Ferrata della Memoria - Vajontschlucht

Klettersteig
Schwer
(1)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit D
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 200 Hm  /  230 Hm
1:45 Std.  /  2:45 Std.
Absicherung
AbsicherungSehr gut
AusrichtungSüd
AusrichtungSüd
Zustiegszeit
Zustiegszeit 0:15 Min.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 0:45 Min.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Berg:
Monte Pul  (1235 m)
Charakter:

Die Ferrata della Memoria ist ein Klettersteig, dem man mit Ehrfurcht begegnen sollte! Die Route ist steil und ausgesetzt und verläuft anfangs durch zwei originelle Stollen. Im Mittelteil klettert man oberhalb eines tiefen Abgrundes, durch den die riesige Flutwelle ins Tal schoss. Ca. 2000 Menschen verloren am 9. Oktober 1963 um 22:39 Uhr ihr Leben. Große Teile der Bergflanke rutschten in den Stausee, eine gewaltige Welle wurde dadurch gebildet, die zuerst auf die andere Talseite, dann aber über die Staumauer schwappte. Durch die enge Schlucht (in welcher der Klettersteig verläuft) kam es zu einer großen Druckwelle, welche zusammen mit den danach folgenden Wassermassen den Ort Longarone komplett auslöschte. Bis auf den Kirchturm wurde alles weggespült, die Staumauer blieb zwar unbeschädigt, der See wurde aber nie wieder aufgefüllt. Der Besuch des sehr gut gemachten Klettersteiges ist lohnend, der Anblick der riesigen Staumauer - im Wissen um die Katastrophe von 1963 - aber erdrückend.

Genaue Routenbeschreibung:

Siehe Topo. Nach 2 Stollen (im zweiten Stollen gibt es eine Variante ab der Mitte außen entlang) folgt man dem Band zu einer Leiter, danach beginnen die Schwierigkeiten. Steilere Stufen und glatte Wandstellen müssen überklettert werden, es kommen aber immer Bänder zum Ausruhen. Auf Höhe der Straße, die im Berg verläuft, wird der Steig etwas leichter. Ein schönes Band führt zur zweiten Eisenleiter, danach Gehgelände bis zum Ende bei einem Steintor.

Ausrüstung:

Komplette Klettersteigausrüstung, Helm und Stirnlampe für die Stollen.

Bemerkung zu den Versicherungen:

Sehr gut mit Stahlseil und Klammern abgesichert.

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Am Anfang A, dann im Mittelteil mehrere Passagen D und im oberen Teil wieder leichter (B/C)

Zustieg zur Wand:

Vom Parkplatz vorbei an der Infotafel zum Tunnel, direkt vor diesem aber rechts einem Pfad abwärts folgen. Man gelangt zu einem alten Weg der zum ersten Stollen führt, dort ist der Einstieg der Ferrata.

Höhe Einstieg: 

595 m

Abstieg:

Vom Ende des Klettersteiges durch das Steintor und dem Pfad folgen. Man gelangt zu einer Abzweigung: Links geht es zum Troi de S. Antoni (Casso) - man brauch auf diesem Weg ca. 1 Stunde zum Auto. Rechts geht es zum Diga (Staudamm mit der Gedenkstätte), man geht von dort entlang der Straße (durch Tunnel) zurück, bei der Ampel nach dem 2ten Tunnel steigt man direkt zum Parkplatz ab (gesamt ca. 45 Minuten).

Bemerkungen:

Den Helm und das Klettersteigset am besten schon am Parkplatz anlegen.

Der Abstieg zur Gedenkstätte (Staudamm) und dann durch die Tunnel (es gibt interessante Ausblicke auf den Damm durch div. Löcher) dürfte etwas interessanter als die andere Möglichkeit auf den "Troi de S. Antoni" sein. Den Staudamm darf man aber nur mit Führer betreten.

Tipp: Wer etwas an Klettersport interessiert ist, wandert ein paar Minuten der Straße entlang aufwärts zum Klettergarten. Die Routen am riesigen, rötlichen Überhang sind alle so im 10. und 11. Grad. Mit etwas Glück kann man den Kletterern zuschauen, wie sie sich durch den Überhang hangeln.

Achtung: Bei Nässe kann der Klettersteig recht unangenehm und rutschig sein (im Herbst ist die enge Schlucht oft länger feucht).

Guter Film (ab Minute 20) über das Unglück: “Die Eroberung der Alpen – Wasserkraft”

Autor: 

Axel Jentzsch-Rabl

Autor (Referenz): 

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Von Cortina oder Belluno nach Longarone, im Ort in Richtung Erto/Vajont abzweigen. Nach dem Bach nach links, nach einer langen Geraden beginnen die Kehren. Bei der 6ten Kehre kann man rechts auf einer Teerstraße bis zum Parkplatz bei der Klettersteiginfotafel fahren. Mit Bahn/Bus: Mit der Bahn nach Longarone, dann zu Fuß oder mit dem Bus zur 6ten Kehre (den Fahrer fragen, ob er bei der 6ten Kehre anhält).

Talort / Höhe:

Longarone  - 474 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Klettersteigparkplatz bei der 6ten Kehre der SP251  - 570 m

Bilder (17)

Übersicht Ferrata della Memoria: Gut zu sehen der Zustieg, der letzte Teil des Abstieges und der Klettersteig

Übersicht Ferrata della Memoria: Gut zu sehen der Zustieg, der letzte Teil des Abstieges und der Klettersteig

Beim Parkplatz, vor dem Wartungstunnel geht man nach rechts im Wald hinunter.

Beim Parkplatz, vor dem Wartungstunnel geht man nach rechts im Wald hinunter.

Der Einstieg des Klettersteiges beim ersten Tunnel.

Der Einstieg des Klettersteiges beim ersten Tunnel.

Im ersten, ca. 155 m langen Tunnel.

Im ersten, ca. 155 m langen Tunnel.

Auf dem Band geht man zur Leiter.

Auf dem Band geht man zur Leiter.

Das Band vor der ersten Leiter, hinten der Ort Longarone.

Das Band vor der ersten Leiter, hinten der Ort Longarone.

Auf der ersten Leiter, danach wird es schwer.

Auf der ersten Leiter, danach wird es schwer.

Eine der steilen Passagen mit grandiosem Tiefblick.

Eine der steilen Passagen mit grandiosem Tiefblick.

Unten die enge Vajontschlucht.

Unten die enge Vajontschlucht.

Oft helfen einige Klammern über die Stufen.

Oft helfen einige Klammern über die Stufen.

Im oberen, etwas leichteren Teil.

Im oberen, etwas leichteren Teil.

Im oberen Teil, hinten sieht man den Berghang, der in den See gerutscht ist.

Im oberen Teil, hinten sieht man den Berghang, der in den See gerutscht ist.

Auf der zweiten Leiter kurz vor dem Ausstieg.

Auf der zweiten Leiter kurz vor dem Ausstieg.

Bei der Gedenkkapelle nahe der Staumauer.

Bei der Gedenkkapelle nahe der Staumauer.

Ein Modell der Flutwelle von 1963

Ein Modell der Flutwelle von 1963

Der Staudamm blieb komplett unbeschädigt, die Welle schwappte über den Damm.

Der Staudamm blieb komplett unbeschädigt, die Welle schwappte über den Damm.

Der Tiefblick von der Fahrstraße (Abstiegsweg).

Der Tiefblick von der Fahrstraße (Abstiegsweg).

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