Oskar Schuster Klettersteig Langkofel

Klettersteig
Mittel
(3)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit B/C , 1+
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 380 Hm  /  1200 Hm
2:00 Std.  /  6:30 Std.
Absicherung
AbsicherungMittel
AusrichtungNordost
AusrichtungNordost
Zustiegszeit
Zustiegszeit 1:30 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 3:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Gebirge:
Berg:
Plattkofel  (2958 m)
Charakter:

Der Plattkofel ist ein Berg der Gegensätze. Auf der Südwestseite – nomen est omen – zieht eine elendslange flache Schuttplatte hinauf bis zum Gipfel, dagegen fallen auf der Nordostseite die Wände senkrecht ins Plattkofelkar ab. Oskar Schuster, einer der deutschen Kletterpioniere in den Dolomiten, der auch Spuren in den Alpen, dem Kaukasus und vor allem im Elbsandsteingebirge in Sachsen hinterlassen hat, markierte 1895 entlang der Wände des Plattkofels einen kühnen Aufstieg, der heute, an den schwierigsten Stellen stahlseilversichert, ein beliebter Klettersteig ist. Der sächsischen Klettertradition folgend ist der Steig nicht komplett versichert und erfordert ein gewisses Maß an Trittsicherheit und alpiner Erfahrung. Belohnt wird der Aufstieg mit einem einzigartigen Ausblick in den Rachen des Plattkofel- und Langkofelkars, auf den Gletscher der Marmolada und die sanften Wiesen der Seiser Alm. Gegensätze, wie sie nur in den Dolomiten zu finden sind.

Genaue Routenbeschreibung:

Vom meistens vorhandenen Einstiegsschneefeld auf einer Rampe anfangs versichert (A/B), dann mit leichter Kletterei (1+)  zu einer Rinne aufsteigen. Seilgesichert (B) über die Rinne, dann am rechten Rand bzw. in der Rinne auf einem Absatz klettern (länger 1 und 1+). Vom Absatz steil (B/C) auf ein Band (B), auf diesem zu einer Wand (B/C), oben leicht nach rechts (B) zum Spreizschritt (B). Über eine Wand (B) und oben an der Kante (B) in ein Schuttkar. Auf die andere Seite zur gelben Wand gehen. An Klammern (B) höher zur Leiter (A), nach der Leiter kommt man in einen engen Spalt (B/C). Nach dem Spalt über zwei Wandstufen (B/C und B) hinauf zu Band. Auf dem Band nach links gehen und in der Rinne höher klettern (1). Die Rinne wird breiter, am rechten Rinnenrand höher klettern (bis 1+). Vor dem Gipfelgrat kommt ein Felsturm, links vom Felsturm durch den Spalt (1+) auf den Gipfelgrat und die letzten Meter auf dem Normalweg zum Gipfelkreuz gehen.

Ausrüstung:

Komplettes Klettersteigset und Helm

Bemerkung zu den Versicherungen:

Der Klettersteig ist nicht komplett mit Stahlseil versichert, einige Kletterstellen bis 1+ (die aber nicht sehr ausgesetzt sind) müssen bewältigt werden. Siehe dazu Toposkizze!

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Der Steig ist nicht durchgehend versichert und erfordert doch etwas an alpinem Kletterkönnen.

Zustieg zur Wand:

Auffahrt mit der Gondelbahn zur Langkofelscharte (erreichbar in 1½ Std. auf dem Wanderweg vom Sellapass). Von der Scharte auf dem Weg 525 ca. 350 Hm steil bis zur Langkofel Hütte absteigen. Links von der Hütte auf dem rot markierten Weg ins Plattkofelkar aufsteigen. Oben in der Schutthalde entlang der Punktmarkierung zum Einstieg. Der Einstieg ist im rechten Teil des Kares, davor ist fast immer ein Altschneefeld.

Höhe Einstieg: 

2540 m

Abstieg:

Über die riesige, mit Schotter und wenigen unschwierigen kleinen Felsstufen versehene Südwestflanke auf dem Weg 527 zur Plattkofelhütte bzw. noch davor, auf ca. 2485 m bereits links direkt zum Friedrich August Weg absteigen (Abkürzung, ca. ¼ Std. Zeitersparnis). Auf diesem, vorbei an den Hütten Rif. Sandro Pertini und Rif. Friedrich August, zurück zum Sella Joch.

Kartenmaterial:

AV-Karte Nr. 52/1, Langkofel- und Sellagruppe
Tabacco Blatt 05, Val Gardena - Gröden - Alpi di Siusi - Saiseralm. 
F&B WKS 5, Grödner Tal - Val Gardena - Sella - Marmolada

Bemerkungen:

Im Frühsommer liegt auf dem Steig und im Plattkofelkar meist noch sehr viel Schnee. Der Steig ist auch öfters vereist! Vor allem in der Gipfelschlucht und in der Rinne nach dem Einstieg herrscht erhebliche Steinschlaggefahr! Trotz der geringen technischen Schwierigkeiten ist die Tour eine ernste Unternehmung, die entsprechende Erfahrung voraussetzt.

Anm.: Man erreicht die Langkofel Hütte auch ohne Gondelbahn vom Monte Pana, 1636 m, bei St. Christina auf dem Weg 525 über die Pian di Confì (3 Std.).

Infostand: 

01.09.2016

Autor: 

Axel Jentzsch-Rabl

Autor (Referenz): 

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Auf der Brennerautobahn (A 13) nach Südtirol bis zur Ausfahrt Klausen, dort hinauf in das Grödner Tal und über Wolkenstein bis zum Sellajoch kurz vor der Passhöhe des Sellapass. Beim Sellajoch Haus neben der Talstation der Langkofel Gondelbahn parken.

Öffis: Mit der Bahn nach Klausen und mit dem Bus zum Sellajoch.

Talort / Höhe:

Wolkenstein  - 1567 m

Ausgangspunkt:

Parkplatz bei der Talstation der Langkofel Gondelbahn

Bilder (25)

Übersicht Oskar Schuster Klettersteig Langkofel

Übersicht Oskar Schuster Klettersteig Langkofel

Der Klettersteigverlauf vom Zustiegsweg aus gesehen.

Der Klettersteigverlauf vom Zustiegsweg aus gesehen.

Die Gondelbahn hinauf zur Langkofelscharte.

Die Gondelbahn hinauf zur Langkofelscharte.

Beginn des Abstieges zur Langkofel Hütte.

Beginn des Abstieges zur Langkofel Hütte.

Bei der Langkofel Hütte.

Bei der Langkofel Hütte.

Gewaltige Felsenszenerie im Plattkofelkar.

Gewaltige Felsenszenerie im Plattkofelkar.

Der Einstieg (wenn kein Schnee liegt sieht man einen großen Block).

Der Einstieg (wenn kein Schnee liegt sieht man einen großen Block).

Die Rampe zu Beginn des Klettersteiges.

Die Rampe zu Beginn des Klettersteiges.

Eine der Kletterpassagen im unteren Teil.

Eine der Kletterpassagen im unteren Teil.

Auf einem Band - dort wieder Stahlseilsicherung.

Auf einem Band - dort wieder Stahlseilsicherung.

Steile, aber leichte Passagen im unteren Teil.

Steile, aber leichte Passagen im unteren Teil.

Blick von oben in eine der steileren Passagen.

Blick von oben in eine der steileren Passagen.

Licht und Schatten vor dem großen Band.

Licht und Schatten vor dem großen Band.

Die neue Linienführung mit der Klammer-Wand.

Die neue Linienführung mit der Klammer-Wand.

Stufe nach der Klammerwand.

Stufe nach der Klammerwand.

Auf dem Band (Ende der Seilsicherung) quert man in die Gipfelrinne.

Auf dem Band (Ende der Seilsicherung) quert man in die Gipfelrinne.

Eine der Kletterpassagen in der Gipfelrinne.

Eine der Kletterpassagen in der Gipfelrinne.

Vor dem Gipfel - viele gehen den Klettersteig mit Seilsicherung.

Vor dem Gipfel - viele gehen den Klettersteig mit Seilsicherung.

Toller Ausblick vom höchsten Punkt.

Toller Ausblick vom höchsten Punkt.

Der Tiefblick auf die Seiseralm.

Der Tiefblick auf die Seiseralm.

Beim Abstieg hinunter zum Friedrich August Weg.

Beim Abstieg hinunter zum Friedrich August Weg.

Die direkte Linie ohne Plattkofelhütte.

Die direkte Linie ohne Plattkofelhütte.

Die riesen Kuh der Holzschnitzer aus dem Grödner Tal....

Die riesen Kuh der Holzschnitzer aus dem Grödner Tal....

Plattenpassage

Plattenpassage

Gipfelbereich

Gipfelbereich, Auf dem letzten Metern der Gipfelrampe, Foto: A. Jentzsch

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