Panoramapfeiler - Gippel

Klettern
Mittel
(1)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit 7-/7
6 obl.
Absicherung
AbsicherungAlpin
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 140 m  /  1000 Hm
2:30 Std.  /  6:30 Std.
AusrichtungWestNordwest
AusrichtungWest, Nordwest
Zustiegszeit
Zustiegszeit 2:00 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 2:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
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Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Berg:
Gippel  (1669 m)
Charakter:

Der Panoramapfeiler ist eine neue, alpine Klettertour am 1669 m hohen Gippel in den Niederösterreichischen Kalkalpen. Die Route ist vor allem für Alpinisten interessant, die eine großteils unpräparierte Linie im mittleren Schwierigkeitsbereich suchen und schätzen. Man sollte auch nichts gegen einen längeren Zu- und Abstieg haben. Besonders schön ist das Panorama, das man an den bequemen Standplätzen genießen kann. Der Blick schweift über die gesamte Mostviertler Bergwelt bis in die Steiermark und nach Oberösterreich. Die Tour führt über steile Wandstücke und Terrassen hinauf zum Gipfelkreuz, von wo aus sich das Panorama in die Wiener Alpen erweitert. Auch wenn es sich nur um 5 Seillängen handelt, sollte man sich aufgrund der alpinen Absicherung und der nicht ganz einfachen Routenfindung genügend Zeit nehmen. Tapfere Bergliebhaber mit solidem Kletterkönnen werden ganz bestimmt auf Ihre Kosten kommen!

Genaue Routenbeschreibung:

1.Sl.: In die Einstiegswand steigt man am besten am rechten Rand einer großen Schuppe ein (in direkter Falllinie bestünde zu hohe Steinschlaggefahr durch den Vorsteiger). Danach geht es leicht links haltend in eine Platte mit einem großen Querriss, in der der erste Bohrhaken steckt. Dem Riss folgend steigt man am höchsten Punkt der Einstiegswand auf die erste Terrasse aus (im Zweifelsfall kann man auch schon vorher nach links ausweichen). Bis dahin kann man noch einen recht schwer sichtbaren Schlaghaken klippen.

2.Sl.: Vom Standplatz geht es zunächst über ein etwa 15 m langes Gratstück gerade hinauf in eine Platte, in der man zwingend über einen moralischen Runout klettern muss. Es bieten sich dann aber bald gute Möglichkeiten um mobile Sicherungen anzubringen. Bald nach dem Bohrhaken hält man sich eher links, vorbei an einer Latsche und quert zu einem kurzen, steilen Aufschwung in dem ein Schlaghaken steckt. Hier muss man zunächst ein bisschen nach den geeigneten Griffen suchen. Man erreicht nun eine schmale Terrasse mit einem bequemen Standplatz.

3.Sl.: Bevor man in die dritte Länge einsteigt, quert man am besten 10 m nach links (Gehgelände), wo ein Schlaghaken steckt, den man gemeinsam mit einem Friend zu einem soliden Standplatz aufrüsten kann. Von hier aus klettert es sich besser in die nächste Seillänge und man hat eine gute Sicht in die erste Schlüsselpassage, in der an taktisch günstigen Stellen Bohrhaken stecken. Nach der Platte (Längenzug - daher schwieriger für kleinere Kletterer!) geht es über einen kleinen, griffigen Überhang in etwas brüchigeres, steiles Gelände über, von wo aus man bald die große Terrasse erreicht. Der einzelne Bohrhaken am Standplatz kann problemlos mit mehreren Friends nach gesichert werden.

4.Sl.: Von hier aus, wandert man ein paar Meter nach rechts und nach oben. Von der großen Terrasse aus kann man ohne weiteres vom Körper weg sichern (genug Platz!). Man begibt sich nun in die schwerste Passage der Tour, die aber dank der schönen Kletterzüge richtig Spaß macht. Es geht kurz über steiles, gestuftes Gelände zu einem Schlaghaken und weiter zu einem Bohrhaken, der eine gute Absicherung durch die darauffolgenden Schlüsselzüge im leicht überhängenden Wulst perfekt garantiert. Dann geht es gerade nach oben auf die letzte Terrasse zu einem einzelnen Standbohrhaken, der wiederum mit Friends ergänzt werden kann und soll.

5.Sl.: Hier hat man es so gut wie geschafft! Die letzte Länge führt über ein kurzes Wandstück mit Bohrhaken nach oben, in immer sanfter werdendes Gelände, wo man eher links haltend in den Ausläufern des Pfeilers den letzten Standplatz findet. Von hier aus kann man auch schon das Gipfelkreuz sehen, von dem man nur noch ein paar Meter entfernt ist.

Erstbegeher / Erstbesteiger:

Am 3. Juni 2021 (Oliver Wagner, Florian Simon und Alexander Brückler)

Seillänge: 

1 x 50 m

Expressschlingen: 

8

Klemmkeile: 

Grundsortiment

Friends: 

Grundsortiment (den violetten BD-Friend kann man am Stand vor und nach der 3. Seillänge gebrauchen. Wenn man die Möglichkeit hat, schadet es nicht, ihn doppelt einzupacken.)

Ausrüstung:

Komplette Kletterausrüstung inkl. Helm und Topo!

Bemerkung zu den Versicherungen:

Die Absicherung ist grundsätzlich alpin! An den Ständen steckt mindestens ein Haken, der in jedem Fall so gesetzt ist, dass er leicht mit Friends oder Keilen ergänzt werden kann, um wirklich solide Standplätze zu garantieren. In den Seillängen gibt es einige wenige Bohr- oder Schlaghaken, die aber an taktisch günstigen Stellen platziert wurden, um zumindest die Schlüsselzüge im 6. und unteren 7. Grad gut zu versichern. Im leichteren Gelände sollte man sich allerdings keine Fehler erlauben. Der sichere Umgang mit Friends und Keilen ist obligat!

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Die beiden Schlüsselstellen bewegen sich im unteren 7. Grad. Ansonsten gibt es mehrere Passagen im 6er Bereich. Abgesehen von der leichten, letzten Seillänge bietet jeder Abschnitt der Kletterroute seine ganz eigenen Herausforderungen. Die zweite Schlüsselstelle kann auch links über leichteres Gelände umgangen werden. Auch wenn man teilweise A0 klettern kann, sollte man zumindest den 6en Grad sicher beherrschen!

Zustieg zur Wand:

Vom Bahnhof in Kernhof folgt man der asphaltierten Straße bis zum letzten Bauernhof (Hinterbichler). Hier geht es geradeaus weiter über eine Forststraße, die durch die Almenlandschaft in den Wald führt und serpentinenartig ansteigt. Dem Forstweg folgend gelangt man nach ungefähr 70min Gehzeit (vom Parkplatz) zu einer Rechtskurve, die sich in eine Rinne einschneidet (auf ca. 1230 m Seehöhe). Bis hierhin gäbe es mehrere Abzweigungen der Forststraße, die man jedoch ignoriert. Man folgt den Serpentinen einfach immer nach oben weiter. Bei der besagten Rechtskurve steigt man nach links in eine Geröllrinne mit verschieden großen Blöcken ein. Man kann hier überraschend leicht an Höhe gewinnen. Später wird die Rinne schmäler. Hier ist es oft ökonomischer neben den Rinne in der Wiese zu gehen. Wenn sich der Wald lichtet, teilt sich die Geröllrinne in zwei von oben kommende Arme auf. Man folgt am besten der linken Rinne bis zum Einstieg der Kletterroute. Bis hierher können je nach genauer Routenwahl auch leichte Kletterstellen bis zum 2. Grad vorkommen. Die steile Einstiegswand ist ca. 25 m hoch und man sieht oben in der Platte auch schon den ersten Bohrhaken glänzen. Die gesamte Zustiegszeit beträgt in etwa 2 Stunden.

Höhe Einstieg: 

1550 m

Abstieg:

Vom Gipfel folgt man zunächst dem Treibsteig in Richtung Osten. Nach ca. 15 Minuten erreicht man das sog. Gippeltörl, von wo aus der Weg steil nach links hinunterführt. Man folgt dem Steig, bis man eine Forststraße quert, auf der man nach links abbiegt (nicht weiter runter über den Wanderweg absteigen! Dort geht es nach St.Aegyd!). Den Forstweg immer links haltend querend erreicht man etwa 10 bis 15 Minuten später eine Serpentine, über die man beim Zustieg bereits nach oben gelangt ist. Diesmal folgt man ihr nach unten und erreicht nach ca. 2 Stunden Abstiegszeit vom Gipfel, den Parkplatz. Der Abstieg ist ab der Forststraße zwar noch lang aber recht gemütlich und schonend für die Knie.

Stützpunkt:
Bemerkungen:

Es ist generell auf Steinschlaggefahr zu achten. Da die Tour sehr neu ist, sollte man auch nicht jedem Griff vertrauen. Ansonsten schwankt die Felsqualität im Tourenverlauf sehr stark.

Infostand: 

03.06.2021

Autor: 

Alexander Brückler

Autor (Referenz): 

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Öffentlich: Vom Hbf St.Pölten ist die Anreise auch öffentlich gut möglich (insg. 1h19min). Hierzu fährt man mit dem Regionalzug nach Lilienfeld, wo man mit dem Bus 691 nach Kernhof weiter fährt. Alternativ lohnt sich die landschaftlich reizvolle Anreise aus der Umgebung, auch mit dem Fahrrad!

Auto: Von St.Pölten kommend fährt man über die Mariazellerstraße (B20) ins Traisental und biegt in Freiland links in Richtung St. Ägyd ab. Beim Bahnhof in Kernhof kann man das Auto parken. Von Mariazell kommend fährt man über die B21 nach Terz, wo man links abbiegt und übers Kernhofer Gescheid fährt. Kurz darauf erreicht man die Ortschaft.

Talort / Höhe:

Kernhof  - 690 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Bahnhof Kernhof  - 690 m

Bilder (10)

Detailübersicht Kletterroute Panoromapfeiler am Gippel

Detailübersicht Kletterroute Panoromapfeiler am Gippel , Foto: Leopold Pollak

Schlüsselstelle (Hier hilft gute Beinarbeit!)

Schlüsselstelle (Hier hilft gute Beinarbeit!) , Foto: Oliver Wagner

Panorama (Göller bis Alpenvorland)

Panorama (Göller bis Alpenvorland) , Foto: Oliver Wagner

Panorama (Schneealpe bis Ötscher)

Panorama (Schneealpe bis Ötscher) , Foto: Oliver Wagner

Florian Simon in der zweiten Seillänge

Florian Simon in der zweiten Seillänge , Foto: Oliver Wagner

Alexander Brückler in der dritten Seillänge

Alexander Brückler in der dritten Seillänge , Foto: Oliver Wagner

Oliver Wagner in der dritten Seillänge

Oliver Wagner in der dritten Seillänge , Foto: Alexander Brückler

Florian Simon in der Schlüsselstelle

Florian Simon in der Schlüsselstelle , Foto: Oliver Wagner

Zustieg durch die Geröllrinne

Zustieg durch die Geröllrinne , Foto: Alexander Brückler

Beim Abstieg auf den Almwiesen kurz bevor man den Parkplatz erreicht.

Beim Abstieg auf den Almwiesen kurz bevor man den Parkplatz erreicht. , Foto: Oliver Wagner

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