11 Januar 2018

Marker Alpinist Pinbindung – ein kurzer Test

Die 245 g schwere Marker Alpinist Pinbindung wurde von uns 2 Tage lang in Courmayeur getestet - mit Video.

Die Pinbindung hat den Skitourensport revolutioniert und ist derzeit die beliebteste Bindungsform um unbeschwert an den weißen Hängen aufzusteigen. War es am Anfang nur die von Fritz Barthl erfundenen Dynafit Pin-Bindung, so gibt es jetzt schon viele Hersteller die Pinbindungen im Segment haben – in Zukunft wird auch Marker diese Bindung anbieten.

Der Name der Marker Bindung ist „Alpinist“ und passt ganz gut, Alpinisten lieben es leicht, müssen sich auf ihre Ausrüstung zu 100% verlassen und schauen vor allem in jungen Jahren auch auf den Preis. Die Ausrüstung der Alpinisten muss funktionell sein, auf zusätzlichen Schnickschnack wird in der Regel verzichtet und genau da setzt die Alpinist Bindung an.

Vorder – und Hinterbacken der Alpinist

Der Vorderbacken ist eine Kombination aus Metall und mit Carbon verstärktem Polyamid, der Klick-Mechanismus wird pro Pin mit nur einer Feder gesteuert. Ein breites Bohrbild sorgt für die nötige Stabilität auf dem Ski. Neu ist die bewegliche Gummieinlage (Anit Ice Pad) unterhalb der Federn, diese sind beweglich und verhindern die dort oft vorkommende Eisbildung. Am Vorderbacken kann ein Fangriemen befestigt werden, an diesem gibt es einen kleinen Metalring, der eine Sollbruchstelle hat (damit man sich von den Skiern bei einem eventuellen Lawinenabgang trennt).

Die Harscheisenaufnahme ist wie bei anderen Pinbindungen auch am Vorderbacken – handelsübliche Harscheisen können wie gewohnt in einen Einschuh geschoben werden. Es gibt eigenen Harscheisen von Marker, es passen aber auch die Modelle von anderen Herstellern.

Der Hinterbacken hat drei Positionen für die Steighilfe – 0°, 5° und 9°. Neu ist, dass sich die Steighilfe auch vertikal positionieren läßt (rastet in der vertikalen Stellung etwas ein), so kann man sehr schnell und mit dem Stockteller bedienbar zwischen 0 und 9° wechseln. In der Regel werden aber die meisten Alpinisten mit der Stufe um 5° unterwegs sein. Die Steighilfe ist Formschön und breit ausgeführt und wurde wie die Metallteile am Vorderbacken vom Karabiner-Hersteller DMM gefertigt.

Beim Aufstieg mit der neuen Alpinist von Marker
Der Version mit Fangriemen.
Die Version mit dem Stopper (Bremse).
Die "Alpinist" Pinbindung von Marker
Die Pins am Vorderbacken, hinten der Stopper.
Der Gummi (Anti Ice Pad) am Vorderbacken und die Harscheisenaufnahme.
Gummi Teil (Anti Ice Pad) am Hinterbacken bei der Version mit Fangriemen.
Die Verriegelung des Vorderbackens.
Die Version mit Fangriemen.
Bei der Abfahrt - Schnee und Wetter hätten nicht besser sein können.
Bei der langen Abfahrt nach Courmayeur

Der Hinterbacken ist ca. 15 mm (+/- 7,5 mm) verstellbar, so kann man etwas zwischen den Schuhgrößen variieren. Der Hinterbacken ist auch ein Art Schlitten, der sich beim Flexen des Skis ca. 4 mm bewegt und so die Schwingungen gut aufnimmt. Viele werden die Stopperoption wählen – den Stopper gibt es in verschiedenen Breiten und er ist separat erhältlich. Der Stopper kann schnell am Hinterbacken montiert werden (das ist für den Fachhandel nicht unwichtig). Für den Hinterbacken gibt es auch eine Verstellplatte (35 mm), die primär für den Verleih interessant ist. Die Version mit Fangriemen verfügt auch am Hinterbacken über einen Gummi (Anti Ice Pad), damit sich unterhalb des Schuhs kein Eis ansammelt

Eines der Kaufargumente ist natürlich auch der Preis – mit 300 Euro für die Bindung liegt die Alpinist am unteren Ende der Preisliste - was den Kunden freut! Der Skitourengeher bekommt eine solide und noch dazu optisch sehr gelungene Pin-Bindung. Bei der er zwischen Stopper und Fanriemen wählen kann – der Stopper wir um 60 Euro angeboten.

Kurztest der Marker Alpinist Pinbindung

Wir hatten die Möglichkeit sowohl eine Bindung mit Fangriemen als auch eine Bindung mit Stopper zu testen. Die Fangriemen sind am Vorderbacken montiert und haben eine fix am Skischuh verbleibende Sollbruchstelle (ca. 65 kg). Am ersten Tag waren wir mit der Version mit Fangriemen unterwegs. Das Einstiegen ging Problemlos, der Aufstieg mit Steighilfe 5° verlief sehr angenehm. Positiv ist der Fangriemen aufgefallen, der sich gut an den Skischuh angelegt hat. Das „Klack“ beim Einsteigen ist recht „massiv“ und bestätigt einem unüberhörbar, dass man korrekt in der Bindung sitzt. Bei der Abfahrt auf perfekten Pulverhängen tat die Bindung genau das, was sie tun sollte – ein schöner Fahrgenuss.

Die Version mit Stopper kam am zweiten Tag unter unsere Füße. Die Stopper-Umstellung funktioniert über ein kleines Metallteil, dass man rein drücken muss und dann den Stopper niederdrückt (am besten mit dem Fuß). Oben zieht man dann das Metallteil wieder heraus und der Stopper schnappt in die Stopp-Position. Obwohl das Metallteil sehr filigran ist, haben wir es geschafft es mit dem Stock (Stopper in Stopp-Position) und mit dem Skischuh (Stopper in Aufstiegspostion) zu bedienen. Am Ende konnten wir uns bei der Abfahrt vom Ponte Hellbronner bis hinunter nach Courmayeur noch einmal von den Fahreigenschaften der Alpinist Bindung überzeugen – auch nach 2250 Hm Steilhang war immer noch alles perfekt!

Fazit bergsteigen.com: Marker dürfte mit der „Alpinist“ Pinbindung ein großer Wurf gelungen sein. Eine sehr leichte (245 g – mit Stopper 335 g), solide und schöne Pinbindung, mit ein paar guten Neuerungen zu einem wirklich fairen Preis.

Details Alpinist Bindung

245 g ohne/ 335 g mit Stopper (Bremse)
DIN-Version 4-9 bzw. 6-12
0°, 5°, 9° und vertikal Stellung der Steighilfe
Anti Ice Pad (Gummi) am Vorder- und Hinterbacken
Skiflex Ausgleich von 4 mm
Stopperbreite von 90 mm, 105 mm und 115 mm
Harscheisenbreite von 80 mm, 90 mm, 105 mm und 120 mm
Preis: ab 300 Euro (Stopper plus 60 Euro).

Webtipp: Marker

Video Marker Alpinist Pin Bindung

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