New look new hook

Eisklettern
Schwer
(1)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit M9  /  WI5+
Höhe Einstieg
Höhe Einstieg1600 m
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 120 m
3:00 Std.  /  4:00 Std.
AusrichtungWest
AusrichtungWest
Zustiegszeit
Zustiegszeit 1:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Gebirge:
Berg:
Rauhe Gaisl  (2102 m)
Charakter:

Im Jänner 2001 eröffnete ich mit Oswald Santin an der Rauhen Gaisel im Pragsertal eine markante Route im traditionellen Stil (nur mit Normalhaken). Da wir der Meinung waren, dass wir für die harte aber gelungene Arbeit ein Bier verdient hätten, nannten wir sie „Beer drinking“. Ihre Schwierigkeit bewerteten wir mit M9. Wie ernsthaft und schwierig diese Route war, sollte sich im Laufe der Jahre daran zeigen, dass sich nur wenige Eiskletterer an eine Wiederholung wagten. In 16 Jahren waren es meines Wissens nach nur 5 Wiederholungen.

Im Jahre 2013/14 gab es an der Wand einen Felssturz, dem ca. ein Drittel der Route, der untere und schwierigere Teil, zum Opfer fiel. Zwei Drittel im oberen Teil blieben zwar erhalten, dennoch verschwand die Route aus dem „Eiskletterführer Südtirol-Dolomiten“, als dieser neuaufgelegt wurde, was ich bedauerte.

Zusammen mit Kurt Astner machte ich mich am 25.01.2018 auf den Weg. Vor Ort wollten wir überlegen, ob man an den Teil, der durch den Ausbruch zerstört worden war vielleicht neu einrichten könnte, um so die Tour wiederzubeleben. Unter dem Dach angekommen hofften wir darauf, eine stimmige Linie zu finden, die die alte Tour wieder vervollständigen könnte. Als wir feststellten, dass die „Eiserne Jungfrau“, eine Tour von Simon Gietl und Vittorio Messini aus dem Jahre 2015, einen entscheidenden Teil der Linienführung meiner alten Tour, fest in ihrem eisernen Griff hat und diese  sich zu eigen macht, entschieden wir uns dafür, weiter links eine völlig neue Route mit Bohrhaken und gute Hooks zu eröffnen.

Wir hatten Glück, denn schon nach kurzem Suchen konnten wir eine geeignete Linie ausfindig machen. Damit waren wir für den Tag zufrieden und da wir ohnehin nicht ausgerüstet waren, eine Neutour zu eröffnen, kletterten wir - just for fun- und mit Tourenschuhen über den Spitzbart weiter. Ich war ihn bisher noch nie geklettert und so überlies Kurt mir den Vorstieg. Zu meiner Freude konnte ich diese ausgesprochen schöne Tour one sight durchsteigen.

Wenige Tage später waren wir wieder zurück unter dem Überhang, den wir uns für unsere Neutour ausgesucht hatten. Diesmal voll ausgerüstet, um zur Tat zu schreiten. Ich bemerkte, dass Kurt vor Energie und Motivation schier platzte, und so stand es erst gar nicht zur Diskussion, wer von uns Beiden die neue Seillänge am Fels einrichten sollte. Schwungvoll und unermüdlich bohrte er sich über die Dächer immer weiter nach oben. Als er schließlich den Übergang vom Fels ins Eis erreichte, musste Kurt jedoch eingestehen, dass er nun doch etwas ausgepowert war. Nun übernahm ich die weiteren Schritte. Ich hantierte herum, bohrte Hooks und studierte die Bewegungsabläufe. Nach einem arbeitsintensiven aber erfolgreichen Tag, war unsere neue Tour bis auf ein paar Feinheiten fertig und wartete nur darauf, geklettert zu werden. Da auch wir darauf brannten, standen wir bereits wenige Tage später erneut am Einstieg.

Nachdem noch einige Löcher etwas verbessert und ganz oben ein letzter Standplatz eingerichtet worden war, stand einem Rotpunktversuch nichts mehr im Wege. Diesmal ließ Kurt mir den Vortritt und ich stieg mit der Absicht ein, erstmal die Bewegungen zu studieren. Zu meinem eigenen Erstaunen gelang es mir jedoch auf Anhieb, die Tour bis unter den letzten großen Überhang zu klettern. Dort nutzte ich eine kleine „Rastposition“ um ein letztes Mal meine Arme etwas zu schütteln, bevor ich meinem Gefühl folgte, das mir sagte, dass ich diese M9 vielleicht schon beim ersten Versuch durchziehen könnte…! Entschlossen kletterte ich weiter und erreichte das Top, zwar mit letzter Kraft, aber immerhin beim ersten Versuch! Die Mühe hatte sich gelohnt! Nun stieg mein Kletterpartner ein. Er war in Top-Form und durchstieg die Tour beim ersten Versuch scheinbar ohne Anstrengung und ohne erkennbaren Kräfteverschleiß!

….und weil´s so schön war, kletterte er die Route gleich noch ein Mal…!

Mit „New look new hook” haben wir uns von der alten Route „Beer drinking“ verabschiedet und dafür eine neue, sehr schöne Mixedroute, mit insgesamt 3 Seillängen geschaffen. Nun wartet die Route gespannt auf erste Wiederholer.

Genaue Routenbeschreibung:

siehe Topo

Weitere Touren an der Rauhen Gaisl findet ihr hier

Erstbegeher / Erstbesteiger:

Christoph Hainz und Kurt Astner (1/2018)

Seillänge: 

2 x 60 m

Ausrüstung:

Eis-/Mixedkletterausrüstung

Absicherung: 
Alpin
Zustieg zur Wand:

Die Routen sind bereits vom Parkplatz (links oben) zu sehen. Man geht auf dem Forstweg zur Rossalpe bis zu einer Waldlichtung. Hier in einer Linksschleife über Latschen hinauf zum Einstieg.

Höhe Einstieg: 

1600 m

Abstieg:

Abseilen

Infostand: 

25.01.2018

Autor: 

Christoph Hainz

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Über die Brennerautobahn A22 (mautpflichtig) fahren bis zur Ausfahrt Brixen/Vahrn (Pustertal), dann auf der Staatsstraße (SS49-E66) weiter ins Hochpustertal. Entfernung ab Ausfahrt Autobahn Brixen/Pustertal: ca. 60 km.

Über Lienz in Osttirol (A), indem Sie die österreichisch-italienische Grenze auf der Staatsstraße (B100-E66) passieren. Ideale Anreise aus Süddeutschland über die Felbertauernstraße.

Vom Pustertal ins Pragser Tal und dort nach Altprags bis zum Gasthof Brückele (Abzweigung zwischen Welsberg und Niederdorf).

Talort / Höhe:

Prags/Schmieden  - 1210 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Wanderparkplatz beim Gasthaus Brückele  - 1494 m

Bilder (3)

Übersicht Mixedgebiet Rauhe Gaisl (c) Christoph Hainz

Übersicht Mixedgebiet Rauhe Gaisl (c) Christoph Hainz

New look new hook (c) Christoph Hainz

New look new hook (c) Christoph Hainz

New look new hook (c) Christoph Hainz

New look new hook (c) Christoph Hainz

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