24h Hike&Fly World Record 2026 Norway (c) Daniele Molineris / Red Bull Content Pool 24h Hike&Fly World Record 2026 Norway (c) Daniele Molineris / Red Bull Content Pool
11 Juni 2026

Aaron Durogati stellt mit 19.425 Hm neuen Hike-and-Fly-Weltrekord auf

Der italienische Gleitschirmpilot und Bergsteiger kletterte binnen 24 Stunden 18 x auf den Mount Slogen in Norwegen

n weniger als 24 Stunden

Der italienische Gleitschirmpilot Aaron Durogati hat in Norwege am Mount Slogen eine historische Leistung vollbracht: Er bewältigte innerhalb von weniger als 24 Stunden eine Höhendifferenz, die mehr als dem Doppelten des Mount Everest entspricht, und stellte damit einen neuen Hike-and-Fly-Weltrekord auf.

Bei einer außergewöhnlichen 24-Stunden-Hike-and-Fly-Challenge am norwegischen Berg Mount Slogen, der mit seinen 1.564 Metern direkt aus dem Hjørundfjord herausragt, wurde der Rekord für den gesamten Höhengewinn innerhalb von 24 Stunden auf 19.424 Höhenmeter gesteigert. Damit übertraf Durogati den bisherigen Rekord um 1.890 Höhenmeter. Zwischen dem 7. und 8. Juni 2026 absolvierte er 18 Aufstiege mit jeweils rund 1.080 Höhenmetern und einer durchschnittlichen Steiggeschwindigkeit von 900 Höhenmetern pro Stunde.

Aaron Durogati zählt zu den führenden Athleten der Hike-and-Fly-Szene. Er verfügt über langjährige Erfahrung bei Ausdauerherausforderungen im Hochgebirge und auf höchstem Wettkampfniveau. Zudem gewann er 2025 das Red Bull X-Alps – das härteste Adventure-Rennen der Welt und den ultimativen Test für Hike-and-Fly-Athleten.

Die Disziplin Hike-and-Fly geht auf das Jahr 2014 zurück, als der Österreicher Florian Ebenbichler mit einem ultraleichten Gleitschirm in 24 Stunden einen Höhengewinn von 8.860 Metern erreichte. Der Rekord wurde später von Tanguy Renaud-Goud, ebenfalls Red Bull-X-Alps-Pilot und Ausdauersportler, auf 17.534 Meter (2024) verbessert.

Das Rekordprojekt am Mount Slogen einfach erklärt: Innerhalb von 24 Stunden so viele Höhenmeter wie möglich sammeln, indem man den Berg zu Fuß hinaufsteigt und anschließend mit dem Gleitschirm wieder ins Tal fliegt. Dabei mussten zahlreiche Faktoren sorgfältig berücksichtigt werden, darunter Windbedingungen, Nachtflüge, präzise geplante Ernährung sowie ultraleichte Ausrüstung. Um maximale Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten, fand der Versuch weit im Norden statt, wo während dieser Jahreszeit 24 Stunden Tageslicht herrschen.

Die Strecke war 2,57 Kilometer lang und führte pro Aufstieg über etwa 1.080 Höhenmeter – nahezu vom Meeresspiegel direkt aus dem Fjord hinauf. Dieselbe Route hatte bereits Kilian Jornet, oft als „GOAT“ (Greatest of All Time) des Berg-Ausdauersports bezeichnet, für seinen Vertical-Kilometer-Rekordversuch gewählt. Die Kombination aus großem Höhengewinn, Start auf Meereshöhe und ununterbrochenem Tageslicht machte den Slogen zum idealen Ort für den Rekordversuch.

„Es gab einige harte Momente. Schon nach 4.000 bis 5.000 Höhenmetern war ich sehr müde, besonders wenn ich daran dachte, dass noch etwa 20 Stunden vor mir lagen. Ich versuchte, mich auf jede Runde und jeden Schritt zu konzentrieren. Die Anstiege teilte ich in kleine Abschnitte auf und arbeitete beim Fliegen möglichst präzise, effizient und schnell. Nachts wurde es mit Dunkelheit und einigen Regenschauern schwierig, aber ich hatte ein großartiges Team, das mich die ganze Zeit motivierte“, sagte Durogati.

Die gesamte Herausforderung wurde in 23 Stunden und 42 Minuten abgeschlossen. Dabei erreichte Durogati eine maximale Fluggeschwindigkeit von 86 km/h und legte insgesamt 103 Kilometer zurück. Mit mehr als 19.000 Höhenmetern übertraf er die Höhe des Mount Everest (8.848,86 m) um mehr als das Doppelte und erzielte damit eine der beeindruckendsten Leistungen in der Geschichte des Hike-and-Fly-Sports.

Durogati betonte, dass der Erfolg das Ergebnis vieler kleiner Optimierungen gewesen sei:

„Es war das Gesamtpaket. Ich habe sehr hart an meiner Kraft und körperlichen Vorbereitung gearbeitet, spezielle Gleitschirme für dieses Projekt entwickelt sowie besondere Rucksäcke und Gurtzeuge gebaut. Wenn ich auf jeder der 18 Runden hier und da zehn Sekunden spare, summiert sich das am Ende auf eine oder anderthalb Minuten pro Runde – und genau das kann über einen Weltrekord entscheiden. Deshalb war ich extrem motiviert, so effizient wie möglich zu sein.“

Für Durogati ist der Weltrekord der Höhepunkt eines langjährigen Projekts:

„Es fühlt sich großartig an, weil es ein langfristiges Vorhaben war. Ich nehme an vielen Rennen teil, und für dieses Projekt brauchte ich etwa drei Viertel eines Jahres Vorbereitung, den richtigen Ort und ein gutes Team. Es war etwas, das in meiner Karriere noch gefehlt hat. Dieses Jahr hatte ich die Motivation, den passenden Ort und die nötige Zeit – und in den letzten 24 Stunden hat einfach alles zusammengepasst.“

Wichtige Fakten zum 24-Stunden-Hike-and-Fly-Weltrekord

  • Rekord: Neuer 24-Stunden-Hike-and-Fly-Weltrekord
  • Gesamter Höhengewinn: 19.424 m
  • Bisheriger Rekord: 17.534 m
  • Verbesserung: +1.890 m
  • Start: 7. Juni 2026, 12:00 Uhr MESZ
  • Ziel: 8. Juni 2026, 11:42 Uhr MESZ
  • Gesamtdauer: 23 Stunden 42 Minuten
  • Anzahl der Aufstiege: 18
  • Durchschnittlicher Höhengewinn pro Aufstieg: 1.080 m
  • Durchschnittliche Steigrate: 900 m/h
  • Ort: Slogen, Norwegen
  • Datum: 7.–8. Juni 2026
  • Maximale Fluggeschwindigkeit: 86 km/h
  • Gesamtdistanz (Laufen + Fliegen): 103 km
  • Entspricht: Mehr als 2 × Mount Everest
  • Durchschnittliche Herzfrequenz: 118 bpm
  • Maximale Herzfrequenz: 158 bpm
  • Energieverbrauch: 10.000 kcal aufgenommen, 11.000 kcal verbrannt
  • Empfohlene Erholungszeit: 119 Stunden (rund 5 Tage)
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