Der regierende österreichische Meister Andi Ringhofer; Bild: Alfred Ruff
30 Januar 2012

Weltcup im Schibergsteigen - Schweiz

Österreichisches Nationalteam im Schibergsteigen in der Schweiz erfolgreich....

Am Samstag, 26.1.2008 fiel in Valerette in der Westschweiz im Angesicht des Montblancs der Startschuss zum Weltcuprennen im Einzelbewerb der Schibergsteiger. Mit dabei: 7 Österreicher, die sich im internationalen Feld ausgesprochen gut behaupten konnten.

Schibergsteigen oder auch Tourengehen ist zwar in Österreich noch nicht als Wettkampf- Sportart in weiten Kreisen bekannt, international allerdings tut sich hier gewaltiges. Beim Weltcuprennen in der Schweiz gingen dem entsprechend 700 Top- Athleten an den Start. Auf einem Parcours mit 2.000 Höhenmetern waren jeweils 4 Anstiege und Abfahrten zu bewältigen, technisch aufgewertet wurde das Rennen durch 2 Tragepassagen über Felsgipfel.

Der regierende Österreichische Meister Andreas „Ringo“ Ringhofer aus Schladming/Steiermark konnte trotz einer leichten Bronchitis am Beginn wunderbar in der Spitzengruppe mithalten, kam als gesamt 5. Am ersten Gipfel an. Doch nach dem dritten Gipfel war der Sturmlauf leider abrupt zu Ende. Nachdem er im Aufstieg zuvor bereits seiner Erkrankung Tribut zollen musste, folgte ein kapitaler Sturz mit Materialbruch in der Abfahrt. Es blieb nichts anderes übrig, „Ringo“ musste aufgeben. Sein Kommentar: „Der Sturz ist extrem ärgerlich, ich war eigentlich gut im Rennen. Ich bin jetzt aber richtig scharf auf die Weltmeisterschaft im Februar, da werde ich meinen Angriff hoffentlich zu Ende führen können!“

Die Kastanien aus dem Feuer holte Nationalmannschafts- Kapitän Alex Lugger aus Maria Luggau/Kärnten. Vorerst in Lauerstellung hinter der Spitzengruppe konnte der exzellente Abfahrer auf den alpinen Strecken immer mehr Raum gut machen und durchfuhr schließlich als Gesamt 11. Die Ziellinie. Der Kärntner bewies damit einmal mehr seine taktischen und körperlichen Fähigkeiten, die ihn auch im schwierigen internationalen Umfeld bestehen lassen. Lugger sehr zufrieden: „In dem extrem dichten und großen Feld ist die Leistung ein Traum. Die Strecke ist mir super gelegen, es hat alles gepasst.“

Ebenfalls ein sehr gutes Rennen lief Andreas Fischbacher aus Schladming/Steiermark. Fischbacher war als Ersatzmann für den kurzfristig erkrankten Salzburger Hans Wieland in die Schweiz mitgefahren und bewies einmal mehr seine bekannten alpinen Qualitäten. Als 28. finishte er und konnte sich richtig über diesen Platz freuen: „Ich war eigentlich nur Ersatzmann und konnte mich inmitten der Welt- Elite unter den Top 30 einreihen…das taugt mir gewaltig!“

In der Nachwuchsklasse machte Martin Bader aus Innsbruck/Tirol einmal mehr mit einem Top 10 Platz auf sich aufmerksam. Nach Bruch des Schuhs am zweiten Anstieg reichte es nach einer waghalsigen Aufholjagd auf der Abfahrt schließlich noch zu Platz 8. Bader zum Erfolg: „Zufrieden bin ich schon, aber da geht noch mehr. Ich weiß, das sich mich noch steigern kann.“

Erstmal bei einem internationalen Wettkampf dabei waren drei jungen Österreicher in den Jugendklassen: Martin Walder (Außervillgraten, Osttirol), Martin Mattle (Mathon/Tirol) und Philipp Brugger (Sistrans/Tirol). Alle drei konnten sich im Mittelfeld ihrer Klassen einreihen. Jugendbetreuer Werner Brugger, der das Team in der Schweiz begleitete, zum Abschneiden der Zukunftshoffnungen: „Es war die erste Berührung der Burschen mit dem internationalen Umfeld, dafür war das Ergebnis wirklich in Ordnung. Es ist noch viel Respekt da, den werden die Burschen bestimmt demnächst ablegen können. Um in der Zukunft an die Spitze anschließen zu können, arbeiten wir bereits an verbesserten Trainingsbedingungen.“

Gewonnen wurde das Rennen vom 21jährigen Spanier Kilian Jornada, bei den Damen gewann die 20jährige Französin Laetitia Roux. Die Jugend der Sieger zeigt eindeutig eine Bewegung im professionellen Schibergsteigen: Der Nachwuchs wird in den dominierenden lateinischen Staaten in speziellen Trainingsstätten – ähnlich der österreichischen Schigymnasien - geschult. Die Zeiten, in denen Hobby- Tourengeher auf den Stockerln zu finden waren, sind vorbei.

Es kommt eine neue, professionelle Generation der Schibergsteiger daher, die neue Maßstäbe setzt und die Sportart auf den angepeilten Kurs bringt: Teilnahme an Olympia 2018. Der nationale Verband ASKIMO arbeitet daran, die rot-weiß-roten Athleten nach vorne zu bringen. Die nächste und wichtigste Gelegenheit der Saison dazu ist die Weltmeisterschaft im Schibergsteigen von 24. bis 28.2.2008, die ebenfalls in der Schweiz ausgetragen wird.

Informationen zum Schibergsteigen allgemein finden sich auf www.astc.at

Video: Valerette 2008 - kurzes Video, welches das Abfellen und den Beginn der Abfahrt zeigt.. 0.38 min

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Der regierende österreichische Meister Andi Ringhofer; Bild: Alfred Ruff
Martin Mattle (Cadett- Klasse) in Valerette in der Schweiz; Bild: Alfred Ruff
Andi Fischbacher beim Weltcuprennen in Valerette in der Schweiz; Bild: Alfred Ruff
Martin Bader, der einzige Vertreter Österreichs in der Espoir- Klasse; Bild: Alfred Ruff
Nationalteamkapitän Alex Lugger hoch über dem Genfer See in der Schweiz; Bild: Alfred Ruff


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