Via Normale - Normalweg - Monte Pelmo

Klettern
Leicht
(1)

Toureninfo

Diff.
Schwierigkeit 2
Absicherung
AbsicherungAlpin
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 970 m  /  1700 Hm
4:30 Std.  /  10:15 Std.
AusrichtungSüdost
AusrichtungSüdost
Zustiegszeit
Zustiegszeit 1:45 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 4:00 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Regionen:
Gebirge:
Berg:
Monte Pelmo  (3168 m)
Charakter:

Eindrucksvoller Anstieg auf den riesigen Felsklotz, welcher zwischen Civetta und Antelao steht - der 3168 m hohe Gipfel des Monte Pelmo gehört zu den höchsten Erhebungen der Dolomiten. Da der Aufstieg einige Kletterstellen bis zum zweiten Schwierigkeitsgrad aufweist und weder Seilbahn noch Straße zum Beginn der Tour führen, ist man am Monte Pelmo meist abseits des Touristentrubels unterwegs. Der von vielen Bergsteigern ohne Sicherungsseil durchgeführte Aufstieg erfordert aber volle Konzentration, die kurzen, aber recht ausgesetzten Felsaufschwünge, das Gehen im Schutt und die 1700 Hm haben es durchaus in sich! Vom Gipfel hat man einen fantastischen Rundumblick auf Tofana, Civetta, Cristallo und Antelao – diesen sollte man entspannt genießen, bevor der Kletter-Abstieg wieder volle Konzentration verlangt.

Genaue Routenbeschreibung:

Ball-Band: Nach der Aufschrift "Attacco" anfangs genau der roten Markierung im Zickzack aufwärts folgen (Stufen bis 2-), man erreicht dann einen Pfad im Schutt und folgt diesem nach links - immer auf die Steinmännchen achten. Der Pfad wird schmaler und man erreicht den Beginn eines Felsbandes (kurze Stufe hinauf auf das Band; 1). Weiter auf dem Felsband (Stellen bis 1-, wenige Bohrhaken, Normalhaken und Sanduhrschlingen). Bei einem Block klettert man kurz abwärts (1), dann weiter auf dem Band (1- und gehen) bis in die erste Schlucht. Nach der ersten Schlucht folgt eine Passage mit 3 Fixseilen in Folge (1+, div. Haken). Weiter dem Band folgen, einmal kurz absteigen und weiter in die zweite Schlucht. Aus der zweiten Schlucht hinaus zur Ecke - Wiesenabsatz mit zwei kleinen Bäumchen. Nach der Wiese wieder auf dem tlw. sehr schmalen Band weiter zur ehemaligen Kriechstelle (Passo del Gatto - Katzengang), diese wird mit Hilfe eines Fixseiles luftig umklettert (2-). Danach erreicht man die dritte Schlucht. Nach der Wasserlaufquerung kurz in einer Kehre höher, dann auf dem oberen Band zu einer glatt polierten Ecke (1+, Normalhaken). Nach dieser Ecke erreicht man einen Absatz mit einem einzelnen Bäumchen.

Schutthalde bis Steinplateau: Vom Absatz weiter den Pfadspuren folgen und über plattigen Fels (kurze Stellen 1 bis 1+) hinauf (auf die Steinmännchen achten!). Weiter leicht rechtshaltend auf Pfadspuren in das große Schuttfeld. In diesem auf dem Pfad aufwärts bis man oben zu einer mit kleinen Bändern durchzogenen Steilstufe kommt. Den ersten Felsaufschwung überwindet man ganz rechts, quert dann nach links und steigt über div. Stufen (Stellen bis 1, Steinmännchen) aufwärts. Oben wird der Fels gelb und man gelangt durch eine Rinne (1-) auf das Steinplateau. Links hinten sieht man zum ersten Mal den Hauptgipfel.

Steinplateau - Gipfel: Auf dem Steinplateau zwischen Blöcken hindurch den Sattel zwischen Spalla Sud und Monte Pelmo ansteuern. Man folgt den Steinmännchen - etwas aufpassen sollte man auf die tiefen Spalten im Fels. Am Ende durch eine Rinne (1-) nach rechts hinauf auf den flachen Sattel. Weiter nach rechts, den Steinmännchen zu einer Plattenrampe folgen (1-), diese dann aber links bei Steinmännchen über einen kurzen Aufschwung (1+) verlassen. Gleich nach dem Aufschwung nach rechts - links im Bereich des Grates kann man aber auch aufsteigen - auf einem Band zu einer Schutthalde. Diese auf Pfadspuren linkshaltend aufwärts - man erreicht einen kleinen, flachen Gratabsatz. Nach diesem steuert man den steilen Zackengrat an. Über eine steile und ausgesetzte Passage (1) erreicht man die Schlüsselstelle (2), eine kurze aber senkrechte Wandstufe (Schlinge, oben sind sehr gute Griffe an denen man sich über die Stufe zieht). Nach der Stufe in wenigen Minuten auf dem flachen Grat gehend zum Gipfel des Monte Pelmo 3168 m.

Erstbegeher / Erstbesteiger:

Der irische Botaniker Sir John Ball stieg mit einem Gamsjäger am 19. September 1857 in Richtung Gipfel auf. Der Gamsjäger verweigerte aber das "Ball-Band" und so kletterte John Ball alleine über das Band und den damals noch vorhanden Pelmogletscher auf den Gipfel. Sir John Ball hatte bei seinen Touren neben dem Seil auch meist einen Regenschirm dabei (den er in den drei Schluchten des Ball-Bandes evtl. auch gebrauchen konnte, da dort meist etwas Wasser von oberhalb liegenden Schneeresten herab rinnt).

Seillänge: 

1 x 50 m

Expressschlingen: 

5

Klemmkeile: 

Keine

Friends: 

Keine

Ausrüstung:

Helm - evtl. Kletterausrüstung mit 50 m Seil und 5 Expressschlingen.

Anm.: Wir haben viele Leute mit Klettergurt und Klettersteigset gesehen - für die 4 kurzen Fixseilpassagen ist der Gurt mit dem Klettersteigset aber nicht unbedingt nötig. Wer auf dem Band aber mit Seil sichert, sollte genau wissen, wie er das sicherungstechnisch macht (Mitreißgefahr auf dem Band).

Bemerkung zu den Versicherungen:

An die schweren Passagen auf dem Ball-Band ist immer ein kurzes Kletterseil gespannt (4 x). Auf dem Ball-Band gibt es zahlreiche Haken, Bohrhaken und Sanduhren. Oben gibt es keine Sicherungen.

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Eine Passage 2, Stellen 2-, meist aber 1 und leichter.

Zustieg zur Wand:

Auf dem Forstweg bis kurz vor den Passo de Rutorto (der Forstweg ist nicht zu steil, geht sehr gut mit dem Mountainbike!). Am Ende des Forstweges hinauf auf den Wiesenpass (Passo de Rutorto) und in wenigen Minuten zum Rifugio Venezia. Gleich bei der Hütte zweigt ein Weg hinauf (Schild Via Normale Monte Pelomo; Rifugio Fiume; Weg Nr. 480) ab. Man folgt dem markierten Weg bis dieser in einem Schuttfeld ansteigend verläuft, bei einem großen Stein mit Steinmännchen zweigt man links zu den Felsen ab (man sieht oben rote Markierungen am Felsen). Steil hinauf bis zur Aufschrift "Attacco" bei einer roten Markierung, dort beginnt das sogenannte Ball-Band.

Höhe Einstieg: 

2200 m

Abstieg:

Wie Aufstieg - also genau auf der Aufstiegsroute hinunter.

Kartenmaterial:

Tabacco Wanderkarte Nr. 025 "Dolomiti di Zoldo"

Bemerkungen:

Diese Tour ist KEIN Wanderweg - wer keine Klettererfahrung hat wird sich schwer tun bzw. macht diesen Aufstieg besser mit einem Bergführer.

Die "Gefahr" lauert unserer Meinung nach an der Möglichkeit des unabsichtlichen Ausrutschens - es liegt auf vielen Kletterpassagen feiner Schutt. Man muss an den ausgesetzten Passagen immer sehr konzentriert steigen - vor allem beim Abstieg (wenn man naturgemäß schon etwas müde ist).

Im Frühsommer hält sich länger der Schnee - in den drei Schluchten des Ball-Bandes rinnt Wasser runter. Oben sind evtl. Leichtsteigeisen und Pickel in den Steilen Schneefeldern nötig.

Anm.: Der Monte Pelmo wird im Frühjahr auch mit Tourenski gemacht - man trägt die Ski über das Ball-Band (dieses sollte im Idealfall schneefrei sein) und steigt ab dem Schutt auf Skiern weiter auf.

Der ehemalige Gletscher auf ca. 2850 vor dem Sattel existiert nicht mehr (einzelne kleine Eisreste unter dem Fels sind aber noch sichtbar - Stand Sommer 2017).

Zustiegsalternative: Man kann auch vom Passo Staulanza (1766 m) aus zum Monte Pelmo aufbrechen, der Ausgangspunkt ist zwar höher gelegen, man muss aber den halben Berg umrunden um zum Rif. Venezia zu gelangen (ca. 2 Stunden bis zum Rif. Venezia).

Autor: 

Axel Jentzsch-Rabl

Autor (Referenz): 

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Über den Passo Staulanaza oder die Forc. Cibina nach Forno. Der Ausgangspunkt beim Ort Zoppe di Cadore ist von Forno aus zu erreichen - etwas oberhalb des Ortes gibt es Parkmöglichkeiten (oberhalb des Hubschrauberlandeplatzes). Man kann auch bei der Abzweigung des Forstweges (Le Fraine) zum Rif. Venezia parken (wenig Parkmöglichkeiten).

Anm.: Man kann auch von Vodo di Cadore (unweit von Cortina) auf einer sehr steilen Bergstraße vorbei am Rif. Talamini nach Zoppe di Cadore fahren. Es gibt dort aber eine Einbahnregelung, die ist vor Ort zu erfragen bzw. auf einer Tafel erklärt. Das ist der kürzeste Zufahrtsweg, die Straße ist aber eng und steil.

Talort / Höhe:

Zoppe di Cadore  - 1461 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Parkplatz oberhalb von Zoppe di Cadore  - 1560 m

Bilder (33)

Sehr gutes Bild von Hanspeter Willi auf dem man die gesamte Dimension dieses Anstieges sieht!

Sehr gutes Bild von Hanspeter Willi auf dem man die gesamte Dimension dieses Anstieges sieht!

Normalweg (Via Normale) Monte Pelmo - der untere Teil mit dem Ball-Band.

Normalweg (Via Normale) Monte Pelmo - der untere Teil mit dem Ball-Band.

Normalweg (Via Normale) Monte Pelmo - der Mittelteil mit dem Schutt.

Normalweg (Via Normale) Monte Pelmo - der Mittelteil mit dem Schutt.

Normalweg (Via Normale) Monte Pelmo - der Gipfelgrat.

Normalweg (Via Normale) Monte Pelmo - der Gipfelgrat.

Eine der letzten Stufen am Ball-Band (vor der kurzen Schlusswand am Schuttfeld).

Eine der letzten Stufen am Ball-Band (vor der kurzen Schlusswand am Schuttfeld).

Mit dem Bike, kurz vor dem Rif. Venezia.

Mit dem Bike, kurz vor dem Rif. Venezia.

Auf dem Passo de Rutorto - hinten rechts der Antelao.

Auf dem Passo de Rutorto - hinten rechts der Antelao.

Das Rifugio Venezia (1939 m).

Das Rifugio Venezia (1939 m).

Der Zustieg zum Einstieg oberhalb des Rifugio Venezia.

Der Zustieg zum Einstieg oberhalb des Rifugio Venezia.

Bei der Abzweigung von 480 Weg - oben sieht man schon einen roten Pfeil an der Felswand.

Bei der Abzweigung von 480 Weg - oben sieht man schon einen roten Pfeil an der Felswand.

Attacco - bei dieser Aufschrift beginnt das Ball-Band.

Attacco - bei dieser Aufschrift beginnt das Ball-Band.

Im ersten Teil des Ball-Bandes.

Im ersten Teil des Ball-Bandes.

Recht ausgesetzt geht und klettert man meist waagrecht auf dem Band.

Recht ausgesetzt geht und klettert man meist waagrecht auf dem Band.

Immer schöne Ausblicke von den Ecken.

Immer schöne Ausblicke von den Ecken.

Die ausgesetzte Passage Passo del Gatto (Katzengang) - früher kriechend unten durch, jetzt am Fixseil außen herum.

Die ausgesetzte Passage Passo del Gatto (Katzengang) - früher kriechend unten durch, jetzt am Fixseil außen herum.

Die letzte Kletterstelle (glatte Ecke) auf dem Ball-Band.

Die letzte Kletterstelle (glatte Ecke) auf dem Ball-Band.

Plattig hinauf zum großen Schuttfeld.

Plattig hinauf zum großen Schuttfeld.

Das Never-Ending-Schuttfeld.

Das Never-Ending-Schuttfeld.

Die Felsstufe vor dem Steinplateau.

Die Felsstufe vor dem Steinplateau.

Auf dem Steinplateau.

Auf dem Steinplateau.

Die Plattenrampe am Gipfelaufschwung.

Die Plattenrampe am Gipfelaufschwung.

Hinten der letzte Grataufschwung - Zackengrat und kurze Steilwand.

Hinten der letzte Grataufschwung - Zackengrat und kurze Steilwand.

Die Kraxelpassage am Zackengrat - westseitig pfeift es gewaltig hinunter.

Die Kraxelpassage am Zackengrat - westseitig pfeift es gewaltig hinunter.

Die kurze Steilstufe (2 - Schlüsselstelle) an guten Griffen einmal kurz hau ruck...

Die kurze Steilstufe (2 - Schlüsselstelle) an guten Griffen einmal kurz hau ruck...

Die letzten Meter vor dem Gipfel.

Die letzten Meter vor dem Gipfel.

Der Tiefblick in den Kessel mit der Aufstiegsroute.

Der Tiefblick in den Kessel mit der Aufstiegsroute.

Abstieg - abklettern unterhalb des Gipfels.

Abstieg - abklettern unterhalb des Gipfels.

Die Rinne kurz vor dem Steinplateau - rechts hinten der Gipfel.

Die Rinne kurz vor dem Steinplateau - rechts hinten der Gipfel.

Auf der großen Schutthalde - abwärts geht es etwas schneller.

Auf der großen Schutthalde - abwärts geht es etwas schneller.

Wieder auf dem Ball-Band.

Wieder auf dem Ball-Band.

Eine der letzten Stufen am Ball-Band (vor der kurzen Schlusswand am Schuttfeld).

Eine der letzten Stufen am Ball-Band (vor der kurzen Schlusswand am Schuttfeld).

Schon wieder auf dem Mountainbike unterhalb des Rif. Venezia.

Schon wieder auf dem Mountainbike unterhalb des Rif. Venezia.

Kurz vor dem Ende (Abzweigung zum Rif. Venezia).

Kurz vor dem Ende (Abzweigung zum Rif. Venezia).

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