Gran Paradiso - Nordwestwand

Eisklettern
Mittel
(1)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit 50°
Höhe Einstieg
Höhe Einstieg3500 m
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 600 m
3:30 Std.  /  10:00 Std.
AusrichtungNordwest
AusrichtungNordwest
Zustiegszeit
Zustiegszeit 3:30 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 3:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Regionen:
Berg:
Gran Paradiso  (4061 m)
Charakter:

Sehr schöne, nicht zu anspruchsvolle Tour, etwas Abseits der Massen vom Normalweg. In Verbindung mit Skiaufstieg und Abfahrt sehr zu empfehlen. Wand objektiv eher sicher. Kaum Spalten.

Genaue Routenbeschreibung:

Prinzipiell mehrere Möglichkeiten wobei zumeist die besten Verhältnisse im linken Wandteil anzutreffen sind. Alternativ kann aber auch ganz rechts im Eis und zuletzt über Fels (III-IV) ausgestiegen werden, oder direkt in Falllinie hoch mit oft blankem Eis und abschließenden Eiswulstes (ca.70 Grad) zum Vorgipfel.
Der gängige Anstieg jedoch verläuft parallel zu den linken Begrenzungsfelsen.

Vom vorgelagerten Wandfuß (ca.3400m) über einen leichten Aufschwung zum eigentlichen Wandfuß (ca.3500m). Ab hier steilt sich die Wand zunehmend bis zur Randspalte (ca.3650m) auf. Nach Überwindung die Wand parallel zu den linken Begrenzungsfelsen in rinnenartiger Vertiefung hoch bis zum Grat (ca. 3950m). Unschwierig nach rechts über Firn/Eisgrat weiter bis zum Vorgipfel. Ab hier den nahezu horizontalen Grat in Schnee und leichtem Fels(Stellen I ) noch ca. 200m weiter bis zum Fuß des 10m hohen, blockartigen Gipfelfelsens mit Madonnenstatue. Diesen Gipfelfelsen hoch (10m, II+) zu kleinem, ausgesetztem Plateau (~3-4h ab Wandfuß).

Erstbegeher / Erstbesteiger:

A. Cretier, L. Bon und Renato Chabod am 11. Juli 1930. Erste direkte Begehung durch Franco Garda und Sergio Giometto am 12. - 14. Juli 1958

Expressschlingen: 

8

Klemmkeile: 

Keine

Friends: 

Keine

Ausrüstung:

Gletscherausrüstung, Seil (Einfachseil genügt), Eisgeräte, Eisschrauben, Skitourenausrüstung je nach Schneelage

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Schwierigkeit:
D-, Eis bis 50 Grad, ca. 500 Hm + 100Hm leichter Vorbau (eigentliche Schwierigkeiten konzentrieren sich jedoch auf 300Hm ab Randspalte)
Objektive Gefahren:
gering, sehr wenig Spalten im Zustieg wie Abstieg. Wand objektiv eher sicher, in der Regel kein Eis oder Steinschlag.
Beste Jahreszeit:
Frühjahr und Frühsommer (April, Mai, Juni) günstig, dann wenig oder fehlendes Blankeis in der Wand, außerdem bequemer Zustieg und vor allem Abstieg. Tour ansonsten auch im Sommer und Herbst gut möglich, dann jedoch Wand insg. blanker.

Absicherung: 
Alpin
Zustieg zur Wand:

Hinter der Hütte in nördlicher Richtung in eine Becken, in dem der Gran Paradiso Gletscher liegt. Ab hier zwei Möglichkeiten:
1. Gerade weiter bis zur Seitenmoräne die den Gletscher orographisch rechts begrenzt. Ansteigend die Moräne gewinnen und hinter ihr auf Gletscher nach Osten weiter. In östlicher Linienführung bis zu den Spalten am vorgelagerten Wandfuß. Direkterer, kürzerer Zustieg dafür weniger gespurt und eventuell mehr Spalten.

2. Den Normalweg verfolgend, im Becken des Gran Paradiso Gletschers, bequem ansteigend bis ca. 3500m. Hier versuchen nach links zu halten auf den übergletscherten Rücken einer Anhöhe. Ab hier ca. 150-200Hm Absteigen oder Abfahren (Spalten) Richtung Norden zum vorgelagerten Wandfuß (ca.3400m). Mehr Höhenmeter dafür gut gespurt, kaum Spalten im Anstieg, wenige im kurzen Abstieg.

Höhe Einstieg: 

3500 m

Abstieg:

Vom Gipfel südlich über leichte Felsen zu Normalweg queren und über diesen unschwierig in westlicher Richtung auf dem Gran Paradiso-Gletscher zurück zur Hütte (~3/4h mit Ski, ~2h zu Fuß). Bei Benützung des Normalwegs kaum Spalten.
Ab Hütte weiter wie bekannt zum Parkplatz (je nach Schneelage und Skibenützung zw. 45min bis 1h 30 min ab Hütte)

Kartenmaterial:

IGC-Topokarte Italien, Blatt 101 Gran Paradiso, 1: 25 000

Der direkte Zustiegsweg ist auf empfohlener Karte schwarz und dünn eingezeichnet.

Bemerkungen:

Vom Auto zum Gipfel sind es 2100 Hm vom Auto aus ist mit ca. 12 Stunden zu rechnen.

Auf der Straße nach Pont hat man bei der Abzweigung zur Rif.Chabod bei ca. 1840 Hm links oben (in Fahrtrichtung nach Pont gesehen) guten Blick (siehe Photo) auf die Wand.

Andere mögliche Eistour ab Hütte bietet sich mit dem Ciarforon (3642m) an.

Zustieg zum Stützpunkt: Vom Parkplatz den Bach überqueren und an seiner linken Seite südlich aufwärts, bis ein Wäldchen kommt. Dort dem Schild Richtung Rifugio Vittorio Emanuele folgen. Der Weg geht steil in Serpentinen kurz nach einem Bachzulauf links, östlich denn Hang empor bis sich der Wald lichtet und der Hang sich etwas zurücklegt. Immer auf einem Rücken bleibend, links eines Bacheinschnitts, in östlicher Richtung weiter empor. Kurz hinter einem von weitem schon zu sehenden, kleinen gemauerten Gebäude (Wasserversorgung), geht der Weg leicht nach links zur Hütte (2-2,5 h ab Parkplatz). 

Das Rifugio Vittorio Emanuele ist bewirtschaftet und hat ca. 50 Plätze; Lager für Alpenvereinsmitglieder: ca. 8 Euro. Der Hüttenwirt gibt gerne Auskünfte über aktuelle Verhältnisse

Infostand: 

01.05.2004

Autor: 

Alban Glaser

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Mit dem Auto je nach Ausgangspunkt bis Aosta dann weiter Richtung Courmayeur. Abbiegen ins Val Savarenche, am Talende kostenloser Parkplatz bei Pont (1960m)

Talort / Höhe:

Pont, Val Savarenche  - 1960 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Rifugio Vittorio Emanuele  - 2732 m

Bilder (24)

Übersicht Nordwestwand

Übersicht Nordwestwand, Die Gran Paradiso - Nordwestwand, gesehen von Strasse nach Pont, Foto: Alban Glaser

Detailübersicht Nordwestwand

Detailübersicht Nordwestwand, Die Gran Paradiso - Nordwestwand vom Einstieg aus gesehen, Foto: Alban Glaser

Ciarforon Nordwand

Ciarforon Nordwand, Ciarforon Nordwand ist das zweite Eisziel in der Region, Foto: Alban Glaser

unterer Wandteil, nach Randspalte

unterer Wandteil, nach Randspalte

Gran Paradiso Nordwestwand

Gran Paradiso Nordwestwand , Foto: Alban Glaser

Grand Paradiso Nordwestwand

Grand Paradiso Nordwestwand, Wand gesehen von Strasse nach Pont, Foto: Alban Glaser

Rifugio Vittorio Emanuele

Rifugio Vittorio Emanuele , Foto: Alban Glaser

Hüttenzustieg

Hüttenzustieg , Foto: Alban Glaser

Randspalte

Randspalte, Moritz auf der Höhe der Randspalte, Foto: Alban Glaser

Blankeis

Blankeis, Blankeis in Wandmitte, Foto: Alban Glaser

unterer Wandteil, nach Randspalte

unterer Wandteil, nach Randspalte , Foto: Alban Glaser

Blankeislänge

Blankeislänge, Blankeislänge in Wandmitte, parallel der linken Begrenzungsfelsen, Foto: Alban Glaser

Wandmitte

Wandmitte, Alban Glaser in Wandmitte, Foto: Moritz

Wandmitte

Wandmitte, Wandmitte, Anstieg verläuft über links zu sehende rinnenartige Vertiefung gerade empor zu Grat. Rechts zu sehen der Serac vom möglichen Direktanstieg zum Vorgipfel, Foto: Alban Glaser

oberes Wanddrittel

oberes Wanddrittel, Blick vom Wandausstieg in die obere Wandhälfte, Foto: Alban Glaser

Ausstieg auf Grat

Ausstieg auf Grat, Blick zurück zu Ausstieg aus der Wand mit folgendem Schnee/Firngrat zum Vorgipfel, Foto: Alban Glaser

Firngrat

Firngrat, Auf dem Firngrat zum Vorgipfel, Foto: Alban Glaser

Gipfelgrat

Gipfelgrat, Blick auf den Gipfelgrat., Foto: Alban Glaser

Abfahrt zur Hütte

Abfahrt zur Hütte, Standpunkt ca. Ende des Gran Paradiso-Gletschers mit Blick zur Hütte, Foto: Alban Glaser

am vorgelagerten Wandfuß

am vorgelagerten Wandfuß , Foto: Alban Glaser

Im unteren Teil der Wand

Im unteren Teil der Wand, Die Randkluft in der direkten Falllinie der Wand zu überschreiten war nicht möglich, deshalb stiegen wir 100m weiter rechts ein und querten dann in die Falllinie., Foto: Ole Kiwus

Rechts unterhalb der linken Begrenzungsfelsen

Rechts unterhalb der linken Begrenzungsfelsen, Wir durchstiegen den untern Teil diagonal von rechts nach links., Foto: Ole Kiwus

Im mittleren Wandteil

Im mittleren Wandteil, Vom mittleren Wandteil nach oben hin, wurde die Konsistenz des Eises immer schlechter. Allerdings machten wir die Route auch im August., Foto: Ole Kiwus

oberer Wandteil

oberer Wandteil, In der vorletzten Seillänge. Wir kletterten im oberen Teil sehr weit links. Dort war das Eis nicht so steil wie in der Nähe der Wulst., Foto: Ole Kiwus

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