oben flacher, Der Gletscher wird gegen oben hin immer flacher., Foto: Axel Jentzsch-Rabl

Gipfelplateau

Gipfelplateau, Das flache Gipfelplateau - links von der Mitte, ganz hinten der Gipfel., Foto: Axel Jentzsch-Rabl

Gipfel des Ortlers (3905 m)

Gipfel des Ortlers (3905 m), Der Gipfel mit dem Kreuz., Foto: Erhard Mitsche

Ortler from Payerhütte

Ortler from Payerhütte , Foto: Gyula Farkas

At Lombardi-bivouaq

At Lombardi-bivouaq , Foto: Gyula Farkas

Landscape from the summit of Ortler

Landscape from the summit of Ortler , Foto: Gyula Farkas

OH 2013 Descent

OH 2013 Descent

OH 2013 Descent - Bivak

OH 2013 Descent - Bivak

OH 2013 Descent

OH 2013 Descent

O 2013 Descent

O 2013 Descent

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